Kathrin Menzinger oder Oana Nechiti: Wer tanzte sich ins Herz von Joachim Llambi?

Von
Rupert Sommer

Nur drei Tage hatten die beiden Profi-Tänzerinnen Oana Nechiti und Kathrin Menzinger Zeit, im Senegal einen extrem komplexen, traditionellen Tanz zu erlernen - nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen ein schweißtreibendes Unterfangen. Doch wer konnte die Einheimischen und Joachim Llambi mehr überzeugen? © 1&1 Mail & Media/teleschau

Er ist der Mann mit der fiesesten Zunge im Fernsehgeschäft: Auch Profis zittern vor dem strengen Urteil von Tanzrichter Joachim Llambi. In seiner neuen Vorabend-Reihe "Llambis Tanzduell" gab er sich allerdings milder, fast demütig. Immerhin gilt es, von anderen Kulturen zu lernen. "It's time for Africa" gab er als Auftaktdevise aus.
Joachim Llambi wollte sie "raus aus der Komfortzone" jagen. Im Senegal sollten Kathrin und Oana innerhalb von nur drei Tagen zu "Sabar"-Expertinnen geschult werden. Damit ist ein rhythmisch extrem anspruchsvoller traditioneller Tanz gemeint. Und ihren neuen Tanzmeister trafen sie auf einer Insel - vor der Hauptstadt Dakar.
Vor Ort staunten die beiden Europäerinnen nicht schlecht, als ihnen ihr neuer Lehrer Yelli den Tanzboden zeigte - einen feinen Sandstrand, von kleinen Wellen überspült. "Es ist möglich, den Tanz in drei Tagen zu lernen", meinte er. "Aber nicht ohne Schwierigkeiten." Yelli erwies sich als Meister der Untertreibung.
Ihrem neuen Mentor - und der omnipräsenten Band mit der dominanten Trommler-Truppe - stellten sich Kathrin und Oana mit einem "Europa-Gruß" vor. Sie wiegten sich im Walzerschritt. So richtig beeindruckt waren die Afrikaner davon nicht.
Man war ja schließlich nicht zum Vergnügen vor Ort. Schnell ging's ans Eingemachte. Und der Ton von Yelli wurde immer fordernder. "Ich habe gesehen, dass die beiden leidenschaftliche Tänzer sind", sagte er zwar. Doch dann wurde er immer patziger.
Tatsächlich ist der Sabar, der auf Hochzeiten, Tauf-Festen oder zum handfesten Flirten getanzt wird, kein Zuckerschlecken. "Man kann Sabar nicht auf den Zehenspitzen tanzen", machte Yelli seinen Schülerinnen aus Deutschland schnell klar.
Es war eben eine Herausforderung, die zunächst vor allem der Power-Blondine Kathrin Menzinger (links), immerhin einstige Tanz-Weltmeisterin, entgegenkam. Sie hat Feuer im Blut, liebt es, sich wild zu bewegen. Und auch Sinnlichkeit ist für sie kein Fremdwort.
Mit den Leistungen von Oana Nechiti war der Instrukteur mit der alles andere als lieblichen Kasernenhof-Stimme oft alles andere als zufrieden. "Oana, du machst Gymnastik, das ist kein Tanz", herrschte er seine Schülerin an.
Tatsächlich machten - vor allem am zweiten Trainingstag - die mörderisch heißen Bedingungen den beiden Tänzerinnen schwer zu schaffen. "Ich habe extrem verspannte Muskeln", klagte Nechiti (rechts). "Mir fehlt die Kraft."
Zwischenzeitlich wurde der Druck - und die Qualen - so extrem, dass Oana Nechiti ernsthaft einen Trainingsabbruch erwog. Allerdings konnte sie sich auf die Solidarität ihrer Tanzpartnerin verlassen. "Schmerzen gehen weg, wenn man sie wegtanzt", empfahl ihr die Österreicherin. Leichter gesagt, als getan.
Yelli nahm seine beiden Schützlinge mit zu einem Medizinmann. Der beschenkte sie mit Glücksbringern. Ein Amulett gab es sogar für Joachim Llambi. Ob es ihn dauerhaft "verzaubert"? Man darf gespannt sein!
Einmal auf dem landeskundlichen Trip, konnten Nechiti und Menzinger natürlich auch eine Essenseinladung nicht ausschlagen. Es gab unter anderem gegrillten Fisch. Gegessen wurde mit den bloßen Fingern. Lecker!
"Der Kontakt zum Boden ist wichtig", meinte Tanzlehrer Yelli, der die beiden Besucherinnen zum Abendessen eingeladen hatte. "Ein bisschen Angst habe ich schon gehabt", sagte Nechiti später heimlich.
Konnte so gestärkt auf dem Weg zum perfekten Sabar-Tanz-Finale überhaupt noch etwas schiefgehen? Nicht wirklich. Kraft und Energie verliehen den beiden Tänzerinnen dann noch die traditionellen Kleider, die sie von ihrem Meister für die öffentliche Aufführung überreicht bekamen.
Bewähren mussten sich die Besucherinnen nämlich auf einer sehr speziellen Bühne - mitten auf einer Straße in der belebten Innenstadt von Dakar. Und das vor Hunderten neugieriger Augenpaare. "Die scannen dich von oben bis unten", spürte die ans Rampenlicht gewohnte Nechiti schnell.
Als echte Rampensau, pardon, erwies sich dann zunächst einmal ihre Tanz-Partnerin und Duell-Gegnerin Kathrin Menzinger. Die Wienerin nahm sofort Kontakt mit dem Publikum auf und peitschte die Stimmung hoch. "Kathrin arbeitet mit allen Tricks", stellte Joachim Llambi aus der Distanz völlig zurecht fest. Warum auch nicht ...
Oana Nechiti konzentrierte sich dagegen aufs Tanzen - und auf ihre Problemzonen. Lange hatte sie es nicht geschafft, ihre Hüften kreisen zu lassen und die Beine hoch zu werfen. Doch bei der "Sabar"-Premiere vor Publikum lief's plötzlich. Der Jubel war ihr sicher.
Tatsächlich war das Gefühl, etwas Großes geleistet zu haben - die dreitägigen Strapazen hatten sich für Nechiti zwischenzeitlich wie Wochen angefühlt -, enorm. "Ich habe lange keine so große Erleichterung gespürt", freute sie sich.
Tatsächlich triumphierte Oana Nechiti, die hart kämpfen musste, am Ende der ersten "Llambis Tanzduell"-Folge. Die entscheidenden Stimmen kamen dabei von ihrem Tanzlehrer Yelli aus dem Senegal, was den Stolz noch erhöhte. Trotzdem ging es nicht nur um den Sieg, sondern um den Spaß in der neuen Sendung. Nächsten Sonntag geht's weiter!