Jahresrückblick von Günther Jauch bei RTL: Boris Becker, Walter Kohl sowie Sarah und Pietro Lombardi blicken auf 2017 zurück

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Lange ließ Günther Jauch das Publikum auf den Auftritt eines Ex-Paares warten, dem "sehr viele Menschen zu Hause sehr gespannt" entgegenblickten. Sarah und Pietro Lombardi zeigten sich beim Jahresrückblick "2017! Menschen, Bilder, Emotionen" erstmals wieder gemeinsam live im TV. Auch Boris Becker sprach bei RTL zum ersten Mal direkt über sein Insolvenzverfahren. Wie viel Neues dabei herausgekommen ist, erfahren Sie hier in der Bildergalerie. © teleschau - der mediendienst GmbH

Da waren sie wiedervereint: Bei Günther Jauchs RTL-Jahresrückblick "2017! Menschen, Bilder, Emotionen" traten Pietro Lombardi (links) und Sarah Lombardi erstmals wieder live und gemeinsam im Fernsehen auf. Beide wirkten dabei alles andere als locker. Vor allem der Vater des kleinen Alessio brachte kaum ein Wort über die Lippen. Alles zum großen TV-Comeback und zu den Highlights der Sendung in der Bildergalerie.
Pietro Lombardi hielt sich beim ersten gemeinsamen TV-Auftritt ziemlich zurück. Es sprach eigentlich nur Sarah. Über ein gemeinsames Sorgerecht für den kleinen Alessio (2) sagte die 25-Jährige: "Da waren wir uns auch einig, dass das so bleiben soll. Wir sind, glaube ich, beide wahnsinnig stolz auf den Kleinen, weil der so lebendig ist. Das wird uns immer verbinden."
Wie oft sehe Pietro denn nun seinen Sohn, wollte Jauch wissen. "Zwischen zwei und drei Mal die Woche", meinte der 25 Jahre alte Sänger. Viel weiter hakte Jauch dann aber nicht mehr nach.
Wie aber werde Alessio irgendwann verstehen, dass seine Eltern sich in einer öffentlichen Schlammschlacht getrennt hätten, bohrte Jauch noch einmal nach. Bei ihrer Antwort wirkte Sarah unsicher: "Ich glaube, da muss man sich gar nicht viel rechtfertigen. Ich glaube, man erklärt seinen Kindern dann irgendwann, wenn sie mal alt genug sind, wie es war."
Es gab zuletzt immer wieder Gerüchte, dass Sarah und Pietro womöglich wieder zusammen sein könnten. Nach ihrem unterkühlten Auftritt scheint diese Vermutung erledigt. Oder wie es Sarah ausdrückte: "Es war immer so diese große Frage, wo wir dann eigentlich nur drüber gelacht haben, weil für uns war das Ganze schon längst klar. Aber da draußen hat es halt ein bisschen länger gedauert."
Doch auch abseits des Lombardi-Wiedersehens hatte der Abend Überraschendes zu bieten. Wie Günther Jauch so in die Ferne blickte, musste der Zuschauer beinahe schon Sorge haben, dass es ein Stargast womöglich nicht zu ihm auf die Bühne schaffen könnte. Dieser musste zuletzt schließlich eine schmerzhafte Fuß-Operation über sich ergehen lassen ...
Boris Becker aber, der erst vor wenigen Tagen, am 22. November, seinen runden 50. Geburtstag gefeiert hatte, sprang beinahe wie ein Jungspund von der Treppe ins Studio hinunter. Becker: "Mein Arzt in der Schweiz hat mir ein neues Sprunggelenk geschenkt."
Bei Jauch sprach Becker erstmals live im TV über sein Insolvenzverfahren. Wie es scheint, hat er den Überblick nicht verloren. Becker: "Ich bemühe mich nach bestem Gewissen, dem Gläubiger, das ist die Bank, die Schulden zu zahlen. Aber wir streiten uns um die Zinsen. Sie wollen Zinsen im hohen zweistelligen Bereich, ich nicht, weil es anders ausgemacht war. Meiner Firma geht's gut, ich bin sehr beschäftigt. Die Marke Boris Becker lebt. Die Privatperson hat ein Verfahren am Hals."
Der einstige Tennis-Champ ließ keinen Zweifel daran, dass er sich nicht unterkriegen lassen werde. "Was auch immer passiert: Ich gehe mit geradem Haupt vorne raus", sagte Becker. Rückblickend auf sein spannendes Leben mit vielen Höhen und einigen Tiefen meinte er: "Den einen oder anderen Doppelfehler habe ich gemacht. Aber grundsätzlich bin ich gut gefahren. Ich habe mehr Spiele gewonnen als verloren."
Walter Kohl, der älteste Sohn des "Kanzlers der Einheit", zeigte sich sehr nachdenklich über den Tod seines Vaters am 16. Juni dieses Jahres. "Der Tod ist immer ein schmerzhafter Einschnitt", sagte er. Und gab zu, das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater in den letzten Jahren nicht immer einfach gewesen sei. Dafür lieferte Kohl auch Gründe ...
Walter Kohl packte über die letzten Jahre seines Vaters aus. Das Verhältnis zu ihm sei "von Fremdeinflüssen geprägt" gewesen. Wen genau er damit meinte, musste er nicht namentlich aussprechen. Kohl vermied den Namen seiner "Stiefmutter" Maike Kohl-Richter so gut es ging.
Mit 24 Staatssekretär, mit 27 Außenminister und bald mit erst 31 Jahren der neue Kanzler Österreichs? Sebastian Kurz legte in knapper Zeit eine sehr erstaunliche Karriere hin. Bei Jauch kündigte Kurz an, dass bis Weihnachten eine Regierungsbildung mit der rechts-konservativen FPÖ gelingen könnte. Jauch verortete die durchaus umstrittene Partei Heinz-Christian "HC" Straches als "nicht sehr fremdenfreundlich".
Nach den ernsten Auftritten von Boris Becker und Walter Kohl tat es gut, dass eine wirklich sehr bekannte Sippschaft für Lockerheit sorgte. Die Kelly Family feierte mit ausverkauften Konzerten in diesem Jahr ein furioses Comeback. Im kommenden Jahr wird eine ganze Tour mit mehr als 50 Terminen folgen. Dann etwa mit einem neuen "Family"-Mitglied?
"Wir durften schon mit Joe Cocker singen, mit Lionel Richie oder Luciano Pavarotti", erzählte Angelo Kelly. "Aber mit Jauch, das ist eine Premiere", sagte der Kelly, der einst doch so wunderbare Engelslocken hatte. Jauch an der Blockflöte musizierte mit der ganzen Familie in weihnachtlicher Stimmung. Diesen Eignungstest jedenfalls bestand der Gastgeber. Angelo forderte Jauch auf: "Kommen Sie mit uns auf Tour!"
Natürlich sind es nicht immer nur die prominenten Namen, die einen Jahresrückblick bestimmen. Beeindruckend war der Auftritt von Vanessa Münstermann. Die 28-Jährige wurde im Februar 2016 Opfer eines Säureanschlags. Dabei hat sie unter anderem ihr linkes Auge verloren, eine Gesichtshälfte wurde verätzt.
Münstermann verbreitete bei Jauch unglaublichen Optimismus. Mit einem Verein berät sie heute Menschen, die ebenfalls durch Narben und Säure entstellt sind. Münstermann: "Ich will Menschen, die mich gestärkt haben, Kraft wiedergeben."
Mit den Lombardis und einem emotionalen Boris Becker hatte Günther Jauch durchaus spannende Gäste bei seinem Jahresrückblick vor der Kamera. Seinen zahlreichen, aber leider zu kurz geratenen Gesprächen allerdings fehlte etwas der Tiefgang.
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