Hansi Hinterseer klingt beleidigt. Das Aus seiner von ARD und ORF produzierten Sendung Anfang des Jahres hat er anscheinend nicht verwunden.

"Die Chefs der ARD, mit denen ich in der ganzen Zeit ja auch viel zu tun hatte, haben es mir nicht mal selbst gesagt", bedauert der Volksmusik-Star im Gespräch mit dem Boulevardblatt "Express.de". Man habe ihm im Sommer 2012 "zwischendurch ausrichten lassen", dass es mit seiner Show vorbei sei.

Im Februar hatten ARD und ORF das Ende der von Hansi Hinterseer veranstalteten Show beschlossen. Der Tiroler hatte sich am Ende der letzten Folge aus dem österreichischen Schladming von seinem Publikum verabschiedet. Damit war das Aus öffentlich. Die Verträge wurden nicht verlängert.

Begründet wurde das Ende der Sendung damit, dass diese nicht mehr zeitgemäß sei. "Die Quoten waren prima", sagt Hinterseer. Der 59-Jährige hatte 18 Jahre lang eine eigene volkstümliche Musiksendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen moderiert.

Hinterseer wurmt sein unrühmliches TV-Ende auch wegen seiner Fans. Viele hätten protestiert, gebracht habe es aber nichts. "Dabei leben die Leute beim Fernsehen doch von den Zuschauern."

Insgesamt hat Hinterseer am Fernsehprogramm einiges auszusetzen: "Wenn man schaut, gibt es nur noch Action-Filme, Mord und Totschlag. Wo geht das hin? Man muss nicht immer jemandem ans Haxl hauen, ihn umbringen und bescheißen, um Spaß zu haben." Wenn das nicht laufe, gebe es Koch-Shows. "Können wir im Fernsehen nichts anderes mehr als Krimi und Kochen?!"

Hessischer Rundfunk kontert

Der Hessische Rundfunk (hr) zeigte sich indes "sehr verwundert" über Hinterseers Vorwürfe. "Die verantwortliche Redaktionsleiterin des hr hat mehrfach persönlich mit Hansi Hinterseer über das Ende der Sendereihe bei ORF und Das Erste gesprochen", ließ der Sender wissen. Neun Jahre eine Sendung in der samstäglichen Prime Time zu moderieren, sei eine hervorragende Bilanz im schnelllebigen Fernsehgeschäft.

Außerdem habe sich Hinterseer in seiner letzten Show persönlich von seinen Zuschauern verabschiedet. Dies sei in Absprache mit der Redaktionsleitung und "ohne jeglichen Unterton" passiert. (ank)