George Clooneys neuer Film "Monuments Men" wird von den Kritikern zerrissen. Auf der Berlinale erntete die Tragikomödie sogar Buhrufe. Am 20. Februar läuft "Monuments Men" in den deutschen Kinos an. Ist der Film wirklich so schlecht?

Die Besetzung von "Monuments Men" liest sich wie das "Who is Who" von Hollywoods Schauspielerriege. Neben Regisseur und Hauptdarsteller George Clooney wirken Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray und John Goodman in dem Film mit. Außerdem erfreut sich das zentrale Thema von "Monuments Men", Kunstraub zur Nazizeit, seit dem Schwabinger Kunstfund bei Cornelius Gurlitt in Deutschland an gesteigerter Aufmerksamkeit. Die Voraussetzungen für einen erneuten Clooney-Coup wie "Confessions of a Dangerous Mind" oder "The Ides of March" stehen also mehr als gut.

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Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Während der Zweite Weltkrieg tobt, schicken die USA eine siebenköpfige Truppe, die Monuments Men, um George Stout (George Clooney) nach Deutschland. Ihr Ziel: Die Gruppe soll Kunstschätze wie Gemälde und Statuen aufspüren, die die Nazis gestohlen und versteckt haben. Doch die sieben Männer sind keine Soldaten, sondern eine zusammengewürfelte Truppe aus Museumsdirektoren, Architekten oder Kunsthistorikern. Nach einer schnellen Grundausbildung werden die Monuments Men an die Front geschickt. Und finden sich mitten im Kriegsgetümmel wieder.

Charaktere bleiben farblos

Den guten Voraussetzungen zum Trotz kann "Monuments Men" die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der Film scheitert vor allem an seiner vermeintlichen Stärke: der Star-Besetzung. "Monuments Men" will eine Art "Oceans Eleven" im Zweiten Weltkrieg sein. Das gelingt Clooney aber nicht. Dafür fehlt es der Tragikomödie an erzählerischer Tiefe.

Jede Filmfigur bekommt eine Eigenschaft verpasst. Goodman mimt einen witzigen Dicken, Bill Murray einen Lebemann und Matt Damon ist der Macher im Hintergrund. Die Charaktere bleiben jedoch farblos. "Monuments Men" will zwar jeden seine Geschichte erzählen lassen, räumt ihnen aber zu wenig Zeit ein. So haben die zweifellos guten Schauspieler keine Chance, ihre Figuren zu entwickeln. Am Ende des Films hat man nicht das Gefühl, einen Charakter näher kennengelernt zu haben.

Der Film hat zu viele Handlungsstränge, auch wegen der zahlreichen Geschichten rund um die prominenten Darsteller. Das geht zu Lasten von interessanteren Szenen. Die Grundausbildung wird in wenigen Minuten abgehandelt, obwohl sie durchaus witzige Dialoge zu bieten hat. Der Film wirkt dadurch gehetzt - obwohl er 118 Minuten dauert.

Dafür erzählt Clooney eine Liebesgeschichte zwischen James Rorimer (Matt Damon) und Claire Simone (Cate Blanchett), die am Ende gar keine ist. Es ist der einzige Handlungsstrang, an dem eine Frau beteiligt ist. Alleine aus diesem Grund eine Liebesgeschichte zu stricken, wirkt sehr konstruiert.

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"Monuments Men": Viele deutsche Schauspieler spielen mit

"Monuments Men" ist eine deutsch-amerikanische Produktion und wurde mit Geldern aus deutschen Filmfonds gefördert. Deswegen wirken neben der Hollywood-Starbesetzung auch zahlreiche deutsche Schauspieler mit. Unter anderem spielt Justus von Dohnányi einen Nazi mit dem martialisch klingenden Namen Viktor Stahl. Die Rolle des Bösewichts nimmt man ihm ab. Dohnány erfindet aber das Rad nicht neu. Stahl ist ein Klischee-Nazi, wie er in vielen anderen Filmen über den Zweiten Weltkrieg zu sehen ist: hart, herz- und erbarmungslos – ohne weitere Facetten.

Wer sich den Streifen trotz seiner Schwächen ansehen will, sollte sich unbedingt für die englische Originalfassung entscheiden. Viele Szenen leben davon, dass die US-Amerikaner die deutsche Sprache der Nazis nicht verstehen. Wenn man diese Dialoge auf Deutsch sieht, wirkt das merkwürdig und der Film verliert an Atmosphäre.

Auch wenn "Monuments Men" zu den weniger gelungenen Filmen von George Clooney zählt. Die weltweite Kritik wird bei ihm nur ein paar Schrammen hinterlassen. Und Frauen finden Narben ohnehin sexy.