Es begann als kurzer Spaß, spielte in der Folge einen Haufen Geld an den Kinokassen ein und endet jetzt in einer künstlerischen Bankrotterklärung: Der messerschwingende Rächer "Machete" kehrt auf die Leinwand zurück, um die Welt vor den Machenschaften eines übergeschnappten Super-Bösewichts zu retten. Leider vergisst er dabei, was eigentlich sein Hauptziel sein sollte - die Leute im Kino zu unterhalten.

Mit einem Fake-Trailer im Zwischenprogramm von "Grindhouse" - dem B-Movie-Projekt von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino - fing alles an. Dort arbeitete sich ein Söldner namens "Machete" mit seinem namensgebenden Buschmesser an allerlei bösen Buben ab. Hierzulande hat den Trailer kaum jemand gesehen, weil "Grindhouse" nicht als Gesamtfilm, sondern aufgeteilt in "Planet Terror" (Rodriguez) und "Deathproof" (Tarantino) gezeigt wurde. Doch als "Machete" dann in einer langen Fassung in die Kinos kam, fand sich auch bei uns ein so großes Publikum, dass er jetzt schon zum zweiten Mal in abendfüllender Länge auf die Leinwand kommt. Der Titel "Machete Kills" ist dabei Programm.

Als der durchgeknallte mexikanische Bösewicht Mendez (Demian Bichir) damit droht, Nuklearwaffen auf die USA abzufeuern, erinnert sich der US-Präsident (Charlie Sheen) an den Söldner Machete (Danny Trejo) und beauftragt ihn damit, Mendez zu töten. Machete ist eh gerade im Blutrausch, weil seine Freundin bei einem misslungenen Waffendeal von Terroristen getötet wurde. Dumm nur, dass Mendez nur kleiner Teil einer noch viel größeren Verschwörung ist.

Starbesetzung zündet nicht

Robert Rodriguez ruft wieder zum großen Trash-Fest, und alle machen mit: Neben Hauptdarsteller Danny Trejo toben sich in "Machete Kills" auch noch Superstars wie Charlie Sheen (unter seinem Geburtsnamen Carlos Estevez), Michelle Rodriguez, Antonio Banderas und Lady Gaga in ihrer ersten Filmrolle auf der Leinwand aus. Dass man von der Handlung nicht allzu viel erwarten sollte, versteht sich fast von selbst. Aber ein bisschen mehr als ein knapp zweistündiges Schlachtfest mit drei, vier guten Sprüchen hätte es schon sein dürfen.

Peinlicher Höhepunkt ist der Auftritt von Mel Gibson, der nach seinen letzten Eskapaden wohl froh ist, überhaupt noch Rollen angeboten zu bekommen. Hier versucht er sich an der Persiflage eines Bond-Bösewichts. Er sieht dabei aber so aufgeschwemmt und schwerfällig aus, dass sich die Frage nach seinem Alkoholkonsum förmlich aufdrängt.

Dem Rest des Ensembles merkt man immerhin an, dass die Dreharbeiten Spaß gemacht haben dürften. Demian Bichir oder Sofia Vergara toben sich in ihren skurrilen Rollen aus, Michelle Rodriguez darf mal wieder ganz die taffe Powerfrau geben, und Charlie Sheen macht auch als US-Präsident nichts anderes als in "Two and a Half Men" - trinken und Frauen abschleppen. Nur schade, dass die Dialoge in "Machete Kills" bemüht wirken und wirklich geistreiche Sprüche Mangelware sind.

Explosionen und abgetrennte Gliedmaßen

Freunde von abgetrennten Gliedmaßen und explodierenden Fahrzeugen kommen bei "Machete Kills" reichlich auf ihre Kosten - alle, die sich mehr erhofft hatten, werden dagegen enttäuscht.