Tag sieben im "Promi Big Brother"-Haus war der Tag, an dem die Hemmungen fielen und sich die Schleusen öffneten. Vor allem Claudia Obert und Sarah Knappik ließen es gestern kräftig fließen. Die eine den Alkohol, die andere die Tränen.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

So langsam ist Schluss mit lustig im Container – könnte man an Tag sieben eigentlich sagen, wenn es denn bisher lustig gewesen wäre. Was damit gemeint ist: Ab morgen geht die Nominierungsphase los.

Jetzt gilt es also für die Bewohner, die Zuschauer auf ihre Seite zu holen. Projekt "Ich bin kein Star, lasst mich hier drin" geht jeder Containiero aber auf seine ganz eigene Weise an.

Nehmen wir zum Beispiel den Eloy de Jong. Der ehemalige Boyband-Sänger verarbeitet offenbar immer noch die Geschichte mit dem Mundspreizer. Jedenfalls sitzt er im Sprechzimmer, heult wie ein Schlosshund und trägt sich mit dem Gedanken, das Haus zu verlassen.

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Das wollen die anderen natürlich verhindern und vor allem Willi Herren redet Eloy gut zu: "Eloy, die Leute lieben dich!" Da fängt sich der gute Eloy wieder und fasst neuen Mut: "Ich habe schlimmere Dinge überstanden im Leben." Der Zuschauer kann da nur mitfühlend nicken, alleine schon, wenn er an die "Big Brother"-Staffel mit Nino de Angelo denkt.

Claudia Obert versteht Milo Moiré nicht

Von so viel Gefühlsschwankungen ist Claudia Obert weit entfernt. Sie kennt nur eine Richtung: nach vorne. Das bekommt zuerst Nackt-Künstlerin Milo Moiré zu spüren. Ihre Performance, bei der sie mit Farbe gefüllte Eier aus ihrer Vagina gepresst hat, findet bei der Obert nur wenig Anklang. Noch weniger die Tatsache, dass das jemand toll findet: "Es gibt genug Gestörte."

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Ihre eigene Performance entfaltet Claudia Obert allerdings erst, als "Big Brother" für die Bewohner aus dem "Alles"-Bereich eine kleine Party schmeißt. Oder wie Willi Herren es ausdrückt: "Die Claudia war ja lattenstramm."

"Promi Big Brother" 2017: Sarah Knappik genießt heiße Dusche

Für Sarah Knappik geht es im Bereich "Alles" erst einmal unter die Dusche. Das Model genießt das warne Wasser in vollen Zügen. © ProSiebenSat.1

Die Bewohner des "Nichts" haben von der ganzen Schampus-Sause außer einem Fensterplatz allerdings nichts und dürfen den anderen deshalb lediglich beim Partymachen zusehen. Der Zuschauer konnte gestern also die Bewohner beim Beobachten der Bewohner beobachten – so viel Metaebene war selten bei "Promi Big Brother".

Bei Sarah Knappik fließen die Tränen

Sarah Knappik geht die Nominierungsphase statt mit Party mit möglichst allumfassender Offenheit an und legt wieder "einen Seelenstriptease" nach dem anderen hin. Besonders, als im "Alles"-Bereich Kinderbilder der Promis gezeigt werden, bricht es aus der Knappik heraus und ihre pummelige Vergangenheit holt sie wieder ein.

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Unter Tränen erzählt sie von damals und beteuert, dass "das alles real ist, Mann". "Nackter kann man sich nicht ausziehen. Wirklich jetzt." Offenbar muss sie die Echtheit ihrer Tränen mit noch mehr Tränen beglaubigen. "Ich hab einen Seelenstriptease vom Feinsten hingelegt", wird sie später diese Minuten beschreiben.

Auch den anderen Prominenten fällt Knappiks repetitive Offenheit auf: "Sarah steht für mich am wenigsten auf der Bremse, wenn es um das Offenbaren von Gefühlen geht", schildert Jens Hilbert seine Beobachtungen und ergänzt nach einer weiteren Seelenoffenbarung: "Wisst ihr, was ich immer so lustig finde, wenn ich die Sarah hier rumlaufen sehe? Ich denke immer, ich gucke Fernsehen gerade." Ja, was soll der Zuschauer da erst sagen.

Steffen von der Beeck geht sogar noch einen Schritt weiter und glaubt ausgemacht zu haben, dass die Knappik ständig auf die Kameras achtet: "Sie wiederholt vieles zwei-, drei, viermal, damit wir es auch alles mitbekommen haben." Was allerdings ein wenig unsinnig wäre, da ja im Container nahezu überall Kameras sind. Einen Gefühlsausbruch von Sarah Knappik zu verpassen, wäre demnach so, als würde Claudia Obert an einer offenen Flasche Champagner vorbeigehen.

Die Erkenntnisse von Tag 7 im "Promi Big Brother"-Container

Ob es Einfluss auf die morgige Nominierungsphase haben wird, kann man nicht wissen, dennoch sind die Erkenntnisse, die man an Tag sieben gewinnen konnte, enorm. Hier zum Abschluss der Kurzüberblick:

  • Vagina-Farb-Eier werden wahrscheinlich kein Massentrend.
  • Maria Hering trägt 2017 immer noch Hosen mit Tarnmuster und man fragt sich, wo sie bislang die Ed-Hardy-Cap versteckt hat.
  • Evelyn Burdecki ist "ein unberührtes Blatt" in der Medienbranche.
  • Claudia Obert ist eigentlich praktizierende Zen-Buddhistin: "When I fuck, I fuck."
  • Bei der Wahl des Alkohols achtet Sensei Obert vor allem auf innere Werte: "Hauptsache es macht bumm."