Im neuen RTL-Format "Hund vs. Katze" soll ermittelt werden, welches Haustier das Beste ist. Mirja Boes und Martin Rütter tragen den Wettkampf stellvertretend aus. Das Ergebnis ist eine ziemlich sinnfreie Sendung mit Humor auf Grundschulniveau.

Christian Stüwe
Eine Kritik
von Christian Stüwe, Freier Autor

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In manchen Fragen des Lebens stehen sich die Menschen unversöhnlich gegenüber. iPhone oder Android? Borussia Dortmund oder Schalke? Playstation oder Xbox? Beatles oder Rolling Stones? Hund oder Katze? Bei vielen dieser Themen schließt das eine das andere aus. Bei Hund oder Katze muss das aber nicht so sein.

Auch wenn sich die beiden Haustiere aufgrund ihrer unterschiedlichen Körpersprache eher mit Skepsis begegnen, gibt es viele Haushalte in Deutschland, in denen Hunde und Katzen friedlich koexistieren. RTL war die vermeintliche Rivalität dennoch eine abendfüllende Show wert: "Hund vs. Katze - Rütter gegen Boes" hatte am Mittwochabend Premiere.

Die allerschlimmsten Befürchtungen erwiesen sich aber glücklicherweise als unbegründet - Hunde und Katzen wurden nicht aufeinandergehetzt. Stattdessen gab es ein Stellvertreter-Duell, Hundetrainer Martin Rütter trat gegen Komikerin Mirja Boes an, eine erklärte Katzenliebhaberin.

Unterstützt wurden die beiden von ihrem jeweiligen Fanblock, einer großen Gruppe blaugekleideter Hundefans und einer Tribüne mit orangen Katzenfreunden. Der Clou war allerdings eine weitere Tribüne mit 300 Personen, die keine Tiere halten. Diese "Nichttierhalter" durften nach jeder Runde abstimmen, ob Team Hund oder Team Katze ihren Job besser gemacht hatten.

Hund vs. Katze: Muskelhund oder Muskelkater?

Moderiert wurde der Abend von Ruth Moschner, die in ihrem schwarz-weiß-gepunkteten Kleid ein bisschen an eine Schiedsrichterin erinnerte. Dann ging es auch schon los, "Fitness" war die erste Kategorie, in der sich Team Hund und Team Katze einen knallharten Wettkampf lieferten. "Hunde und ihre Halter sind fitter und gesünder", lautete die steile These von Martin Rütter.

Zu widerlegen war diese Behauptung nicht, schließlich ist es relativ sinnlos, einer Katze eine Frisbee zuzuwerfen. Oder mit ihr zu einem 20-Kilometer-Waldlauf im Regen zu starten. Was aber auch nicht weiter schlimm ist. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, Angelique Kerber zum Kugelstoßen zu schicken. Oder so ähnlich.

Mirja Boes versuchte trotzdem ihr Bestes, um den Sieg für Team Katze zu holen. "Wie heißt das nochmal? Muskelhund oder Muskelkater?", fragte Boes und der Katzenblock jubelte und grölte.

Anschließend mussten Boes und Rütter in Ganzkörperfellkostüme schlüpfen und auf allen Vieren einen Parcours mit Wippen und Tunneln bewältigen. Spätestens hier dürfte allen Zuschauern klar gewesen sein, was sie in den nächsten zwei Stunden zu erwarten hatten.

Rütter: "Ich habe mich so geschämt"

Die weiteren Späße zusammengefasst: Boes und Rütter mussten sich als Fachkräfte in einer Tierhandlung verkleiden, der jeweils andere durfte über ein Mikrofon und einen Knopf im Ohr Anweisungen geben. Die beiden mussten also bellen, einen Seehund imitieren oder sich in der Tiefkühltruhe verstecken. Humor auf Grundschulniveau.

"Obwohl wir es gewöhnt sind, vor der Kamera zu stehen, war das unfassbar erniedrigend. Ich habe mich so geschämt", sagte Rütter, nachdem der Einspieler beendet war. "Danke RTL für diesen weiteren TV-Tiefpunkt, den du mir beschert hast", ergänzte Boes. Und man war sich nicht sicher, ob sie es lustig meinte oder ob es bitterernst war.

Im weiteren Verlauf der Sendung bewertete eine weibliche Jury die Attraktivität von Single-Männern, einmal mit Hund und einmal ohne Hund. Überraschenderweise erreichte die Mann-Tier-Combo eine höhere Wertung.

Boes und Rütter mussten auf einem Ergometer strampeln, anschließend schauten sich die beiden Hunde- und Katzenvideos an und es wurde gemessen, wessen Puls zuerst unter 90 Schläge sank. Schließlich unterstützten noch Model Angelina Kirsch und Paul Panzer die beiden Kandidaten in den letzten Runden.

Knapper Sieg für Team Katze

Das Spiel endete übrigens knapp 3:2 für das Team Katze/Boes. Was dann nach zwei Stunden sich hinziehender Sendezeit aber plötzlich überhaupt keine Rolle mehr spielte, denn die "Nichttierhalter" entschieden mit der "Masterfrage", wer denn nun gewonnen hatte: Hund oder Katze?

Und siehe da, wieder setzten sich knapp die Katzen durch. Deshalb soll hier der Gewinnerin Mirja Boes auch das Schlusswort erteilt werden. "Das ist der Tiefpunkt meiner Fernsehkarriere", erklärte sie zwischenzeitlich, bevor sie im Katzenkostüm über einen Agility-Parcours kriechen musste. Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen.

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