Ronald Schill: So lebt der Super-Macho in Rio de Janeiro

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Der ehemalige "Richter Gnadenlos" ist 2006 nach Brasilien ausgewandert. Nach einem Kokainskandal glich sein Abschied einer Flucht. In Rio jedoch hat Ronald Schill so etwas wie sein Paradies gefunden. Und das mit ganz vielen hübschen Frauen, wie eine neue Ausgabe der VOX-Sendung "Goodbye Deutschland" zeigte. © teleschau - der mediendienst GmbH

So kannte man ihn. Ronald Barnabas Schill wurde Anfang der 2000er-Jahre vom "Richter Gnadenlos" zum Politiker (Partei Rechtsstaatlicher Offensive, auch als Schill Partei bekannt). Als Zweiter Bürgermeister der Hansestadt Hamburg fiel er vor allem wegen seiner markigen Sprüche auf. "Insgesamt muss das Verbrechen in Deutschland reduziert werden", so der Jurist damals.
Sich selbst klammerte Schill indes aus. Stolperte er doch unter anderem über einen Kokainskandal. Schill ging 2006 nach Brasilien. Dort lebt er bis heute in der Favela Pavão-Pavãozinho, einem Armenviertel - neben einigen "Banditen", wie er sagt. Zwischen jenen, die er doch einstmals bekämpfen wollte, fühlt sich Schill jedoch pudelwohl. Der berühmte Auswanderer: "Deutschland ist für mich abgehakt."
An der berühmten Copacabana ist das Leben aber teuer. "Die Mieten dort sind so hoch wie in Deutschland", so Schill. Seine Lösung: Er hat sich weiter oben ein kleines Haus gekauft - mit herrlicher Sicht auf Rio. Diesen Ausblick allerdings gibt es nicht ohne Anstrengung. Zwischen dem Strand und dem Heim vom Schill liegen 600 sehr steile Stufen durch mitunter gefährliches Favela-Gebiet.
Die Sonnenseiten des Lebens sind auch in Brasilien nicht kostenfrei zu haben. Doch wie finanziert Schill sich eigentlich? Der deutsche Staat ist es, der ihm sein Leben unter strahlend blauem Himmel möglich macht. Schill lebt von 1.900 Euro Pension.
Das ist viel Geld in einem Armenviertel in Rio. Dort sollen Menschen schon für viel weniger ermordet worden sein. Angst, ausgeraubt zu werden, hat Schill nach eigener Aussage aber nicht. Ohnehin gelten dort andere Regeln. "Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz: Wer seine Mitbewohner in der Favela beraubt oder sonst irgendwie schädigt, wird am nächsten Tag erschossen."
Lediglich 15.000 Euro hat Schill für sein kleines Eigenheim über den Dächern von Rio bezahlt. So hübsch der Blick aus seinem Küchenfenster auf die pulsierende Metropole auch sein mag, so spartanisch ist das Haus eingerichtet. Schill gefällt's so. Ohnehin erfülle sein Haus nur eine ganz bestimmte Funktion ...
"Mein Haus ist ein Frauenhaus", erklärte Schill klipp und klar. Das bedeutet: Bei ihm "weilt" ständig Damenbesuch. Schill: "Das ist so organisiert und gewollt!" Beim Besuch des VOX-Teams beglückte ihn gerade Fernanda.
Das muss man dem Schill schon lassen. Er kümmerte sich rührend um seine Fernanda. Für einen kleinen Drink gab es sogleich ein Küsschen.
Auch sonst sind dem Exilanten die jungen Schönheiten einige Bemühungen wert. Er gab zu: "Ich habe eine Fassadenerneuerung durchgeführt. Die Fre**e ist renoviert worden. Das musste sein, denn man sollte auch als Mann mit der Attraktivität nicht zu weit hinter der seiner Gespielinnen zurückbleiben."
Ein besonderer Job führte Schill nach Pomerode. In dem Ort, rund 1.000 Kilometer von Rio entfernt, wird vor allem Deutsch gesprochen. Kein Wunder: Pomerode hat mit etwa 92 Prozent der 30.000 Menschen zählenden Stadtbevölkerung den größten Anteil deutschstämmiger Einwohner in Brasilien. Schill - irgendwie doch wieder daheim - freute sich: "Es gibt hier die drittmeisten Fachwerkhäuser der Welt.
Schill ist zum Arbeiten dort. Der 59-Jährige wurde als Juror zur Wahl der "Miss Pomerode" engagiert. Ganz im Schill-Stil sitzt er zwischen seinen beiden Mit-Jurorinnen.
Und hier, links im Bild, ist sie, die "Miss Pomerode 2018". Schill, ganz der Frauenkenner, sah sich in seiner Wahl bestätigt. "Diejenige, die ich persönlich mit den meisten Punkten bedacht hatte, hat dann auch gewonnen", verkündete er. Aber wie hieß die Schönheitskönigin noch gleich? Schill: "Keine Ahnung!"
Offen ließ Ronald Schill, wie lange er denn noch in Brasilien bleiben wolle. Auch ein Leben in einem anderen Land könne er sich vorstellen. Aber bitte nicht mehr in Deutschland! Bleibt er in Brasilien, hat er auch schon einige Pläne ...
Schill, inzwischen gut auf Tour, kündigte an, dass er in der Jury der kommenden Miss-Wahl im Knast von Sao Paulo sitzen wolle. Der Ex-Richter erklärte: "Welche Früchte der brasilianische Strafvollzug bereithält, das wäre noch einmal etwas ganz Großes, dem ich entgegensehe."
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