"Ninja Warrior Germany - 4 Nationen Special": Sekundendrama am Mount Midoriyama

Nach einem dramatischen Finale um den Sieg bei der RTL-Show steht fest: Deutschland ist eine führende Ninja-Nation! Die deutschen Athleten boten den Teilnehmern aus anderen Ländern eindrucksvoll die Stirn.

Alex Wurm kämpft am "Seil der Wahrheit". In 28,91 Sekunden bezwang der aktuell beste Ninja-Sportler Deutschlands den "Mount Midoriyama"! Aber reichte das, um Team Deutschland zur erfolgreichen Titelverteidigung bei "Ninja Warrior Germany - 4 Nationen-Special" zu führen? Das finale Duell gegen Amerika wurde zum Drama ...
Diese sechs Top-Sportler wollten für Team Deutschland den Cup-Coup von 2018 wiederholen: Max Sprenger, Teamkapitänin Arleen Schüßler, Sladjan Djulabic (hinten von links), René Casselly, Oliver Edelmann und Alexander Wurm (vorne von links), die Crème de la Crème des deutschen Ninja-Sports, ging mit Heimvorteil in den Parcours in Karlsruhe.
Moderator Frank Buschmann schwärmte treffend von den "vereinigten Starken von Amerika": Flip Rodriguez, Jessie Graff, Neil Craver (hinten von links), Jamie Rahn, Teamkapitän Drew Drechsel und Isaac Caldiero (vorne von links) sind Ninja-Legenden. Isaac (2015) und Drew (2019) bezwangen den Mount Midoriyama - und kassierten je eine Million Dollar!
Seit 1997 läuft in Japan "Sasuke", das Vorbild für alle "Ninja Warrior"-Formate. Wenn England das Mutterland des Fußballs ist, ist Japan das des Ninja-Sports! Yusuke Morimoto (vorne, Mitte), Kapitän von Team Japan, debütierte als 15-Jähriger (!) bei Sasuke, war mehrmals Last Man Standing und bezwang den Mount Midoriyama 2015.
"Boaaah! Der pinkelt an den Baum! Was 'ne Duftmarke für die Konkurrenz!" Frank "Buschi" Buschmann eskalierte am Mikro wie René Casselly (22) im Parcours. Als erster Athlet des Abends flog René gleich zur Bestzeit. "Das war der Wahnsinn", war Laura Wontorra zu Recht begeistert vom perfekten Auftakt: die drei ersten Punkte für Deutschland!
Daheim nennen sie ihn "Crazy Craver", aber gegen René Casselly hatte auch Neil Craver (38) keine Chance! Der mehrfache "American Ninja Warrior"-Finalist ("Ich bin allergisch gegen alles Normale!") musste feststellen, dass der deutsche Parcours "kein Kindergeburtstag" (Buschi) ist. "Das Monster" (Jan Köppen) finishte mit der zweitbesten Zeit.
Im letzten Jahr führte Sergio Verdasco (23) die Spanier auf Rang zwei. Obwohl er auch diesmal seine Runde finishte, stand schnell fest: Die stolzen Spanier würden bestenfalls Dritter werden - Amerikaner und Deutsche waren zu stark. Im Duell um Platz drei setzten sich die Iberer gegen die Japaner durch.
Ayano Oshika (24), Bankangestellte in Tokio, sicherte einen Punkt für Japan, obwohl sie schon am Schienensprung (Foto) baden ging. Es blieb der einzige Zähler für die Japaner. Dass sie mit dem Niveau der anderen Nationen nicht mithalten konnten - kein einziger japanischer Ninja finishte seinen Parcours - war die größte Überraschung.
Das Publikum feierte Arleen Schüßler nach ihrer "bockstarken" Leistung frenetisch. Und obendrauf gab's eine Liebeserklärung: "Ich liebe dich!", jubelte Laura Wontorra (rechts) vor laufender Kamera. Arleen war glücklich - aber reichte die Top-Leistung, um das US-Girl in die Schranken zu weisen?
In Amerika wird Jessie Graff (35) "Wonder Woman" genannt und sie tritt dort auch im entsprechenden Kostüm an. Die Stuntfrau (unter anderem für "X-Men" und "The Dark Knight") schwebte "sanft und weich" (Jan) durch den Parcours. "Diese Frau ist der Hammer und ein echtes Role Model für alle Mädels, die Ninjasport betreiben, eine Ikone!", verneigte sich Buschi.
Jessie Graf kann alles - auch perfekt Deutsch: "Ich habe es geschafft!", freute sie sich, nachdem sie - als erste Ninja-Frau im deutschen TV - auch den Kamin bezwungen und damit gefinisht hatte. Sie gewann die "Powergirl"-Runde vor Arleen Schüßler, der Japanerin Ayano und der Spanierin Celine, mit 21 das Küken des Nationen-Cups.
"Oli hat geliefert!", jubelte Buschi nach Oliver Edelmanns (27) Auftritt. Der erste Last Man Standing in der Geschichte von "Ninja Warrior Germany" finishte souverän. US-Boy Flip Rodriguez (30) war gerade mal eine Sekunde schneller. Zwei Punkte für Deutschland.
"Es ist eine Ehre, hier für das Team dabei zu sein!" Max Sprenger (24), Urgestein der NWG-Bewegung und mehrfacher Finalist, war auch nach seinem Lauf zu Recht stolz. Obwohl er als erster deutscher Mann baden ging. Immerhin tat er es nicht - wie im NWG-Finale - an der "doppelten Himmelsleiter" (Foto), sondern erst am zweiten "Steuerrad".
Der "Nurejew des Ninjasports" (Buschi) tanzt wieder im Parcours! Jan feierte Sladjan Djulabics (30) Leistung als "Wiedergutmachung". Das NWG-Finale hatte er diesmal nämlich verpasst. In Runde drei nahm er sich sogar Zeit, im Parcours das T-Shirt auszuziehen - kopfüber an den "Steckkästen" hängend.
Alexander Wurm (23) ist zweimaliger deutscher Last Man Standing und schon jetzt eine NWG-Legende. Er zeigte eindrucksvoll, warum. In der zweiten Runde finishte er mit einer Bombenzeit, in der dritten kam er von allen Akteuren am weitesten, scheiterte erst bei der Landung nach dem "doppelten Trapez", dem letzten Hindernis. "Ein Wahnsinns-Typ", lobte Buschi.
Isaac Caldiero (37) schrieb als erster "American Ninja Warrior" (2015) ebenfalls Geschichte. Das schützt aber vor vorzeitigen Abgängen nicht! In Karlsruhe widerfuhr ihm das Missgeschick gleich zweimal: In Runde zwei schmierte er am zweiten "Steuerrad" ab (Foto), in Runde drei an den "Fingerleisten 2.0". Buschi: "Das ist 'ne fette Überraschung!"
"Ich will der Beste sein! Gut sein reicht nicht." Drew Drechsel (30), aktueller "American Ninja Warrior"-Millionär nutzte den zweiten Parcours zur "Demonstration" (Jan) in absoluter Bestzeit. In Runde drei stürzte aber auch er an den "Fingerleisten" ab. Jan: "Beruhigend, dass auch Ikonen mal Fehler machen."
Amerika und Deutschland schlossen die Vorrunden punktgleich ab: 21:21. Das Los entschied, dass Alex Wurm für Deutschland als Erster an den "Mount Midoriyama" musste. Nach 28,91 Sekunden war er obenauf. Aber bedeutet oben auch vorn? "Alles unter 30 Sekunden ist geil", hatte Buschi gesagt. Aber würde es gegen den "Über-Ninja" Drew Drechsel reichen?
"Ich mach' mir fast in die Hose vor Aufregung", gestand Laura, als Drew Drechsel ("Ich kenne das Spiel!") ins Seil sprang. Die Spannung war nicht zu steigern. Und das Drama auch nicht: Nach 27,95 Sekunden buzzerte Drechsel, Amerika war Champion - wegen 96 Hundertstelsekunden! Alex Wurm gratulierte Drew als Erster!
Team Amerika jubelt, aber Team Deutschland kann zufrieden sein. "Die Schweinchenschlaus können ruhig sein!" Buschi spielte damit auf die Kritiken an, die NWG ein niedrigeres Niveau als bei ANW vorhalten: "Es wurde bewiesen, dass die deutschen Athleten mit den US-Boys mithalten können. Und zwar locker!" Na dann, Revanche 2020!