Sie sind selbst gerade mal Anfang bis Mitte 20, aber zwei Gründer versprechen den Investoren in der "Höhle der Löwen": "Wir lösen ein über 2.000 Jahre altes Problem." Hat leider nicht ganz geklappt.

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Simon Salowsky (25) und Bennet Klein (22) haben das Hufeisen revolutioniert. Sie wollen es Pferden ermöglichen, barhuf zu laufen - dank eines temporären Hufschutzes. "Sind das Hauspuschen für Pferde?", fragte da Carsten Maschmeyer nach. Fast!

"Pferde laufen am liebsten barhuf", erklärten die zwei jungen Erfinder und Gründer einer Produktentwicklungsfirma, die mit Pferden eigentlich nicht so viel am Hut hatten.

Doch dann kamen sie mit einer Freundin darüber ins Gespräch. Eine Idee war geboren: "Pferde benötigen auf Asphalt oder mit einem Reiter auf ihrem Rücken einen zusätzlichen Schutz für ihre Hufe. Bisher besteht dieser Schutz aus starren Eisenbeschlägen, die den natürlichen Hufmechanismus unterdrücken."

Das soll jetzt ein Ende haben, wenn es nach Simon und Bennet geht. Ihr Schuh, der pro Stück 79 Euro kostet, wird mit einem Klett- und Klebesystem mit dem Pferdehuf verbunden und kann beliebig oft und mit wenigen Handgriffen angebracht und entfernt werden. Nägel und Eisen sind hier nicht mehr nötig.

Nachhilfe von Carsten Maschmeyer

Alles prima? Nicht ganz. Denn die beiden vergaloppierten sich ordentlich und bekamen enormen Gegenwind: "Wir haben es mit acht Pferden getestet", erklärten sie. Das war nicht nur Maschmeyer zu wenig.

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Die beiden Freunde wollten zudem stolze 250.000 Euro für 15 Prozent Unternehmensanteile. Problem: Es gibt noch keine Einnahmen, und bisher wurde alles im 3-D-Druck angefertigt.

Maschmeyer rechnete direkt mal nach. "Warum ist die Firma 1,666 Millionen Euro wert, obwohl es noch nicht mal eine Gussform gibt?"

Dann gab's eine kleine Nachhilfestunde: "Sie sind noch nicht geübt, mit Investoren umzugehen. Ich möchte Ihnen da ein Lernerlebnis geben: Vielleicht suchen Sie sich für die nächste Phase einen Kleininvestor, der Ihnen 100.000 Euro gibt. Geben Sie dem anständig Prozente! Und dann können Sie hier auch mit zehn Millionen Bewertung reingehen. Aber bis Sie nicht die ersten Umsätze haben, ist das nichts wert. Ich glaube, dass Sie hier zu sehr den Investoren-Lift bemühen wollten und nicht die Investoren-Treppe."

Auch Dagmar Wöhrl ist skeptisch

375 Vorbestellungen gibt es aber immerhin schon. Doch auch Tierfreundin Dagmar Wöhrl zeigte sich skeptisch: "Der Pferdebereich ist sehr konservativ. Ich habe die leidvolle Erfahrung gemacht, als ich noch im Politischen engagiert war. Ich wollte das Brandsiegel abschaffen, weil ich im Tierschutz tätig bin. Ich bin leider kläglich gescheitert. Die Pferdelobby ist sehr, sehr groß."

Dementsprechend hieß es am Ende auch: Leider kein Deal für die Pferde-Hauspuschen-Hersteller.

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