Robert De Niro: Ein Leben für die Schauspielerei

Der US-amerikanische Schauspieler Robert De Niro zählt seit den 1970er Jahren zu den führenden Charakterdarstellern Hollywoods. Filmklassiker wie "Der Pate – Teil II" (1974) oder "Taxi Driver" (1976) ließen ihn zu einem der gefragtesten Schauspieler der Gegenwart aufsteigen. Am 17. August feiert Robert De Niro seinen 76. Geburtstag. Sein Leben in Bildern. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Robert De Niro wird 1943 in New York geboren und wächst als Einzelkind in einer Künstlerfamilie auf. Sein Vater, Robert De Niro Senior, zählt zu den führenden abstrakt-expressionistischen Malern der USA. Seine Mutter Virginia Admiral ist Poetin und ebenfalls Malerin. Ihre Werke werden unter anderem im Metropolitan Museum of Art ausgestellt. Seine Eltern trennen sich 1945 und er lebt fortan bei seiner Mutter im New Yorker Stadtviertel Little Italy.
De Niro erhält in seiner Kindheit, aufgrund seiner blassen Hautfarbe, den Spitznamen "Bobby Milk". Mit zehn Jahren entdeckt er seine Liebe zur Schauspielerei, als er zum ersten Mal auf der Bühne steht und den ängstlichen Löwen in einer Schulaufführung von "Der Zauberer von Oz" spielt. "Ich wollte schon mit zehn Jahren Schauspieler werden“, erzählt der Schauspieler später.
Mit 16 Jahren verlässt Robert De Niro die Schule und will seinen Traum verwirklichen: Er strebt eine Karriere als Schauspieler an. Seine Eltern unterstützen ihn in seinen künstlerischen Ambitionen. Bei einer High-School-Tournee durch England und New York mit dem Stück "Der Bär", erhält der erst 16-Jährige seine erste Gage.
Danach tourt er als Schauspieler durch die Südstaaten der USA und spielt größere Rollen in verschiedenen Theaterstücken. Ab 1960 nimmt er professionellen Schauspielunterricht, unter anderem bei Stella Adler. Hier lernt er das sogenannte "Method Acting" - der Schauspieler erforscht den Hintergrund der Rolle am eigenen Leib und empfindet Gefühle nach.
Die erste Filmrolle lässt nicht lange auf sich warten: 1963 ergattert er eine Nebenrolle in "The Wedding Party". Die Komödie kommt allerdings erst 1969 in die Kinos und fällt bei den Kritikern und dem Publikum gleichermaßen durch. 1968 folgt der Spielfilm "Greetings" (Foto), der um Themen wie Sex, Gewalt und Vietnamkrieg kreist. Allerdings kann auch dieses Werk an den Kinokassen nicht überzeugen.
1968 zieht es ihn zurück ins Theater. Robert De Niro tritt in dem Off-Broadway-Stück "Glamour, Glory and Gold" auf und wird von den Kritikern positiv erwähnt. Dem damals 25-Jährigen wird ein großes Talent zugeschrieben und seine Schauspielpartnerin Sally Kirkland lobte ihn mit den Worten: "Ich habe noch nie eine brillantere Darstellung gesehen."
Anfang der 1970er Jahre wird die Oscar-Preisträgerin Shelley Winters auf ihn aufmerksam und vergleicht ihn mit dem jungen Marlon Brando. Sie schlägt De Niro Regisseur Roger Corman vor und so spielt er 1970 in "Bloody Mama" die Rolle des Lloyd Barker. Bereits zu dieser Zeit fühlt er sich extrem in die Charaktere ein und gibt später zu: "Es ist wahr, ich habe bei den Dreharbeiten mein Mittagessen in einem Grab eingenommen."
Es folgen weitere Filme wie "Hi, Mom!" (1970, Foto) und "Pforte zur Hölle" (1971). Allerdings bringen ihn diese Rollen in seiner Karriere nicht weiter. 1972 wittert er eine Chance: De Niro nimmt am Vorsprechen für die Rolle des Sonny Corleone im Film "Der Pate" von Francis Ford Coppola teil. Letzten Endes bekommt James Caan die Rolle.
Das Jahr 1973 wird für Robert De Niro zum Wendepunkt seiner Karriere. In "Das letzte Spiel" stellt der damals 30-Jährige den sterbenden Baseballspieler Bruce Pearson dar und gewinnt den New York Film Critics Award als "Bester Schauspieler" für seine herausragende Darbietung.
Eine schicksalhafte Begegnung: De Niro trifft auf Martin Scorsese (l.). Der Regisseur wuchs auch in "Little Italy" auf und gibt ihm die Rolle des John "Johnny Boy" Civello in seinem Film "Hexenkessel". Es handelt sich dabei um ein biographisch geprägtes Porträt von Kleinganoven, die sich im italienischen Viertel von New York durchschlagen. Der Film wird von den Kritikern in den Himmel gelobt und er kann auch an den Kinokassen überzeugen.
Nachdem Robert De Niro im Film "Hexenkessel" überzeugt hatte, gibt im Francis Ford Coppola 1974 die begehrte Rolle des jungen Don Vito Corleone in "Der Pate – Teil II". Al Pacino ist erneut als Vitos Sohn Don Michael Corleone zu sehen. De Niro hat sich auf die Rolle akribisch vorbereitet, um die berühmten Gesten von Vorgänger Marlon Brando perfekt zu imitieren.
"Der Pate – Teil II" wird zu einem weltweiten Erfolg und Robert De Niro zum neuen Star auserkoren. 1975 gewinnt er den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Performance als Vito Corleone. Den Preis kann er allerdings nicht selbst entgegennehmen, da er in Italien einen Film dreht. "Der Pate – Teil II" war elfmal für den Oscar nominiert und gewann sechs Goldjungen - auch in der Königskategorie "Bester Film".
1976 spielt De Niro die Rolle, die ihn endgültig als Charakterdarsteller in Hollywood etabliert. Unter der Regie von Martin Scorsese schlüpft er in "Taxi Driver" in die Rolle des Travis Bickle. Ein entwurzelter Vietnam-Veteran, der sich als Beschützer einer Prostituierten aufspielt und ein Blutbad anrichtet. De Niro ist für die Rolle unter anderem Taxi in New York gefahren. Das düstere Drama wird zu einem Filmklassiker der 1970er Jahre und erhält 1977 vier Oscar-Nominierungen.
Im Jahr 1976 heiratet Robert die Schauspielerin Diahnne Abbott. Im gleichen Jahr kommt Sohn Raphael auf die Welt. Diahnne bringt aus einer früheren Beziehung Tochter Drena in die Beziehung, welche von De Niro adoptiert wird. Allerdings ist das Glück nicht von Dauer: Im Jahr 1988 lässt sich das Paar scheiden.
Nicht alle seine Filmprojekte überzeugen. Sowohl "Der letzte Tycoon" (1976), indem er einen Filmproduzenten der 1930er Jahre darstellt, als auch das nostalgische Musical "New York, New York“ (1977) fallen beim Publikum durch. Der Vietnam-Epos "Die durch die Hölle gehen" (1978, Foto) wird wieder zu einem kommerziellen und künstlerischen Erfolg. Zu De Niros Co-Stars zählen Christopher Walken und Meryl Streep.
1980 spielt Robert De Niro in "Wie ein wilder Stier" eine weitere bedeutende Rolle seiner Karriere. In dem Schwarz-Weiß-Film von Martin Scorsese wird das Leben und die Karriere von Boxer Jake LaMotta nachgezeichnet. Für seine Rolle nimmt der Schauspieler ein ganzes Jahr Box-Training und wird von Jake LaMotta persönlich angeleitet. De Niro absolviert sogar drei Boxkämpfe, von denen er zwei gewinnt. 1981 wird er für seine schauspielerische Leistung mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
Danach folgt eine Durststrecke. Die Filme "Fesseln der Macht" (1981), "The King of Comedy" (1983) und "Es war einmal in Amerika" (1984, Foto) floppen an den Kinokassen - auch wenn sie von den Kritikern gelobt werden. Allerdings wurde "Es war einmal in Amerika" später rehabilitiert und gilt als Klassiker der 1980er Jahre.
1987 ist Robert De Niro wieder in einem großen Kinohit zu sehen. In dem Gangsterfilm "The Untouchables – Die Unbestechlichen" spielt er den berüchtigten Verbrecher Al Capone und Kevin Costner sowie Sean Connery seine Widersacher. Um den Mafia-Boss darstellen zu können, hat De Niro Gewicht zugelegt und sich eine Halbglatze rasieren lassen.
Der Psychothriller "Kap der Angst" (1991) wird wieder zum Erfolg für das Duo Martin Scorsese und Robert De Niro. Für den Film hat sich De Niro extra einen muskulösen Körper antrainiert und erhält für seine Darstellung 1992 eine Oscar-Nominierung. Er spielt einen tätowierten Psychopathen, der einen Anwalt und seine Familie terrorisiert.
1997 heiratet Robert De Niro Schauspielerin Grace Hightower. 1998 folgt Sohn Elliot. Er reicht 1999 die Scheidung ein, diese wird aber nie rechtskräftig. 2004 heiratet das Paar erneut. Auf seiner Farm in den Catskill Mountains geben sie sich das zweite Jawort. 2011 werden sie mit Hilfe einer Leihmutter erneut Eltern: Tochter Helen Grace kommt auf die Welt. Die Beziehung geht dennoch in die Brüche - 2018 trennt sich das Ehepaar endgültig.