Wegen "Sirplus": Georg Kofler flippt in der "Höhle der Löwen" aus - "Kann Gewäsch nicht mehr hören!"

Er ist ein Freund klarer Worte. Doch einen solchen Ausraster wie den von Georg Kofler hat es in der "Höhle der Löwen" wahrscheinlich noch nie gegeben. Den Investor regte Sirplus derart auf und wenig später sorgte er für einen Riesen-Lacher. Unsere Galerie verrät, was passiert ist.

Mit derartigem Gegenwind hatten Martin Schott (l.) und Raphael Fellmer wohl nicht gerechnet. Die beiden Gründer kamen in "Die Höhle der Löwen", um ihr Social-Impact-Start-up "SIRPLUS" vorzustellen. In "Rettermärkten" und online vertreiben sie abgelaufene Lebensmittel, die noch genießbar sind.
Grundsätzlich eine gute Sache, da waren sich alle "Löwen" einig. Doch eine Bewertung von mehr als 11 Millionen Euro? Schließlich wollten die Berliner 700.000 Euro für gerade einmal sechs Prozent der Anteile. Georg Kofler platzte der Kragen.
"Ich kann das schon gar nicht mehr hören, dieses Gewäsch! Ich finde euch total unglaubwürdig. Eure Bewertung ist absurd. Ihr sagt: 'Ich war fünf Jahre im Geldstreik, aber jetzt möchte ich mit einem Schritt zum Multimillionär werden!' Das ist gieriger als der freie Kapitalist, der sich auch noch dazu bekennt." Oha!
"Weil mich das so echauffiert und weil mir die moralisierende Attitüde so auf den Geist geht, bin ich jetzt schon mal raus!" - "Danke dir für das Statement!", konnte einer der Gründer gerade noch sagen - da ging das Donnerwetter schon weiter: "Wir sind nicht beim Du! Unter Multimillionären ist man eine Weile per Sie!"
Auch beim Rest des Rudels konnte "SIRPLUS" nicht punkten. "Ich gehe jetzt in den Geldstreik und zahle keine 700.000 Euro", kalauerte Ralf Dümmel (Bild). Dagmar Wöhrl fehlte indes die Ehrlichkeit und Nils Glagau unterstellte den Gründern, gar keinen Deal bekommen zu wollen.
Auch als die Gründer gesenkten Hauptes schon längst "Die Höhle der Löwen" verlassen hatten, kriegte sich Kofler nicht ein: "Diese Heuchelei geht mir so gegen den Strich!" Kommentar von Ralf Dümmel: "Merkt man gar nicht!"
Ganz anders verlief der Auftritt von Fabian Zbinden aus Bern, der sein Food-Start-up "LaRibollita" präsentierte. Der Koch hat in einem 5-Sterne-Hotel in Bern gelernt und unter anderem schon in Robert de Niros Restaurants in Los Angeles und Miami gearbeitet.
Der Schweizer war ihnen so sympathisch, dass die "Löwen" investierten, obwohl sie eigentlich gar nicht wollten. Sein Instant-Gericht mit frischem Gemüse schmeckte allen zwar gut, doch es sei zu schlecht "skalierbar".
"Diese totale Hingabe", lobte Kofler. "Da können sich sehr viele Leute eine Scheibe von abschneiden. Allein dafür würd' ich dir das Geld gerne schon geben." Schließlich bewies aber Neu-"Löwe" Nils Glagau (Bild) ein Herz für Schweizer: "Ich bin bestimmt nicht prädestiniert. Aber ich möchte dich hier nicht so rauslassen."
Dagmar Wöhrl mitsamt ihren 32 Hotels stieß hinzu. Hier gibt es wohl bald gesunde Instand-Kost in den Minibars. Für insgesamt 66.000 Euro bekamen die beiden "Löwen" zusammen 26 Prozent an "LaRibollita".
Kein gutes Ende hingegen fand der Pitch von "Medibino". Dabei bat Georg Kofler seinen Sitznachbarn Maschmeyer noch so charmant: "Carsten, gib dir einen Ruck! Das ist alles so sympathisch hier!" Dr. Dr. Susanne Kluba, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin, hat ein Babykissen entwickelt, das lagebedingte Kopfverformungen vermeiden soll.
Gemeinsam mit Dr. Mirko Stange und Nicole Klingen (Mitte) kam Kluba in "Die Höhle der Löwen", um ihre bereits als Medizinprodukt zugelassene Erfindung vorzustellen. Dort wurde allerdings hauptsächlich darüber diskutiert, ob Kinder nun auf dem Rücken oder der Seite schlafen sollten.
Carsten Maschmeyer, der gerne in Medizinprodukte investiert, machte dem Treiben dann ein Ende: "Das ist kein so großer Innovationsgrad!" Außerdem war ihm die Bewertung (350.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile) zu hoch: "Der Preis ist dreist!"
Davor Petrovic musste dagegen nicht mehr an seinem Preis (90.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile) feilen. Der Wiesbadener Diplomingenieur entdeckte durch Zufall, wie gut ein bestimmtes Metallgitter zum Feilen von Fingernägeln geeignet ist. "Dr. Regal" Ralf Dümmel sicherte sich die "Mia Mia"-Nagelfeile.
Etwas erklärungsbedürftiger: das Start-up "deineStudienfinanzierung" aus Berlin. Bastian Krautwald, Alexander Barge und David Meyer (v.l.) helfen mit ihrer digitalen Plattform Studierenden dabei, ihr Studium zu finanzieren - etwa indem das komplizierte Ausfüllen des BAföG-Antrags erleichtert wird.
Tech-Experte Frank Thelen wollte investieren: "Ich kann euch helfen im Bereich Technologie, im Bereich Marketing. Ich kann garantieren, dass wir schnell wachsen werden. Ihr werdet nie eine Rechnung von uns sehen." Dafür - und für 500.000 Euro - wollte er aber auch 20 statt der gewünschten 12,5 Prozent.
Jetzt war Georg Kofler am Zug: "Ich werde nicht so viel sagen wie der Frank, was ich euch alles bieten kann. Ich bin da etwas bescheidener in der Selbstdarstellung!" Tumultartiges Gelächter! "Das muss ich in meinen Kalender eintragen!", erklärte Judith Williams.
Die Bescheidenheit half Kofler allerdings nicht: "deineStudienfinanzierung" verhandelte mit Thelen kräftig nach, er bekam für 17,5 Prozent den Zuschlag.