Mit "Frühstücksfernsehen" überzeugt Kult-Komiker Olli Dittrich am Montagabend auf ganzer Linie: In neun verschiedenen Rollen parodiert der "Dittsche"-Star die karge, frühmorgendliche Fernsehlandschaft der öffentlich-rechtlichen Sender. Das Format begeistert die Twitter-Gemeinde und erzielt gute Einschaltquoten.

Ob als Außenreporter "Sandro Zahlemann", HSV-Star "Pipo" oder CSU-Bürgermeisterin "Ingrid Höffelhuber": Dittrich kreiert mit seinen skurrilen Figuren komische Geschichten, die auch "auf den dritten Blick wie aus dem wahren Leben wirken". Genau das ist auch das Ziel der Macher: kuriose Geschichten, die zwar frei erfunden, aber von der Wahrheit kaum zu unterscheiden sind. Dazu gehören "Sensationsnachrichten, die keine sind, übermüdete Witze der Moderatoren, schwadronierende Studioexperten, Gewinnspiele und Studiotiere - und natürlich Berichte aus Politik, Kultur, Sport und Boulevard" - eben all das, was dem Zuschauer im morgendlichen TV-Programm so alles über den Weg läuft und dabei auf eher unbeabsichtigte Art für Unterhaltung sorgt.

Um genau das aufs Korn zu nehmen, hat sich Olli Dittrich neun unterschiedliche Rollen ausgedacht, zum Beispiel die bayerische Bürgermeisterin "Ingrid Höffelhuber" von der CSU, die eine tolle Idee gegen Kinderlärm hat. Wie wär´s mit "Spielplatz 21"? Die Kinder spielen unter der Erde und das Gartenidyll ist wiederhergestellt. Der äußerst seriöse Moderator "Sören Lorenz" plappert mit Dauergrinsen sinnlos vor sich hin und der sächselnde ARD-Außenreporter "Sandro Zahlemann" berichtet von einem Chemieunfall, der nie stattgefunden hat.

Dem Fernsehpublikum hat Dittrichs TV-Satire offenbar gefallen, denn das "Frühstücksfernsehen" um Mitternacht war aus Quotensicht ein voller Erfolg: Rund 1,23 Millionen Zuschauer sahen zu so später Stunde die erste Ausgabe der neuen Sendung.

Im Studio wird Olli von der Schauspielerin und Komikerin Cordula Stratmann als Co-Moderatorin "Claudia Akgün" unterstützt. In eingespielten Filmen tauchen prominente Gäste wie Ben Becker, Reinhold Beckmann oder Hellmuth Karasek auf.

Die Kritiken im Netz sind äußerst positiv. "Spiegel-online" nennt den Verwandlungskünstler sogar in einer Reihe mit den deutschen Parodisten Loriot und Polt. Auch die Kommentare bei Twitter sprechen eine deutliche Sprache. @FensterRentner beispielsweise schreibt: "Bitte meine GEZ-Gebühren fürn Mai direkt auf sein Konto überweisen." oder @DerGottschalk: "Das Aufbleiben hat sich gelohnt". Die Twitter-Gemeinde ist begeistert von der neuen Dittrich-Sendung und wünscht sich mehr vom deutschen Humor. @DWDL ist der Meinung "Olli Dittrich macht die ARD endlich witzig". Na wenn das kein Ritterschlag für den Komiker ist.

Offenbar hat der WDR schon vor der Ausstrahlung beschlossen, eine Serie mit weiteren Folgen daraus zu machen. Die Zuschauer dürften sich auf alle Fälle über mehr "Frühstücksfernsehen" am Spätabend freuen.

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