Die Dinos sind wieder da: In "Jurassic World" sind Dinosaurier als Zootiere fast schon ein alter Hut. Deshalb fühlen sich die Parkbetreiber gezwungen, Gott zu spielen und neue, noch gefährlichere Arten im Labor zu erschaffen - kein Wunder, dass das in die Hose geht.

Der Mensch ist nicht leicht zu begeistern: Dinosaurier wiederzubeleben mag spektakulär sein, aber 20 Jahre nachdem der Dino-Park eröffnet hat, drohen die Besucherzahlen zu stagnieren. Die Wissenschaftler steuern gegen, indem sie durch Genmutationen immer neue Dinosaurier erschaffen, die es in echt nie gab. Das kann natürlich nicht gut gehen: Eines dieser neuen Exemplare erweist sich als extrem intelligent, anpassungsfähig und grausam. Als er aus seinem Gehege entkommt, sind weder Menschen noch Dinos auf der Insel sicher.

Immer größer muss es sein - im "Jurassic World"-Themenpark genauso wie im Kino. Bis zum Ende ist man sich nicht sicher, ob die Filmemacher die Ironie erkannt haben, dass sie genau das gleiche machen, wie ihre größenwahnsinnigen Wissenschaftler im Film: Sie wiederholen die alte Erfolgsformel von "Jurassic Park" und erweitern sie durch einen extragroßen Dinosaurier. Sonst hat sich im Vergleich zum ersten Teil der Reihe nichts verändert. Wieder brechen ein paar Dinosaurier aus, wieder sind ein paar Kinder auf der Flucht, wieder kommt ein Dino den Menschen unerwartet zu Hilfe.

Die Hauptdarsteller von "Jurassic World" bleiben blass

Immerhin hat das Personal bei "Jurassic World" einmal durchgewechselt: Regie führt jetzt Colin Trevorrow, der mit dem großartigen Independent-Film "Safety not Guaranteed" die Aufmerksamkeit von Steven Spielberg erregt hat, der sich für den vierten Teil der Dino-Reihe auf den Produzentenstuhl zurückgezogen hat. Die Hauptrollen übernehmen die im doppelten Sinn blasse Bryce Dallas Howard und Chris Pratt, der Star aus "Guardians of the Galaxy", dessen komödiantisches Talent hier leider viel zu wenig genutzt wird.

Überhaupt hätte ein bisschen Humor dem Film nicht geschadet. Die simple Moral von der Geschichte - der Mensch sollte nicht Gott spielen - wird dem Zuschauer mit fast unerträglichem Nachdruck eingetrichtert. Von der Stimmung her erinnert "Jurassic World" dabei mehr an "Godzilla" als an einen Steven-Spielberg-Abenteuerfilm.

Selbst die markanten Szenen des Films sind recycelt: Das Dino-Auge in Großaufnahme vor einem verschreckten Kind, die Raptoren auf der Jagd, der schreiende Tyrannosaurus Rex - das haben wir alles schon gesehen. Es bleibt das schale Gefühl, dass den Filmemachern einfach nichts Neues eingefallen ist, sie aber noch einmal groß Kasse machen wollten. Wer "Jurassic Park" gesehen hat, der kann sich "Jurassic World" getrost sparen - er wird nichts sehen, was er nicht schon kennt.