"Ungenießbar!": Gin-Entwickler erleben Debakel in der "Höhle der Löwen"

Gin ohne Alkohol: Eigentlich keine schlechte Idee. Doch die Verkostung der Marke Laori geriet am Montag bei der VOX-Gründershow "Die Höhle der Löwen" zum Desaster. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Mutige vor! Die Laori-Gründer Stella Strüfing und Christian Zimmermann (rechts) stellen in der neuen Ausgabe der "Höhle der Löwen" ihren alkoholfreien Gin vor. Ein Test-Trinker soll das Wacholder-Gebräu in der Blind-Verkostung ausprobieren. "Für solche Fälle ist Nils unser Spezial-Löwe", scherzt Georg Kofler über den Kollegen Glagau (links).
Nils Glagau bekommt für die Blind-Probe eine alberne Schutzbrille übergezogen. "Wetten, dass er gleich nichts sieht", scherzt Carsten Maschmeyer, der sich an alte ZDF-Show-Zeiten mit Thomas Gottschalk erinnert fühlt. Doch die gute Laune vergeht den "Löwen" ziemlich schnell.
Noch schlechter kommt das Getränk bei Georg Kofler an. "Lasst niemanden das pur trinken!", warnt er die Laori-Gründer. "Das ist ungenießbar." Wow! So hart hat schon lange kein Geldgeber sein Missfallen ausgedrückt. Kein Wunder, dass keiner der "Löwen" die geforderten 175.000 Euro für 15 Prozent Anteile zahlen will.
Deutlich besser kommen Annette Barth und Julian Meyer-Arnek vom Gesundheitstechnik-Startup ajuma aus München an. Und das, obwohl ihr "UV-Bodyguard", ein Mess-Sensor samt App-Anbindung, der vor Sonnenbrand und damit vor Hauptkrebsgefahren warnen soll, noch gar nicht auf dem Markt ist. Das Ding löst aber große Emotionen aus.
Rund 70 Euro soll der "UV-Bodyguard", der als eine Art Brosche an der Kleidung sowie mit einem Armband wie eine Smartwatch getragen werden kann, eines Tages kosten. Der Herstellungspreis liegt derzeit bei rund 14 Euro. Ralf Dümmel prüft kurz innerlich, ob er damit im Handel Erfolge erzielen kann. "Ich habe Respekt vor Saisonartikeln", sagt er.
Carsten Maschmeyer widerspricht energisch. "Das ist kein Saisonartikel", meint er zum Produkt des verheirateten Akademikerpaars aus München. Immerhin hat die ajuma-Entwicklung auch eine Komponente für die dunklere Jahreszeit: "Im Winter muss ich an mein Vitamin D denken", so Maschmeyer. Auch daran erinnert der smarte Sensor seine Nutzer.
Nils Glagau ist - nach einer kurzen Geheimkonferenz mit Kollege Maschmeyer im Bühnen-Hintergrund - Feuer und Flamme für ajuma. "Das ist rund", lobt er die Gründer. "Ich kann einen tollen Apotheken- und Arztkanal aufbauen", meint der Pharma-erfahrene Glagau. Auch in Drogeriemärkte möchte er den UV-Schutzsensor bringen.
Carsten Maschmeyer hatte kurz vor der Show-Aufzeichnung selbst eine Hautkrebs-Diagnose zu verarbeiten, wie er "Bild" verriet. Er konnte erfolgreich operiert werden. Kein Wunder, dass er bei ajuma anbeißt. Zusammen mit Nils Glagau kauft er sich ein. Beide zahlen gemeinsam 110.000 Euro und erhalten zusammen ein Viertel an der Sonnenschutz-Firma.
Ähnlich viele Sympathiepunkte wie ajuma sammeln drei "grüne" Unternehmer aus Nürnberg ein: Das Startup primoza vertreibt originelle Geschenkideen in Form von Kalendern und Grußkarten mit im Papier versteckten Samen. "Am Ende des Monats wirft man das Kalenderblatt nicht weg, sondern pflanzt es ein."
Als Georg Kofler von den primoza-Geschäftserfolgen erfährt, wird er hellhörig. Über 80.000 Kunden konnte das Trio schon für die Produkte gewinnen und erzielte so einen Umsatz von über zwei Millionen Euro. Vielleicht liegt's auch daran: Dem Unternehmen muss man gar nicht mehr helfen! Kein Löwe will 300.000 Euro für 7,5 Prozent an der Firma zahlen.
Hilfe dringend nötig hat dagegen der durch und durch bodenständige Handwerker Michael Heide aus Zeuthen, ein erfahrener Maler und Lackierer, der allerdings auch ziemlich abgekämpft und fast verzweifelt wirkt. Er hat kein Hightech-Produkt dabei, sondern eine Tapezierbürste. Eine ganz besondere natürlich ...
Die "SmartQ"-Tapezierbürste hat einen ergonomisch geformten Griff und kommt deutlich besser als die Standard-Produkte hinter Heizkörper und in alle Ecken. Meint zumindest Michael Heide. Der 52-Jährige hat schon viele Jahre Arbeit in seine Geschäftsidee gesteckt. Sowie rund 120.000 Euro, die er eigentlich mal für einen Hausbau ausgeben wollte.
Wie bitte? Judith Williams kann das gar nicht glauben. "Ihr habt Euer Grundstück sausen lassen für die Tapezierbürste?", fragt sie den Erfinder. Mehr noch: Der Handwerker aus Leidenschaft hat sogar viel Geld ausgeben, um sich seine SmartQ-Bürste patentieren zu lassen. Jetzt muss sie nur endlich auch mal jemand kaufen.
Nils Glagau ist brennend interessiert. Er will dem SmartQ-Boss nicht nur die geforderten 40.000 Euro für 15 Prozent am Unternehmen zahlen. Er verspricht ihm die Vision eines Traumhauses. Ganz schön vollmundig! Auch Dagmar Wöhrl bietet mit. Das Rennen macht allerdings der "übliche Verdächtige": Ralf Dümmel soll SmartQ ganz groß herausbringen!
Dafür kann Dagmar Wöhrl zeigen, dass sie nicht nur eine geschickt kalkulierende Unternehmerin ist, sondern auch eine Investorin mit Herz. Sie ist nicht nur von scharfen Würz-Saucen aus Westafrika komplett angetan. Auch die Hamburger Unternehmensgründerin, eine alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, begeistert die Investorin.
N'deye Fall-Kuete hat von ihrer Großmutter die Leidenschaft fürs Kochen geerbt. Mit den Produkten ihrer Ndeyefoods-Linie möchte sie auch die Deutschen für afrikanische Küche mit Pfiff erwärmen. Die Löwen probieren beherzt. Georg Kofler muss gleich husten und kämpft um seinen Atem. "Ich vertrage so scharfes Essen nicht."
"Ich finde dich klasse", schmachtet Nils Glagau die Kochunternehmerin an, der auf offener Bühne heftig die Tränen gekommen waren. Allerdings gesteht er: "Ich liebe mexikanisches Essen." Wie die anderen Löwen auch hält er die Ndeyefoods-Produkte zwar für schmackhaft, will aber nicht investieren. Nur eine schnappt zu: Dagmar Wöhrl.
N'deye ist zwar komplett mit den Nerven am Ende - aber dann doch am Ziel angelangt. Dagmar Wöhrl zahlt ihr die erhofften 130.000 Euro für ein Viertel am Unternehmen. "Ich lasse mein Herz sprechen", sagt sie. "Ich investiere."