"Llambis Tanzduell": "Let's Dance"-Tänzer landen in Peru in einem "Albtraum"

"Ich hoffe, wir sterben hier nicht": Evgeny Vinokurov und Serigiu Luca, gestählte Wettkampftänzer und bekannt aus "Let's Dance", kamen in "Llambis Tanzduell" in den Anden an ihre Grenzen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Die beiden Tänzer waren die vielen Flugkilometer aus Deutschland angereist, um sich von peruanischen Lehrmeistern in die Kunst des sogenannten Scherentanzes einweisen zu lassen. "Das kann doch nicht so kompliziert sein", meinte Sergiu anfänglich noch.
Die beiden merkten aber schnell, dass es der traditionelle Volkstanz mächtig in sich hat. Er erfordert mutige Sprünge und bringt knallharte Landungen auf dem blanken Steinboden mit sich. Und in den Händen trägt man auch noch messerscharfe Klingen.
Die beiden Scherenklingen sollen während des Tanzes aufeinander gekloppt werden. Der metallische Klang, der an ein Glockenspiel erinnert, gibt dabei den Rhythmus vor. Und der Takt ist ziemlich hektisch.
Dass der Scherentanz eine tief spirituelle Angelegenheit ist, machte Meister Ccarccaria, der in Traditionsfragen keinen Spaß versteht, den Besuchern klar. "Der Klang der Schere ist der Klang des Windes", sagte er. "Ihr müsst mehr Respekt haben - sonst strafen euch die Götter."
Schnell wurde den Tänzern klar, dass es in Peru nicht ums Faxenmachen geht. "Das ist kein Spiel", warnte Meister Ccarccaria die Ankömmlinge aus Deutschland. Die hatten ohnehin rasch andere Sorgen - vor allem die Atemnot und Herzschmerzen in ungewohnter Höhe von über 4.000 Metern.
Zunächst einmal ließ sich der peruanische Meister zeigen, was die "Let's Dance"-Tänzer so drauf haben. Dabei beeindruckte ihn vor allem die Kraft und Gelenkigkeit von Evgeny (30). "Das Potenzial hat meiner Meinung nach der Jüngere", sagte der Lehrmeister. "Der Ältere hat die Erfahrung."
Sergiu (37) führte eine seiner Lieblingsdisziplinen vor: Samba. Beeindrucken konnte er Meister Ccarccaria damit nicht so richtig. "Ich sehe ehrlich gesagt keinen der beiden als Scherentänzer."
Vielleicht hätten Sergiu und Evgeny nach dieser vernichtenden Einschätzung einfach ihre Sachen packen sollen. Denn wer will sich schon ohne Aussicht auf Erfolg die Knochen und Gelenke ruinieren? Die Volkstanz-Truppe machte beiden vor, was von ihnen verlangt wird - unter anderem ungebremste Landungen mit vollem Schwung auf dem Rücken.
Eine besonders befremdliche Scherentanz-Eigenart ist der Po-Tanz im Liegen. Dabei wirft man sich nur mit der Kraft der Gesäßmuskeln in die Luft und dann mit ganzem Körper zur Seite. An Hoppelhasen fühlten sich die Tanz-Touristen erinnert. Doch lustig war daran eigentlich gar nichts.
Die "Let's Dance"-Stars hatten Schmerzen am ganzen Körper. Da wurde ihnen klar, dass der Scherentanz einfach stärker war als sie. "Ich habe mich gefühlt, als hätte ich neu mit dem Tanzen angefangen", klagte Sergiu.
Auch Evgeny kam immer wieder an seine Grenzen. "Ich hoffe, wir sterben hier nicht", stöhnte er.
Um sich für die Schmerzen beim Scherentanz zu stählen, ließen sich die Besucher aus Deutschland auf die Kaktus-Mutprobe ein. Sergiu bekam dabei eine Stachelknolle auf den bloßen Rücken geschleudert.
Ein Problem aber blieb: die Atemnot.
Sergiu und Evgeny brauchten mentale Unterstützung. Ihr Lehrmeister Ccarccaria nahm sie daher auf einen Berggipfel mit - für ein Gebet und eine Zeremonie in luftiger Höhe. "Das war für uns überwältigend", freute sich Sergiu.
Teil des Höhen-Gottesdienstes waren auch Elemente, über die man nur staunen konnte. So drückte Ccaccaria den Gästen etwa eine verzierte Tier-Mumie an die Brust - ein früh gestorbenes Alpaka-Baby. Da half dann nur noch Beten.
Mit neuem Mut konnten sich die Gäste dem härtesten Teil der Prüfungen widmen - den letzten Vorbereitungen für die öffentliche Darbietung. Und plötzlich kam auch der Wettkampfgeist zurück. "Evgeny, ich mach dich platt", tönte Sergiu.
Die Vorführung auf dem Platz vor der ehrwürdigen Dorfkirche fühlte sich für Sergiu und Evgeny dann plötzlich an wie eine Kür - und nicht wie eine Pflicht. Die Scherentänzer aus Deutschland wollten ihre peruanischen Gastgeber stolz machen. Das gelang auch. In Teilen zumindest ...
Während sich Evgeny reinhängte und keine Muskelfaser schonte, fuhr sein Duellgegner Serigu eine andere Strategie. Er baute Spaß-Elemente in seine Darbietung ein - gespielte Entrüstung über einen störenden Furz etwa. Beim Publikum kam das gut an.
Trotzdem blieb letztlich kein Zweifel, wer den Scherentanz-Wettkampf gewinnen würde: Sowohl in Peru als auch in Deutschland entschied man sich für Evgeny als Sieger. Allerdings: "Für mich habt ihr beide gewonnen", sagte Ccarccaria. Und war stolz auf Llambis Tänzer. Nächsten Sonntag geht es bei "Llambis Tanzduell" weiter - mit einem Ausflug nach Irland.