• Wenn die Welt von etwas weniger braucht, dann ist das mit Sicherheit Plastik.
  • Und das auch und gerade in einem Bereich, an den man vielleicht nicht zuerst denkt: Pflanztöpfe.
  • Das erkennt am Montagabend auch Ralf Dümmel bei "Die Höhle der Löwen" und will in die "Revolution im Pflanzenmarkt" investieren.
Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

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Der Abend hätte mit kaum einem größeren Versprechen beginnen können: "Wenn wir jetzt einen Deal bekommen würden, würden wir den ganzen Pflanzenmarkt revolutionieren." Nun wurden bei "Die Höhle der Löwen" schon so manche Revolutionen ausgerufen und nur die Finanzämter der Republik dürften ganz genau wissen, ob aus den vielen Revolutionen auch ökonomisch etwas geworden ist. Aber das, was Alexander und Antonia Cox da am Montagabend bei "Die Höhle der Löwen" präsentieren, klingt in der Tat vielversprechend.

Die Geschwister sind nämlich gekommen, um einen neuen Pflanztopf zu präsentieren, der einen entscheidenden Vorteil hat: Er ist nicht aus Plastik. Gerade jetzt im Frühling dürften sich nämlich die gelben Tonnen des Landes wieder mit Millionen dieser kleinen Plastikpflanztöpfe füllen, in denen Kräuter, Blumen und Co. in Gartencentern verkauft werden. Nur ein Bruchteil werde laut Alexander recycelt, der Rest verbrannt. "Das nervt uns einfach. Das ist für uns keine Zukunftslösung", erklärt der 30-Jährige.

Deshalb möchte er zusammen mit seiner Schwester nun Pottburri vorstellen, den "Topf zum Eingraben". Der besteht zum großen Teil aus den Schalen von Sonnenblumen, einem "Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie", wie Antonia Cox erklärt. Vertreiben möchten die beiden, die im Familienbetrieb einer Großgärtnerei aufgewachsen sind, die Töpfe an Großkunden, die wiederum ihre Pflanzen damit verkaufen. Der Endkunde kann die Pflanzen einfach in die Erde stecken, Mikroorganismen zersetzen die Töpfe dann mit der Zeit. "Der Endkunde hat keinen Müll mehr", erklärt Antonia Cox das Ergebnis.

Ralf Dümmel: "Ich habe schlechte Nachrichten für euch"

Eine Million dieser Töpfe haben Alexander und Antonia bereits verkauft, mit Hilfe eines Investors soll der endgültigen Revolution nun zum Durchbruch verholfen werden. Die plastikfreien Töpfe kommen bei den "Löwen" auch durchweg gut an, Judith Williams glaubt sogar, einen Zusatznutzen entdeckt zu haben: "Das riecht wie Ayurveda." Investieren will am Ende aber trotzdem nur einer. Georg Kofler ist sich nicht sicher, ob daraus ein Geschäft werden kann und Judith Williams glaubt, nicht die richtigen Kontakte für die Gründer zu haben, die mit ihren Töpfen die großen Handelsketten ansprechen wollen.

Carsten Maschmeyer hingegen scheint interessiert und berät sich auch gleich mit Nils Glagau. Als er aber hört, dass die Geschwister mit einem Entwicklungspartner zusammen arbeiten, der ein weltweites Patent auf die Töpfe hat, wittert der Investor eine Abhängigkeit und die mag er nicht. Nils Glagau findet "den Sonnenblumentopf Hammer, aber ich schwanke." Mit der Begründung "Bin in solchen Welten nicht zu Hause" steigt auch er aus, bevor er überhaupt eingestiegen ist.

Bleibt also noch Ralf Dümmel. "Ich habe schlechte Nachrichten für euch", fängt Dümmel an, um ein bisschen Spannung aufzubauen und fährt dann fort: "Wenn ihr wollt, dann habe ich die schlechte Nachricht, dass ganz, ganz viel Arbeit auf euch zukommt. Weil ich schwanke überhaupt nicht. Das Produkt ist Hammer, ich kann die Türen im Handel aufmachen. (…) Ich hätte da echt Bock drauf." Einziger Haken: "Mir sind die 12,5 Prozent zu wenig."

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"Die Höhle der Löwen": "Haut das Ding rein!"

Die Geschwister wollten nämlich ursprünglich 12,5 Prozent ihrer Firmenanteile zur Verfügung stellen und dafür 150.000 einsammeln. Ralf Dümmel will nun 20 Prozent haben, weshalb sich die Cox-Geschwister noch einmal mit ihrem Freund und Berater Christian Speer absprechen. Der ist bei Antonias Wunschlöwen eindeutig: "Haut das Ding rein!" Und das machen die beiden dann auch und haben nun mit Ralf Dümmel einen neuen Investoren für ihre Revolution.

Keine Revolution ruft Ebru Erkunt aus, den Planeten verbessern will aber auch sie. Dafür wartet die Hamburgerin nun bereits seit fünf Jahren, um bei "Die Höhle der Löwen" die veganen Brotaufstriche und Schokoriegel ihrer Firma Haselherz vorzustellen, die auf Palmöl, Gluten und Industriezucker verzichten. Den Löwen schmeckt das Produkt, Carsten Maschmeyer aber nicht die Zahlen. Der Investor zeigt deutliches Desinteresse: "Wenn ich in Food investiere, muss das eine Mega-Erfindung sein."

Doch Erkunt kämpft weiter, verweist auf die Erfolge, die sie in den vergangenen Jahren trotz einiger Rückschläge erzielt hat: "Gucken sie mal, was ich alleine geschafft habe, was meinen sie denn, was wir zusammen schaffen." Das beeindruckt Judith Williams zwar, aber nicht so sehr, dass sie investieren möchte. Und so ist es wieder Ralf Dümmel, der nicht nur an die Gründerin, sondern auch an das Produkt glaubt: "Ich wäre gern ihr Partner für die Zukunft." Mit einem kleinen Zugeständnis bei den Firmenanteilen schlägt Erkunt zu: "Ja klar."

Mit "Planeten verbessern" hat die Idee der Gründer von Colorato nichts zu tun. Sie wollen "Getränke als Marketing-Tool nutzen". Mit anderen Worten: Mit den Produkten von Colorato kann man Bilder und Schriftstücke zum Beispiel auf Milchschaum für den Kaffee drucken. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl finden die Idee trotz mangelnder Planetenverbesserung gut und wollen investieren.

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