"Höhle der Löwen": 17-Jähriger begeistert die Investoren

"Oh, der ist aber ganz schön trainiert!" Wird "Höhle der Löwen"-Investor Ralf Dümmel jetzt zum Fitness-Freak? An seinem 17 Jahre jungen Schützling soll es nicht liegen!

Der Hamburger bewegte sich zunächst aber auf gewohntem Terrain. Schließlich hat er schon so manchen Bastler im Handel zum Heimwerkerkönig gemacht. Alexander Jentzmyk aus Biberach wollte nun mit seinem "Drillstamp" das Aufhängen von Bildern, Spiegeln und Gegenständen aller Art erleichtern.
Der Stempel wird etwa in die Aufhängeöse eines Bildes geschoben und hinterlässt an der Wunschposition eine Markierung für den Nagel. Carsten Maschmeyer (rechts) lag also falsch mit seiner Vermutung: "Drillstamp? Da wirst du so gedrillt, dass du klein bist wie 'ne Briefmarke!"
Leider wollte kein "Löwe" in das Hilfsmittel investieren - außer Dümmel (rechts) natürlich: "Ich versteh die Diskussion gar nicht!", watschte er seine Kollegen ab. "Wenn ich seh, was alles aufgehängt wird. Meine Lebensgefährtin hatte gerade so ein Erlebnis mit 'nem Spiegel. Und bei handwerklichen Arbeiten bin ich gar keine Unterstützung!"
Auch mit seinem 17-jährigen Sohn versuchte der "Meister der Regale" verzweifelt, Bilder aufzuhängen. "Warum kommen Sie jetzt erst?", fragte er neckisch bei dem sympathischen Gründer nach. "Ich hab 'ne Idee: Wir beide zeigen den vier 'Löwen', dass sie Unrecht haben." Mit 100.000 Euro für 30 Prozent war der Deal eingetütet.
Weniger Glück hatten "Convercycle" aus Frankfurt. Dabei hatten David Maurer-Laube (Mitte), Robert Kratz (rechts) und Hubertus Osterwind eine super Idee ("Wir haben das Rad neu erfunden"): Ein Fahrrad mit Kofferraum - oder zumindest so etwas Ähnlichem. Mit nur einem Handgriff verwandelt sich ihr Citybike in ein Lastenfahrrad.
Georg Kofler wollte sofort auf-, aber schließlich nicht einsteigen. Lag es an seinem Beinahe-Sturz? Dem Investor purzelten beim Probefahren alle Einkäufe auf den Boden. "Georg, wenn du uns auf ein Bier einladen möchtest, dann musst du uns nicht das Bier hier hinschmeißen!", kommentierte Dümmel das Malheur.
Vor allem aber geriet den Gründern ihre überhöhte Bewertung in die Speichen: "Ihre Firma ist 3,33 Millionen wert. Warum?", wollte Milliardär Maschmeyer wissen, ließ jedoch keine Erklärung gelten. Wahrscheinlich, weil er sich selbst schon mit Investments in E-Bikes auf die Nase gelegt hat.
"Ich kenn mich ein bisschen mit Fahrrädern aus. Hat zwar alles nicht funktioniert, aber ich habe viel investiert", gab Maschmeyer zu. "Sogar der Papst hat eins bekommen, aber der Absatz war sehr schwer." Na, wenn es selbst mit Hilfe von ganz oben nicht geklappt hat ... Kein Deal!
Mit zwei Rädern mehr kamen "Drive Dressy" aus München in "Die Höhle der Löwen". Doch auch das reichte nicht für einen Deal. Die Brüder Laurenz (rechts) und Leonhard Krieger bieten kunterbunte Sitzbezüge für Autos an. Maschmeyer stellte direkt fest: "Dagmar, dein Hosenanzug beißt sich mit dem Muster!"
Der Unternehmer war von der Idee nicht gerade überzeugt: "Für 'nen Kindersitz könnt ich mir das vorstellen. Wer ist eure Zielgruppe, dass das alles nach Kindergarten und Kindergeburtstag aussieht?" Die Fragerei ging so lange weiter, bis Kofler einschritt: "Darf noch jemand reden hier? Mach doch gleich den Deal!"
Doch das wollte niemand: Die Bewertung war mit 500.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile einfach zu hoch angesetzt. Maschmeyer stellte außerdem fest: "Sie haben immer das letzte Wort. Sie sind nicht so beratungsfähig."
Es blieb bunt in der "Höhle der Löwen": Die gelernte Schneiderin Antje Risau präsentierte ihre "WeeDo Funware"-Schneeanzüge für Kinder, die einige praktische Features zu bieten haben: Sie wachsen mit, haben einen Reißverschluss für die schnelle Toiletten-Pause und vieles mehr.
"Ich hätte gern das Monster!", forderte Kofler nach dem Pitch. "Das hab ich auch für Sie gedacht", konterte die Gründerin. "Da scheine ich ja ein tolles Image für Sie zu haben!", neckte der Investor. Doch der Ski-begeisterte Unternehmer war nicht abgeschreckt.
"Mich fasziniert Ihre Fantasie!", lobte er die Gründerin, und als alle anderen "Löwen" bereits draußen waren, erklärte er: "Ich mach's einfach!" 100.000 Euro gab's für 30 Prozent am One-Woman-Unternehmen.
Und dann schlug die Stunde von Max Rongen (links): Bereits mit 16 Jahren hat er zusammen mit seinem Vater Ralf sein Unternehmen "PLANTBREAK" gegründet. Der Schüler, der neben dem Lernen fürs Abi noch eine Ausbildung zum Fitnesstrainer und Ernährungsberater absolviert hat, bietet Backmischungen für Fitness-Riegel an.
Jetzt, mit gerade einmal 17 Jahren, präsentierte er den "Löwen" sein Produkt. Frank Thelen (Mitte) war begeistert: "Dein Pitch, den du heute abgeliefert hast: 1A. Hier steht ein Leuchtturmgründer vor uns." Die Riegel selbst kamen jedoch nicht so super an: "Schmeckt sehr gesund!", lautete das vernichtende Urteil von Dagmar Wöhrl (zweite von rechts).
Judith Williams wollte es genauer wissen und ging nach vorne an die Theke. Allerdings ohne ihren Vorkoster-Buddy: "Judith, was hab ich dir getan? Früher hast du mich zum Essen immer mitgenommen nach vorne", beschwerte sich Dümmel sofort.
Maschmeyer plauderte derweil aus dem Nähkästchen: "Meine Tochter macht auch gerade Abitur. Da krieg ich einiges mit. Manche sind ja schon völlig überfordert, einfach nur Abitur zu machen. Ich fühl mich dir sehr verbunden. Mein älterer Sohn ist Extremsportler. Jede Woche rührt der sein Müsli an. Das wär sicher ein Kunde."
Trotzdem investierte er nicht. "Du bist etwas früh!" Das war auch das Fazit der anderen "Löwen". Einzig Dümmel war wieder überzeugt und bot 50.000 Euro für 25 statt der gewünschten 20 Prozent. Deal! Doch dann wurde es erst richtig interessant ...
"Oh, der ist aber ganz schön trainiert!", stellte Dümmel fest, als er seinen Schützling wie gewohnt überschwänglich in die Arme schloss. "Nimm den Ralf mal mit ins Training!", forderte sogleich Williams. Dümmel war nicht abgeneigt: "Ich bring dir bisschen was übers Geschäft bei, und du sorgst dafür, dass ich einen vernünftigen Körper krieg!"