Mit einem hervorragenden Schauspiel-Ensemble und viel schwarzem Humor wurde die A-capella-Parodie "Pitch Perfect" 2011 zum großen Überraschungs-Blockbuster. Die Fortsetzung bedient sich sämtlicher Elemente, die schon dem Erstling auf die Erfolgsspur verhalten - setzt jedoch in allen Belangen noch eine Schippe drauf.

Seit die Barden Bellas vor drei Jahren als erste Frauengruppe die nationale A-capella-Meisterschaft gewonnen haben, konnten sie den Titel souverän verteidigen. Doch nach einem schlüpfrigen Patzer bei einem Auftritt vor den Augen von Präsident Barack Obama, werden die Bellas von allen landesweiten Wettbewerben ausgeschlossen.

Mit einem Mal stehen Beca (Anna Kendrick) und ihre Kameradinnen in ihrem letzten Jahr am College vor dem Nichts. Die Bellas drohen auseinander zu brechen. Ihre letzte Hoffnung sind die A-capella-Weltmeisterschaften in Kopenhagen. Dabei müssen sie gegen ihre bislang härtesten Konkurrenten antreten: Die scheinbar übermächtige Supergruppe Das Sound Machine aus Deutschland.

Mehr von demselben

Die Handlung von "Pitch Perfect 2" unterscheidet sich im Grunde kaum von der des Vorgängers – eine Gruppe von Underdogs rauft sich zusammen, um über sich selbst hinaus zu wachsen und ein vermeintlich unerreichbares Ziel zu erreichen. Die Geschichte könnte auch die Grundlage für eine seichte Teenie-Schmonzette im Stile von "High School Musical" bilden. Doch genau diese Art von Film nahm schon Teil eins auf bitterböse Art und Weise auf die Schippe.

Anstatt an der bewährten Erfolgsformel zu rütteln, geht Elizabeth Banks ("Die Tribute von Panem") bei ihrem Regiedebüt nach dem Motto "mehr von demselben" vor. Wobei die Betonung auf "mehr" liegt. So werden die ohnehin grandios besetzten Bellas diesmal von Hailee Steinfeld verstärkt, die für ihre Rolle in dem Western "True Grit" an der Seite von Jeff Bridges 2011 im Alter von nur 14 Jahren bereits für einen Oscar nominiert war. "Pitch Perfect 2" könnte nun den endgültigen Durchbruch für die Nachwuchsschauspielerin bedeuten. Das eigentliche Highlight des Films ist jedoch erneut "Fat Amy" alias Rebel Wilson, die mit ihrer überspitzten und selbstironischen Darstellung alles überstrahlt.

In Punkto Humor schlägt "Pitch Perfect 2" einen noch etwas derberen Ton an als Teil eins. Dabei schwankt der Film zwischen Slapstick, erfrischendem Unsinn und rabenschwarzer Gesellschaftssatire - und überrascht ein ums andere Mal mit herrlichen "das haben die jetzt nicht wirklich gesagt"-Momenten. Etwa als die schrägen Kommentatoren des A-capella-Wettbewerbs (Elizabeth Banks und John Michael Higgins) den Gesangs-Showdown zwischen den Bellas und Das Sound Machine mit bierernster Miene als erbittertsten Konflikt zwischen den USA und Deutschland in der Menschheitsgeschichte ankündigen.

Musical und Teeniefilm für Musical- und Teeniefilm-Hasser

Auch Zuschauer, die normalerweise weder mit Teenie-Filmen, noch mit Musicals etwas anzufangen wissen, können an "Pitch Perfect 2" einen Heidenspaß haben. Denn durch die rotzfreche Parodie beider Genres entsteht ein ganz spezieller Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Die Gesangseinlagen sind darüber hinaus so originell arrangiert, dass sie den Film sogar noch aufwerten, anstatt zum Störfaktor zu werden.

Der einzige Wermutstropfen dürfte - wie so oft bei US-Komödien - die deutsche Synchronisation sein. Zumal es sich bei den Erzrivalen der Barden Bellas diesmal um eine Gruppe aus Deutschland handelt, lassen sich viele Gags in diesem Zusammenhang schlichtweg nicht übersetzen.