(ncs/as) - Hoppla, was war denn da los? Noch bevor die offizielle Schlussfeier in London vorbei ist, verabschiedet sich das Schweizer Fernsehen von den Olympischen Spielen 2012. Mitten im Finale bricht der Sender die Übertragung ab - zum Entsetzen der sportverrückten Zuschauer.

Zwei Wochen lang zeigte das Schweizer Fernsehen (SF) live aus London Wettkämpfe, VIPs und große Emotionen. Doch ausgerechnet am letzten Abend der Olympischen Spiele patzt das Öffentlich-Rechtliche der Schweiz: Gleich nach den Abschiedsworten des IOC-Präsidenten Jacques Rogge kurz vor Mitternacht erklärt das SF die Spiele für beendet - obwohl die Zeremonie noch lange nicht zu Ende ist.

Grund hierfür soll die Verabschiedung der beiden SF-Olympia-Kommentatoren Beni Thurnheer und Peter Balzi gewesen sein. Denn wenn sie die Feier für beendet erklären, muss es wohl auch so sein. Ein Versehen, wie SRF-Mediensprecher Martin Reichlin auf Nachfrage des Boulevardportals "Blick.ch" mitteilt: "Es handelte sich um ein kommunikatives Missverständnis zwischen dem Kommentator und der SRF-Sport-Sendeleitung."

Die Schweizer Zuschauer können den Fauxpas des SF kaum fassen. "Die Rote Karte für das Schweizer Fernsehen" heißt es nach der Sendepanne bei Twitter neben Kommentaren wie "Man sollte die verklagen!" und "Peinlich und nicht zu begreifen!". Auch Markus Gilli, Redaktionsleiter der TV-Konkurrenz Tele Züri, zeigte sich empört: "Das gibt es doch nicht! Das Schweizer Fernsehen verpasst das Löschen der Olympischen Flamme. Man findet keine Worte!"

Die Konsequenzen dieses "Missverständnisses" kamen das Schweizer Fernsehen in Sachen Zuschauerquote teuer zu stehen: Wer sehen wollte, wie Take That die Bühne stürmen oder wie die Olympische Flamme erlischt, musste auf die Übertragung der ausländischen Nachbarn ausweichen. Sowohl das ORF als auch die ARD waren im Gegensatz zur Schweizer Fernsehinstitution live dabei, als der Sportevent des Jahres zu Ende ging.