"Grill den Henssler": Beim Comeback beleidigt Steffen Henssler alle

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Zwei Jahre war die Küche kalt, jetzt wird bei VOX wieder der Henssler gegrillt. In der Comeback-Show aber (noch) nicht. Henssler besiegte die Promi-Truppe knapp. Besondere Würze: Beleidigungen, Frotzeleien und Flachwitze en masse.

Neues Studio, neue Jury, neue Moderatorin. Es hat sich viel geändert, eines nicht: Steffen Henssler (46). Er agiert immer noch so, als hielte er sich für das Geilste seit Erfindung der Blockschokolade. Reinheit in der Küche? Wird überschätzt: Steffen hüpfte gleich zweimal auf die Anrichteplatte - mit Turnschuhen! Pfui aber auch!
Die Jury: ebenfalls runderneuert. Nur Reiner "Calli" Calmund (70, rechts) ist zwar weiterhin rund, aber nicht neu. Neben dem "Grill den Henssler"-Urgestein futtern und frotzeln jetzt Comedy-Queen und Restaurantbesitzerin Mirja Boes (47) und Christian Rach (61).
Sie wollten Steffen Henssler das Comeback versalzen: Guido Maria Kretschmer (53, links), Mario Barth (46, Mitte) und Oana Nechiti (31). Gecoacht wurde das Trio von Juan Amador (50, zweiter von links). Der ist Österreichs einziger Drei-Sterne-Koch, da hat er Henssler also gleich dreifach was voraus: "Du bist ein Null-Sterne-Koch, also Ruhe da drüben!"
Die neue Moderatorin Annie (sprich: Änny) Hoffmann (35) muss in der neuen Küche noch warm werden. Aber sie gab Top-Kalauer-Vorlagen. "Wie willst du das in sechs Minuten schaffen?", fragte sie Henssler beim Impro-Gang. "Ännie, was ich alles in sechs Minuten schaffe ... Find's selber raus." Das war ihr dann zu doppelbödig: "Näää, Danke, nein!"
Im Impro-Gang musste aus drei Zutaten (US-Tafelspitz, Kartoffelschalen, Erdnussbutter) was gezaubert werden. "Sieht toll aus", lobte die Moderatorin Steffen Henssler. "Ich will ja gewinnen. Wenn ich verlieren will, koch ich wie Mälzer!", nahm dieser die Vorlage auf. Volleytreffer gegen den TV-Koch-Konkurrenten Tim Mälzer, Hensslers Ex-Mentor.
"Vaddi hat's drauf!", lobte sich Henssler nach dem Impro-Gang. Mit der Meinung war er aber alleine. Die Jury, obwohl uneins (Mirja Boes zu Christian Rach: "Du hast doch was am Tafelspitz!"), sah die Promis vorn - 17:15. Dank eines Siegs im "Zwischenspiel" (Lebensmittelpuzzle) drehte Steffen Henssler die Kochpartie auf 17:18.
Tänzerin, Choreografin und DSDS-Jurorin (auch 2020) Oana Nechiti präsentierte die Vorspeise "Polenta-Muffin mit Kaisergranat und Jakobsmuscheln". "Tolle Zutaten. Haben wir mehr Geld als früher?", witzelte Henssler. Das wurde dafür wohl an Kochutensilien gespart. Mario Barth: "Ich hab zu Hause bessere Messer und nicht so billige Töpfe."
Nechiti hatte Tränen in den Augen ("Ich bin grad sehr emotional!") - aber nur wegen der Zwiebeln! Guido Maria Kretschmer machte sich wegen ihres wallenden Schwanenoutfits Sorgen: "Ich hab Angst, dass Oana irgendwann brennt." Mario dagegen fand Nechitis Outfit von Kopf bis Fuß klasse. "Ich koch zu Hause auch grundsätzlich nur in Pumps. Oder nackt."
Obwohl sich Mirja Boes freute ("Echt lecker, ich habe extra drei Wochen nix gegessen vor dieser Show!") und "Calli" die Zubereitung trotz Polenta-Abneigung ("Isch mag des Zeug nit!") als granatenmäßig lobte - es reichte nicht für Oana Nechiti. Sie unterlag Henssler 18:21 und wurde von diesem mit Stempel "gegrillt".
Im zweiten Zwischenspiel durften die Promis im Team antreten. Moderatorin Hoffmann gab Order: "Steffen, du spielst mit dir selber!" Henssler verwertete erneut direkt: "... und zwar ziemlich gerne!" Klar: Beim Kochen wird die Küche dreckig. Und wenn's nur die zweideutigen Gedanken sind ...
Das Zwischenspiel musste wegen Gleichstand mit einer Stichfrage entschieden werden. Und zwar mit einer Schätzfrage. "Wie viel wiegt Calli?", schlug Henssler kalauernd vor. Und machte es, Kreide und Tafel für die Notiz in der Hand, postwendend noch schlimmer. "Nee, dafür reicht die Kreide nicht." Buuh! Böser Tritt über, äh, unter die Gürtellinie!
Die Hauptspeise war Marios Barths Sache. "Buletten mit Kartoffeln und Kohlrabi, Kreuzberger Art". Mario suchte die Revanche: Er hatte im Oktober 2016 schon mal gegen Henssler gekocht - und verloren. "Man kann nicht immer gewinnen. Ich seh ja schon besser aus ..." Er scheint hässlicher geworden zu sein: Diesmal reichte es zum 15:15!
Während sich Mario Barth mühte, ließ Guido Maria Kretschmer seine Kreativität überkochen und designte eine neue Kochjacke für Steffen. Mit Epauletten ("Für den kleinen Chef!"), Stehkragen, schmal geschnitten, mit asiatischem Touch. Farbe? Am liebsten weiß. Und das Pink, das Henssler diesmal trug? "Ach, so ein hübscher Junge kann auch Magenta tragen!"
Es brach Guidos Maria Kretschmers große Zeit an. Erst besiegte er Steffen im dritten Zwischenspiel, dann warf er als Nachspeise "Mandelcreme à la Otilie mit Weinschaum" in die Rührschale - und schlug Henssler 25:22. Mitten im Kochen war ihm das Gas ausgegangen - die Flaschen mussten ausgetauscht werden. Sabotage?
Die Zubereitung der Nachspeise erlebte Mario Barth in Henssler Küchenzeile: "Ich bin der Hausmeister vom Henssler." Dann stürmte er plötzlich aus dem Saal. "Muss los, bin auf Tour!" Mirja Boes erklärte: "Der Mario hat heute noch nen Job, der muss noch ein Autohaus eröffnen!" Boes war prächtig bös - die Jurorin landete den Volltreffer des Abends.
"Änny" dagegen hat in Sachen Schlagfertigkeit noch Luft nach oben. Sie überzeugte vor allem als dankbares Kalaueropfer. Als sie Steffen, der sich beim Tartarkneten abmühte, fragte: "Willste keine Küchenhilfe?" konterte er sie eiskalt lächelnd aus: "Wieso, brauchst du nen Job?" Nicht die feine englische Art.
Am Ende knallt die Peitsche - und der Henssler lacht. Wenn auch gequält. Er siegte im Kochduell insgesamt 79:78. "Das war ein enges Höschen", räumte er ein. Und eigentlich blamabel - denn am Herd brach er ein, gewann nur einen von vier Gängen und unterlag 73:75. Allein die Zwischenspiele rissen ihn raus, die er 6:3 gewann.