Der "Goldene Reiter" musste als siebter Promi das "Big Brother"-Haus verlassen. Im Interview spricht NDW-Star Joachim Witt schonungslos ehrlich über seine Zeit im Container, Sympathien, Jessicas Mission und persönliche Enttäuschungen.

Joachim, wie geht's dir nach fast zwei Wochen im Haus?
Sehr gut! Ich bin aber auch froh, wieder zu jeder Zeit überall hingehen zu können. Jetzt ist alles wieder meine freie Entscheidung!

Was war die Hauptbelastung? Der Freiheitsverlust oder das Miteinander?
Beides. Da ist zum einen das Gefühl, dass du den Situationen nicht entfliehen kannst. Das bin ich überhaupt nicht gewöhnt, denn ich reagiere bei Enge sehr empfindlich. Ich habe es als Experiment für mich gesehen. Mein Auftrag war aber der, mein Album "Thron" zu promoten. Im Endeffekt haben die Spannungen untereinander die Stimmung aber sehr beeinträchtigt und waren vordergründig.

Hat dich das TV-Abenteuer musikalisch inspiriert?
Ich glaube, dass es mir in der Hinsicht nicht viel gebracht hat. Es hat sich aber bestätigt, dass man nicht mit jedem gut können kann. Wenn die Notwendigkeit besteht, sich in einer Gruppe zu arrangieren, bin ich in der Lage, zu kooperieren und mich menschlich und fair zu verhalten.

Mit welchem Kollegen war es am schwierigsten und am einfachsten?
Am schwierigsten mit Prinz Marcus, am einfachsten mit Cathy.

Wirst du Kontakt zu jemandem halten?
Ich würde mich freuen, Cathy Lugner mal wiederzusehen, wenn man sich mal begegnet. An gezielte Treffen glaube ich nicht. Zu Mario Basler hatte ich einen guten Draht, bei dem war nichts Fassade. Da gab es am ehesten Berührungspunkte und Sympathie.

Glaubst du in der Welt der Prominenten an wahre Freundschaften?
Das gibt es sicher und hat mit Prominenz nichts zu tun. Man spürt, ob man einen menschlichen Zugang zueinander hat, was echt ist und was nicht.

Was hältst du von Jessicas Verhalten im Haus? Die ist ja sehr freizügig und anhänglich unterwegs.
Das ist Jessicas Mission: Sich auf Gedeih und Verderb in erotischer Form darzustellen und sich unbedingt – koste es was es wolle – in den Mittelpunkt zu rücken.

Würdest du nochmal einziehen?
Nein, ich habe die Erfahrung gemacht und abgeschlossen. Unterm Strich hat es mir wirklich was gebracht. Ich konnte mich den Menschen, die mich auf jeden Fall so nicht kannten, präsentieren, wie Joachim Witt ist. Abseits meiner Musik.

Was entgegnest du den Vorurteilen gegenüber "PBB", das sei niveaulose, stumpfe Unterhaltung?
Es kommt drauf an, wer drin ist! Es besteht grundsätzlich das Problem, es hochwertig zu besetzen, weil die Bereitschaft bei vielen interessanten Charakteren nicht da ist, da mitzumachen. Insofern ist es immer stark boulevardorientiert und in den meisten Fällen nicht besonders intelligent. Manchmal bestätigen sich die Vorurteile, manchmal nicht. Meinen Zweck und meine Erwartungen hat es erfüllt. Die ersten Reaktionen und Stunden danach sagen mir deutlich, dass es kein Fehler war, da reinzugehen.

Wer ist dein Topfavorit auf den Sieg?
Einen Favoriten habe ich nicht, aber eben Sympathien. Daher nenne ich Mario. Auch Frank, weil er als Ringer unterbezahlt ist.

Wie denkst du heute über deinen größten Hit "Goldener Reiter"? Hast du es jemals – warum auch immer – bereut, so einen großen Hit geschrieben zu haben?
Bereut nein. Ich war oft enttäuscht, weil es hin und wieder keine große Resonanz auf meine Arbeit gab. Das war ein wilder Wechsel der positiven und negativen Gefühle. Bereuen tue ich nichts, weil ich aus jeder Talfahrt etwas ziehen konnte, was mein Leben bereichert und meinen Erfahrungsschatz erweitert hat. Und mich somit auch fit gemacht hat für das "Promi Big Brother"-Haus!" (lacht)

Was möchtest du zuletzt noch zu deinem neuen Album loswerden?
"Thron" ist mit das Beste, was ich bisher gemacht hat. Es ist auch in der Lage, sehr viel mehr Menschen anzusprechen, als es mit der einen oder anderen Arbeit vorher passiert ist.  © top.de