Die vergangene Niederlage noch im Kopf duellieren sich Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt am Dienstagabend wieder mit ihrem Sender. Zum Auftakt der neuen Staffel "Joko & Klaas gegen ProSieben" besiegt Klaas seinen Angst-Gegner, fängt Pfützenwasser und erfindet nebenbei die Humorgattung Entfesselungscomedy.

Christian Vock.
Eine Kritik
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"Muss das sein, dass man direkt am Anfang so richtig mit dem Zeigefinger in die Wunde rein sticht?", meckert Klaas Heufer-Umlauf noch bevor das erste Spiel gespielt ist. Offenbar muss es sein, denn zum Auftakt der neuen Staffel "Joko & Klaas gegen ProSieben" führt ProSieben nicht nur die vergangenen Momente des Versagens der beiden Moderatoren vor, sondern auch deren Höhepunkt. In der letzten Ausgabe der vorherigen Staffel musste Klaas Heufer-Umlauf für den Sieg nämlich nur noch ein zusammengeknülltes Papier in einen Papierkorb werfen, doch der "Late Night Berlin"-Moderator scheiterte.

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Nun also, zum Start, bohrt ProSieben mit dem Zeigefinger in der Wunde und sucht sich für das Eröffnungsspiel genau dieselbe Herausforderung aus, bei der Heufer-Umlauf damals versagte. Beim Spiel "Die sehr, sehr leichten Sieben" müssen Winterscheidt und Heufer-Umlauf wieder parallel und am Stück sieben kleine Aufgaben meistern. Misslingt eine Aufgabe, geht’s von vorne los. Schaffen sie alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit, gibt es einen Punkt. Und eine dieser Aufgaben ist eben wieder dieser Papierwurf.

Und so müssen die beiden nun Stifte hochwerfen und auffangen, das Wort "ProSieben" abwechselnd und rückwärts buchstabieren, Memory-Karten aufdecken, einen Tischtennisball hin und her spielen und ein zusammengeknülltes Papier in einen Mülleimer werfen. Das klappt alles mal gut, mal weniger gut, vor allem aber ist Heufer-Umlauf voller Ehrgeiz: "Ich war so richtig humorlos angespannt. An der Grenze zu 'Macht kein Spaß mehr'", bekennt Heufer-Umlauf. Doch diesmal besiegt er seinen Angstgegner und trifft den Papierkorb: "Das Biest ist erlegt."

"Joko & Klaas gegen ProSieben": 15 Minuten oder "The Voice of Germany"

Ein gelungener Auftakt also und mit diesem Sieg im Rücken gestaltet sich der Rest des Abends ähnlich erfolgreich. Wie immer spielen Winterscheidt und Heufer-Umlauf einerseits um 15 Minuten frei verfügbare Sendezeit und andererseits gegen eine Strafe ihres Senders. Diesmal, so erklärt es Moderator Seven Gätjen vor dem Finalspiel, würden die beiden am Donnerstagabend bei der ProSieben-Musikshow "The Voice of Germany" selbst "live auftreten singen und performen". Heufer-Umlauf macht sich als Sänger seiner Band Gloria ja nicht schlecht, wer allerdings Joko Winterscheidt einmal hat singen hören, weiß, dass das, nichts für ungut, weniger eine Strafe für ihn als für andere ist.

Doch bis dahin stehen noch fünf weitere und die finale Aufgabe vor den beiden. Zuerst müssen Heufer-Umlauf und Winterscheidt gegen die Comedians Hazel Brugger und Olaf Schubert antreten. Jedes Team muss verschiedene Aufgaben lösen und zwar möglichst leise, denn das andere Team soll anhand der Geräusche erkennen, was der Gegner gemacht hat. "Das klang so wie jedes Gespräch meiner Eltern kurz vor der Scheidung", findet Hazel Brugger, als Heufer-Umlauf drei Nägel in einen Baumstamm hämmern soll und sein Partner Winterscheidt dabei laut schreit, um das Geräusch zu übertönen. Am Ende gewinnen Winterscheidt und Heufer-Umlauf klar, was Olaf Schubert zu der Einschätzung führt: "Wir sind das erbärmlichste Team der Welt."

Die weiteren Spiele sind ähnlich originell und absurd. So müssen Joko und Klaas zum Beispiel mit einem Auto durch eine Pfütze fahren, während der andere das Spritzwasser auffängt. Gegen Tommi Schmitt und Lukas Klamroth werfen die beiden im Spiel "Weiterwerfen" Gegenstände durchs Studio und im Duell mit Nikeata Thompson und Edin Hasanovic geht es darum, eine Aufgabe möglichst später zu lösen als der Gegner. Das klappt auch alles meist ganz hervorragend, so dass Winterscheidt und Heufer-Umlauf vor dem Finale fünf der sechs Spiele gewonnen haben.

Deutsches Entertainment auf ProSieben: Kartoffelsäcke werfen

Für die beiden so weit also ein erfolgreicher Abend, für den Zuschauer allerdings auch. Denn Heufer-Umlauf und Winterscheidt haben nicht nur Spielglück, sondern vor allem Humor. Und so gerät Spiel Nummer drei zum wohl lustigsten Moment des Abends. Die Aufgabe klingt erst einmal recht einfach. Heufer-Umlauf und Winterscheidt werden in einen Raum gebracht, den sie innerhalb von 25 Minuten durch die Tür verlassen müssen. Allerdings werden die beiden vorher von einer "Fesselungsexpertin" nach allen Regeln der Seilkunst an zwei Stühle gebunden.

So verschnürt fangen Winterscheit und Heufer-Umlauf dann an, sich irgendwie aus den Fesseln zu befreien und das ohne Berührungsängste. "Du hörst auf, da unten rumzufummeln", beschwert sich Heufer-Umlauf, Winterscheidt mimt jedoch den Unschuldigen: "Klaas, ich fummel' dir nicht am Arsch rum!" "Ich merk das doch!", hat Heufer-Umlauf das letzte Wort. Kurz darauf behauptet Klaas, sich in seiner Kindheit mit Entfesslung beschäftigt zu haben, merkt nach ein paar Versuchen aber relativ schnell: "Ich bin weit entfernt von einer Lösung." Und als er sich dann das Seil beim Übernkopfziehen auf die Augen schiebt und nicht mehr wegbekommt, hat Heufer-Umlauf ganz nebenbei die Entfesselungscomedy erfunden.

Der Humor ist also der große Pluspunkt der Show, denn ohne den wären die Spiele zwar originell und spannend, aber eben auch deutlich weniger lustig. Und in dieser Stimmung reagiert auch Tommi Schmitt schlagfertig, als es gilt, Kartoffelsäcke zu schmeißen: "Ich glaube, genau so stellen sie sich im Ausland deutsches Entertainment vor – Kartoffelsäcke werfen." Dass deutsches Entertainment aber viel besser ist als sein Ruf, das haben Winterscheidt und Heufer-Umlauf an diesem Abend wieder bewiesen und können sich nach ihrem Finalsieg auch noch über neue 15 Minuten frei verfügbare Sendezeit freuen.

Joko & Klaas 15 Minuten: Männerwelten

Hier könnt ihr die 15 Minuten Sendezeit LIVE, die Joko und Klaas in "Joko & Klaas gegen ProSieben" gewonnen haben, online sehen. Männerwelten. Eine Aktion gegen sexuelle Belästigung. © ProSiebenSat.1