Wieso kaufe ich gerade diese Marke? Was bekomme ich dafür in puncto Qualität und Service? Und welche Produktionsbedingungen unterstütze ich mit meiner Kaufentscheidung? Diesen Fragen geht Das Erste an den kommenden vier Montagabenden wieder mit der Sendung "Der Marken-Check" auf den Grund. Im Fokus der ersten Ausgabe der neuen Staffel steht das wohl berühmteste schwedische Möbelhaus der Welt: Ikea.

Eine neue Staffel von Verbrauchern für Verbrauchern - so lautet das Motto der ARD-Ratgeber-Sendung "Der Marken-Check". Das Ziel: Dem Zuschauer Einblicke in die Welt hinter den Großkonzernen geben. In bisher acht Staffeln und 19 Folgen deckten die "Check-Reporter" Widersprüche zwischen freundlichem Markenimages und verborgenen Machenschaften auf.

Den Auftakt macht der große "Ikea-Check". Dabei beginnt der große Test mit der Vorstellung der allseits bekannten Ikea-Welt: In einem kurzen Vorspann werden Passanten zu ihrem Bild des schwedischen Möbelhauses befragt. Dabei bedienen die Antworten - von "familiär" über "immer ein Erlebnis" bis zu "das Aufbauen endete in einer Katastrophe" - die gängigen Klischees. "Wir möchten mehr als ein Möbelhaus sein. (...) Wir möchten Lösungen für Menschen anbieten", erläutert die Ikea-Pressesprecherin Sabine Nold dem Zuschauer die firmeneigene Philosophie. Den Abschluss des Vorspanns bildet der Einkauf einer Versuchsfamilie, welcher mit einer langen Rechnung und einem entsetzten Familienvater endet.

Doch wie viel Spaß, Freude und heile Welt steckt tatsächlich hinter der kunterbunten Fassade des schwedischen Möbelhauses? Dieser Frage wollen die Reporter mit folgenden Tests nachgehen.

Der Stressfaktor

Ausgestattet mit Sensoren zur Messung der Herzfrequenz müssen die Versuchspersonen mit einem Budget von 350 Euro in zwei Stunden genau drei Möbelstücke kaufen. Zum Vergleich werden sie neben Ikea auch zu einem anderen Möbelhaus geschickt. Bei Ikea werden die Probanden auf der Suche nach ihren Möbeln durch Gänge und Hallen geschickt, beim alternativen Möbelhaus wartet auf sie ein Beratungsgespräch inklusive Kaffee. Und die Herzfrequenz-Analyse soll beweisen, dass der Stressfaktor bei einem Ikea-Einkauf "unterschätzt" wird.

Das Ikea-Prinzip

Anschließend wird das "Ikea-Prinzip" - also das selbstständige Zusammenbauen der Möbel - unter die Lupe genommen. Zwei Versuchsgruppen müssen Gebote für einen Nachttisch abgeben: die eine bietet für einen Tisch, den sie erst noch zusammenbauen müssen, die anderen für ein fertiges Möbelstück. Die Gruppe, die noch selbst Hand an das gute Stück legen muss, ist bereit mehr für das Tischchen zu bezahlen. Das Fazit: Das "Ikea-Prinzip" ist raffiniert. Dem Möbelkonzern gelingt durch das familiäre "Do-It-Yourself"-Erlebnis die Kundenbindung.

Die Qualität

Das schwedische Möbelhaus gibt es schon seit über 30 Jahren. Eine Frau, die schon seit Jahrzenten Ikea-Kataloge sammelt, stellte fest, dass die Möbel billiger geworden sind. "Hier wurden Abstriche gemacht", lautet die Vermutung. Ein Schreiner stellt bei einem Vergleich zwischen alten und neuen Billy-Regalen fest, dass heute unter anderem statt Echtholz schmalere und dünnere Spanplatten verwendet werden. Dennoch liegt die Qualität noch im gesetzlichen Rahmen und ist dem "Marken-Check" zufolge "ausreichend".

Die Fairness

Nach dem Qualitätstest blicken die Reporter hinter das freundliche Gesicht des familiären Weltkonzerns mit fairen Preisen, fairen Löhnen und "demokratischem Design". Getarnt als Eishockey-Freunde reisen sie zum "letzten Diktator Europas" nach Weißrussland. Dort suchen die Reporter verfolgte weißrussische Oppositionelle auf und ermitteln verdeckt als Holzwissenschaftler in einer Möbel-Fabrik, die auch für "Ikea" produzieren soll. Ein Gewerkschafter liefert die Erklärung, warum es sich lohnt mit Weißrussland zusammenzuarbeiten. Die Pressesprecherin will davon natürlich nichts wissen. Die "Fairness" des Möbelhauses ist offenbar nur vorgetäuscht.

Wirkliche Neuigkeiten liefert die erste Folge des "Marken-Checks" nicht. Dass die günstigen Möbel nicht zu fairen Preisen in Schweden entstehen, dürfte schon lange vor dem "Ikea-Check" bekannt gewesen sein. Die aufwendigen Verbraucher-Tests sind dennoch informativ. Die kommenden Ausgaben widmen sich der "Marken-Check" der Tiefkühlfrostkette "Iglo/Frost", der "Deutschen Bahn" und dem Thema "Jeans-Vergleich".