"Ninja Warrior Germany": Frank Buschmann sorgt sich um seine Athleten

Die "stärkste Show Deutschlands" erweist sich auch wieder als die härteste. Manche Ninjas kämpfen verbissen trotz Verletzung im Parcours.

Jan Köppen frühstückt gern mal einen Clown. Diesmal stieg er nicht nur in die Niederungen des Flachwitzes, sondern von der Empore herab - und verwandelte den Parcours in einen Catwalk! Wollte er für ein leichtes Element sorgen? Denn Dramen gab es bei "Ninja Warrior Germany" auch diesmal genug ...
Beim Highländer gilt "Es kann nur einen geben". Bei NWG gilt: Acht Athleten kommen pro Vorundenshow ins Halbfinale. Auch Georg Ratke (Foto) gehörte zu jenen aus dem insgesamt 42 Kandidaten großen Teilnehmerfeld, die nicht im Halbfinale, sondern im Wasserbecken landeten. Zwei Daumen hoch aber für alle Teilnehmer, denn: "Dabei sein ist alles!"
Nein! Powerfrau des Abends wurde Pamela Forster. Die Präsidentin des österreichischen Parkour- und Freerunning-Verbandes machte Sabine Volz einen Strich durch die Rechnung - weil sie im Parcours der zweiten Runde ein bisschen weiter kam als Sabine beziehungsweise später baden ging. Deshalb tauchte sie als Halbfinalistin wieder auf!
"Ich bin ein Naturwunder!" So erklärte der 58-jährige Jürgen Müller seine Energie und Kraft. Der Staffelälteste, Berufskraftfahrer, Ex-Profifußballer und selbsternannter Ninja-Opi, flog zwar an den Ringen in der Vorrunde raus, war aber "Superstar der Herzen" (Laura Wontorra).
NWG ist Kult. Und verrückt. So jedenfalls präsentierten sich die Unterstützer von Claus-Uwe "Woutl" Weitzner. Aber der ist auch ninjasüchtig: Der Kinderchirurg - daher die Liebe zu Einhörnern - hat sich daheim einen eigenen Parcours gebaut. Es half: Er meisterte die Vorrunde und ritt auf seinem Einhorn-Freund Christian (l.) in Runde zwei.
Die Trainingszeiten von "Doc Unicorn" Claus-Uwe Weitzer sind hart: "Woutl", zum fünften Mal dabei, ackert auch früh um 4 oder spätabends um 23 Uhr! 2018 ließ er sich auch von einem Fingerbruch im Parcours nicht stoppen. Diesmal auch nicht, dafür vom Steuerrad: Er verpasste knapp das Halbfinale.
Tragischer Held, dein Name ist Giovanni Ertl! Der 22-Jährige war der einzige Athlet des Abends (und erst der vierte der Staffel), der die 5,50 Meter hohe "Mega-Wall" bezwang - und dafür 2.000 Euro Extrabrämie kassierte. Das muss er als Trostpflaster verbuchen, denn auch er schaffte es - hauchdünn - nicht ins Halbfinale.
Es klang verlockend: Omid Bayat (33) lud Frank "Buschi" Buschmann und Jan in sein Restaurant ein - wenn er in der zweiten Runde buzzern würde. Ob der meisterhafte Geräte-Schwinger tatsächlich "Chicken Schwings" auf seiner Speisekarte führt, wie Köppen kalauerte, bleibt ungewiss: Supermann Omid schaffte es zwar ins Halbfinale, aber er buzzerte nicht!
"Ich trage zwar ne Muschi, aber ich bin keine!" Beides bewies Norbert Schwarz eindrucksvoll. Erneut, denn beide - "Muschi-Hose" (Laura Wontorra: "Einmal MUSSTE ich das sagen!") und Mann standen schon 2018 im Finale. Auch diesmal überwand Norbert den Vorrundenparcours mit - äh - katzenhafter Leichtigkeit.
Alle NWG-Fans freuen sich auf Norbert Schwarz im Finale. Denn der 1,88-Meter-Hüne, der als Erster die "Sollbruchstelle Steuerräder" (Buschi) bewältigte, hat ein Versprechen gegeben: Wenn er ins Finale kommt, tritt der "Muschi-Mann" mit neuer Hose an: Da sollen dann statt Katze die Gesichter von Buschi und Jan drauf abgebildet sein.
"Das ist ein ganz kontrollierter Hangelphilipp", lobte Jan Köppen Marian Lotze. Der NWG-Neuling nahm beide Parcours mit souveräner Leichtigkeit und präsentierte sich als "Überraschungslurch" (Jan): "Total unscheinbar, aber bockstark!" (Buschi). Ein "spannender Typ" - und im Halbfinale.
Im letzten Jahr flog Milan Schirowski noch in der Vorrunde raus. Diesmal hangelte er sich mit einer "Top-Performance" mühelos ins Halbfinale. Das kam bei Jan top an, weniger Milans Outfit: "Über die Leggings reden wir nicht!" Das sagte ausgerechnet der, der mit fliederfarbener Jeans-Joppe einen geradezu selbstmörderischen Modegeschmack bewies.
Faxenmacher Jan - im Foto als "Säbelsalzstangenzahntiger" - ritt das Ulk-Teufelchen. Mit einer Catwalk-Einlage gab er Rätsel auf: Will er RTL und NWG Richtung ProSieben verlassen und dort für Heidi Klum mit dem neuen Format "Germany's next Ninja Warrior Top-Model" für Konkurrenz oder frischen Wind sorgen? Bei Buschi reichte es zum Mega-Lach-Flash.
Nicolas Baumann (22) schied in der Vorrunde aus. Aber für Buschi ist er zu Recht "ein Gewinner". Denn vor vier Jahren brach sich das Kraftpaket bei einem Unfall Genick und Bustwirbelsäule - doppelt und dreifach! Ihm wurden 20 Schrauben eingesetzt - bei der OP erlitt er zudem einen Schlaganfall. Nicolas kämpfte sich zurück - und in den Parcours.
Und noch ein Drama! Für Kim Marschner, immerhin Vorjahreszweiter, schien an der Mega-Wall schon alles vorbei. Kim stürzte ab. Leider ist er nicht, wie von Jan ("Der ist eine Katze!") vermutet, eine Mieze - denn die landet sicher auf allen Vieren. Kim aber verstauchte sich das Sprunggelenk. Wie wollte er so noch die kleine Wand erklimmen?
Minutenlang ließ sich Kim Marschner (31) vom Doc behandeln und tapen. Immer wieder versuchte er anzulaufen, zu gehen, sich einzuschätzen. "Jung, denk an deine Gesundheit", riet Buschi. Immerhin ist Kim Profi und verdient mit Klettern sein Geld. Würde er den Job riskieren für die Qualifikation für die zweite Runde?
"Was für ein Sportler!" hauchte Buschi ehrfurchtsvoll, als Kim nicht nur die zweite Runde erreichte, sondern bewältigte - mit dicker Bandage und sichtbar starken Schmerzen. Der Top-Athlet, mit 1,68 Metern "nur'n Kopf größer als ein Spiegelei" (Jan), bewies Biss. Als er die Steuerräder (Foto) bewältigt hatte, war er fürs Halbfinale qualifiziert.
So sieht ein Top-Favorit aus. Oder, so Jan, "ein Typ, den man auf der Straße aufgabelt und fragt: 'Haste Bock aufn bisschen Hangeln?'" - Jun Kim, Fotograf und erfahrener NWG-Athlet, hatte mit seinem Jeans-Style definitiv das lässigste Outfit. Und es hinderte ihn null: In beiden Runden legte er Bestzeit hin.
So seh'n Halbfinalisten aus! Norbert Schwarz, Marian Lotze, Jun Kim, Till Ebener (hintere Reihe von links), Milan Schirowski, Pamela Forster, Kim Marschner und Omid Bayat (vordere Reihe von links) qualifizierten sich und sind weiter im Rennen um den Siegpreis von 300.000 Euro.