"Höhle der Löwen": "Pony Puffin"-Deal sorgt für Zoff zwischen Judith Williams und Ralf Dümmel

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Wildert Ralf Dümmel im fremden Revier? Da wollte sich der Handels-Mogul doch glatt ein Pferdeschwanz-Verschönerungs-Dingens-Produkt unter den Nagel reißen. © teleschau - der mediendienst GmbH

Dicke Luft in der "Höhle der Löwen": "Dass du mein Herz gebrochen hättest - für noch ein Produkt. Ralf, ich weiß nicht, ob ich dir das verzeihen kann!" Judith Williams war ziemlich verschnupft, als Ralf Dümmel für "ihren" "pony puffin" auch ein Angebot machte. Ließ sich die Beziehung wieder kitten? Was ist das überhaupt für ein Pony-Ding? Und warum steht bei den Löwen plötzlich auch noch ein Pferd auf dem Flur?
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer bekommt den besten Deal im ganzen Land? Wenn es um ein Beauty-Produkt geht - natürlich Homeshopping-Schönheitskönigin Judith Williams, oder? "Nö", fand Handelsmogul Ralf Dümmel und bot einfach mit. Frechheit! "Ralf, du weißt, wie gern ich dich habe. Aber du weißt auch, dass das mein Produkt ist - eigentlich. Dass ich dieser Frau besser helfen kann."
Dümmel (hinten) war etwas irritiert, verlor aber nicht die Contenance: "Ich glaube, dass ich es besser kann. Aber ich akzeptiere deine Meinung", erwiderte der Gentleman. "Ralf, nicht dass ich gleich weine, wenn du mir das wegnimmst ..." Das wollte natürlich keiner. Stattdessen vergoss die Gründerin Elena Musiol (33) von "pony puffin" aus Berlin schon während des Pitchs Tränen der Freude.
Kein Wunder: Wenn sich die Löwen streiten, freut sich der Gründer! Doch wegen welches Wunder-Produkts riskierte Dümmel ein gebrochenes Löwinnen-Herz? "pony puffin" ist ein pinker "Knubbel", der es jeder Frau - unabhängig von ihrer Haarstruktur - ermöglichen soll, einen fülligen und dicken Pferdeschwanz zu tragen. IT-Experte Frank Thelen zeigte sich von dieser neuen Welt etwas irritiert.
Sehr zur Freude von Carsten Maschmeyer, der sich ziemlich beömmelte: "Ehrlich gesagt, mit Pferdeschwänzen hab ich mich noch nie auseinandergesetzt", gestand Thelen (vorne). "Willkommen im Club", erklärte dann Elenas Mann Julian, der zur moralischen Unterstützung mitgekommen war. "Ich bin total auf blonde Haare fixiert. Seit meiner Kindheit schon", offenbarte Thelen sich weiter.
Gleiches Tier, ganz anderes Thema. Als der süße Devil "Die Höhle der Löwen" betrat, wurde die Stimmung direkt viel versöhnlicher. Gerade bei den Damen. Das Pferdchen gehörte zu "Goodsmith" aus München, die es den Reittieren ermöglichen wollen, barhuf zu laufen - dank eines temporären Hufschutzes. "Sind das Hauspuschen für Pferde?", fragte Maschmeyer nach.
"Wir lösen ein über 2.000 Jahre altes Problem", versprachen Simon Salowsky (25, links) und Bennet Klein (22) mit ihrem innovativen "Hufeisen". "Denn Pferde laufen am liebsten barhuf, benötigen auf Asphalt oder mit einem Reiter auf ihrem Rücken aber einen zusätzlichen Schutz für ihre Hufe. Bisher besteht dieser Schutz aus starren Eisenbeschlägen, die den natürlichen Hufmechanismus unterdrücken." Aha!
Simon und Bennets Schuhe funktionieren durch ein Klett- und Klebesystem. "Wir haben es mit acht Pferden getestet." Das ist nicht nur Maschmeyer zu wenig. Die beiden Freunde wollen aber 250.000 Euro für 15 Prozent Unternehmensanteile. Problem: Es gibt noch keine Einnahmen, und bisher wurde alles im 3D-Druck angefertigt. Milliardär Maschmeyer rechnete direkt mal nach.
"Warum ist die Firma 1,666 Millionen Euro wert, obwohl es noch nicht mal eine Gussform gibt?" Tja. "Welcher Teufel hat euch geritten, mit so einem Firmenwert hier reinzukommen?", wollte auch Dümmel (hinten) wissen, in Gedanken noch bei Devil. "Ich glaube, dass Sie hier den Investoren-Lift bemühen wollten und nicht die Investoren-Treppe", legte Maschmeyer (vorne) nach. "Bei einer deutlich geringeren Bewertung hätte ich Ihnen vielleicht geholfen."
Besser lief's für "MIOOLIO" aus Düsseldorf. 700 Millionen Tiefkühlpizzas werden jährlich in Deutschland gegessen. Diese kann man sich nun dank Luigi Stella (41, rechts) und Taner Gecer (39) mit Chili- und Knoblauch-Gewürz-Ölen im Portionsbeutel verfeinern. Für ihr Startup haben die beiden Familienväter sogar ihre Jobs aufgegeben. "Gibt's jetzt nur noch Chili-Öl zu Hause?", wollte Frank Thelen wissen.
"Viele haben gesagt: 'Luigi, warum bist du so doof?' Ich aber sage: 'Dumm ist der, der weiß, wie es geht, und es nicht selber macht!'" Der Mut der beiden Freunde wurde belohnt. Von den Löwen gab es gleich drei Angebote - unter anderem von Chili-Fan Dagmar Wöhrl, die selbst auf Reisen immer ihr eigenes Chili dabei hat. Den Zuschlag bekam aber Ralf Dümmel, der "Wunschkandidat": "Das ist der Löwe der Löwen!"
Ohne Deal musste dagegen "erledigungen.de" zurück nach München gehen. Dabei hatte Sebastian Simon (26) eine super Idee: Er erledigt mit seinen Mitarbeitern Behördengänge inklusive der besonders lästigen Wartezeiten. "Ich hasse Behördengänge", erklärte Frank Thelen. "Aber ich bin der Meinung, dass die Politik das Problem lösen muss. Am Ende des Tages würde ich mir wünschen, dass deine Firma nicht mehr existiert." Autsch!
Bei den Gründern Eugen Pflüger (42, rechts), Nikolaj Klebert (32, links) und Malte Janduda (29) aus München musste Frank Thelen erst mal so richtig in sich gehen. Soll er? Es war genau sein Thema. Judith Williams und Ralf Dümmel waren geistig dagegen schon ausgestiegen: "Ich habe zuerst gedacht: 'Schreib mal mit und frag dann nach.' Aber das lass ich lieber sein. Ich möchte Sie nicht mit meinem Unwissen belasten", sagte Williams.
"Bei Ihren ganzen Erläuterungen hätte ich auch einen Schluck trinken gehen können", gestand Ralf Dümmel. Die drei Gründer von "parce" haben eine "intelligente" Steckdose entwickelt. "Der einzige Smart Plug mit WLAN", erklärten sie. Für ihr Unternehmen benötigen Eugen, Nikolaj und Malte 500.000 Euro und bieten dafür 10 Prozent ihrer Firma.
"Im Verhältnis zu Ihren Konkurrenten ist das Kleingeld", konstatierte Maschmeyer, der gerne auch mal im Silicon Valley unterwegs ist. "Ich will Ihnen nicht den Stecker ziehen. Aber mein Rat ist: Stecken Sie sich mit anderen zusammen. Gegen die da draußen sind wir Löwen-Kuscheltiere!" Mit IT-Teddy Frank Thelen ging dann die Schlacht um die Prozente los.
Von 25 Prozent der Anteile für 500.000 Euro konnten die Gründer ihn auf 15 Prozent für 400.000 Euro in Cash und 100.000 in Serverkapazität runterhandeln. "Kann man technisch führend sein, um eine 100-Millionen-Company zu werden? Ich bilde mir ein: Ich kann euch dieses 365-Grad-Paket liefern. Wir machen das!" Vom Denksport zur Fitness: Nächster Einsatz für Thelen.
Als es darum ging, das Sportgerät der Familie Goehringer aus Kelkheim zu testen, schickten die Löwen ihren "Fittesten" vor: "Unsere Sportskanone", lobte Williams. "SYWOS wiegt so viel wie ein Tablet und kann leicht überall untergebracht werden: zu Hause, im Büro oder auf Reisen", erklärten Wirtschaftsingenieurin Ariane Goehringer (22, zweite von rechts) und ihre Eltern Rainer (54) und Sandra (51).
Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl war ganz begeistert: "Eigentlich müsste mein Sohn hier sitzen. Der ist total sportaffin. Ich glaube, wenn ich jetzt kein Angebot mache, dann krieg ich Ärger." Zur Wahrung des Familienfriedens bot sie 100.000 Euro für 15 Prozent der Anteile. Auch Massen-Investor Dümmel (zweiter von rechts) mischte wieder mit, hatte aber gegen Wöhrl das Nachsehen.
Judith Williams (rechts) erkannte einen weiteren Vorteil des Produktes: "Beim Joggen ist das super. Da machst du auf und zu - und wenn einer kommt: Tong!"
Nächste Woche wird es kreativ: Investor Carsten Maschmeyer nimmt unter anderem die aufstellbaren Schultüten von "Der kleine Knick" genau unter die Lupe.
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