In Satrup nahe Flensburg kreuzen sich wichtige Landstraßen. Genau dort steht der "Gasthof Satrup Krog". Ideale Lage, beste Auslastung. Doch dann kam Corona. Und Frank Rosin muss in der neuen Restaurantretter-Folge das gastronomische Herz des Dorfs vor dem Infarkt bewahren. Ein Schock-Einsatz.

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Es ist ein Laden, in dem man sich sofort willkommen fühlt - auch als gerne mal überkritischer Zwei-Sterne-Koch: Die Traditionsgaststätte "Satrup Krog" ist weit mehr als nur ein gut eingeführtes Restaurant, das sich bis vor Kurzem vor allem auf den starken Zuspruch der ortsansässigen Vereine und Stammtischrunden sowie auf viele Familienfeiern im Dorf und aus dem Umland verlassen konnte.

Es ist auch ein Ort, an dem alles passt: Mit Christian und Stefanie Tobies sind da zwei hochkompetente Wirtsleute, die das nordische Herz am richtigen Fleck haben. Da ist ein gut eingespieltes, flinkes und freundliches Service-Team und eine Tippi-Toppi-Küche, die sogar Rosin, der sonst in der verdeckten Ecke noch Fettablagerungen oder Ekelreste findet, komplett sprachlos macht. Eigentlich alles in Butter. Aber eben nur "eigentlich".

"Als der Lockdown kam, war ich wie gelähmt", stöhnt die sonst so resolute Steffi mit bleichem, übernächtigten Gesicht in die Kameras. Sie wirkt den Tränen ebenso nahe wie ihr Mann, der früher breitbeinig und selbstbewusst über sein Küchenreich gebot. Jetzt wirkt er wie gebrochen - und in Trance. "Schock-Lähmung", lautet Frank Rosins harte, aber zutreffende Diagnose. "Fast alle Gäste haben alle geplanten Veranstaltungen abgesagt", klagt die 40 Jahre alte Wirtin. Corona hat den "Krog" in die Knie gezwungen. Die Gasträume sind verwaist, selbst in den Außenbereich verirrt sich kaum ein Außer-Haus-Esser. "Hier tobt eigentlich sonst das Leben", sagt Steffi - und kämpft gegen das Weinen an.

Rosins Restaurants: Kampf gegen die Schock-Lähmung

"Wir haben kein Geschäft mehr", weiß der Wirt. Die Kosten für Personal und Materialeinsatz wachsen ihm und seiner Frau über den Kopf. Die Einnahmen gehen gegen Null. Und von einem angemessenen Unternehmergewinn als Kompensation für ihren kräftezehrenden Einsatz kann das Gastronomen-Paar nur träumen. Und dann ist auch noch das gemeinsame Haus abzubezahlen. Frank Rosin bringt ehrlich, aber wie so oft eben in seiner ungeschönten Ruhrpott-Direktheit das Dilemma auf den Punkt: "Es ist auch wirklich ein Scheiß mit dieser Krise."

Um den Krog nicht endgültig zusperren zu müssen, wären Christian und Stefanie eigentlich gezwungen, einen Umsatz zwischen 50.000 und 70.000 Euro im Monat zu erwirtschaften. Ein absoluter Hohn, in Pandemie-Zeiten auch nur von derlei Zahlen zu träumen. Der Absturz ins Nichts scheint unausweichlich: "Ich gebe uns nur noch zwei Monate", meint Christian.

Rosin wird ungewohnt persönlich

Dann aber rollt die Rettungsmaschinerie an. "Ihr seid sehr gute Gastronomen. Ihr müsst die Situation wahrnehmen, dass ihr euch verändern müsst", nimmt Rosin die "Krog"-Betreiber ins Gebet.

Und dann ein ungewohnt persönlicher Moment, in der der meist so temperamentvolle Star-Koch und Gastro-Unternehmer selbst wie verwandelt wirkt: "Ich war auch in Schock", erzählt Frank Rosin. "Ich hatte auch Angst. Ich habe viel Geld verloren." Wichtig sei aber nun, sich selbst wieder wachzurütteln - und in der höchsten Not über sich hinauszuwachsen. "Du musst Kapitän des Schiffs sein", sagt er zu Koch Christian. "Und durch den Sturm da durch."

Aufbruch zu neuen Ufern

Doch was tun, wie raus aus der "Schockstarre", die Rosin den Restaurant-Betreibern vorhält? Tatsächlich muss in Satrup nicht nur ein Konzept für ein Überleben in erbarmungslos harten Corona-Zeiten gefunden werden. Als der vom Restaurantretter zusammen mit Marketing-Fachfrau Eva-Miriam Gerstner ebenfalls mit angekarrte Finanzexperte Thomas Hirschberger sich die "Satrup Krog"-Zahlen genauer vornimmt, steht dann doch eben schnell fest: Auch schon vor Krisenzeiten beuteten sich Chris und Steffi durch schlechtes Finanzmanagement selbst aus. "Wenn ihr den Umsatz vor der Krise nicht erwirtschaften konntet, wird das jetzt auch nicht funktionieren", mahnt der quirlige Bayer mit dem Kosten-Durchblick streng.

Also: in die Hände spucken. Frische Gedanken zulassen. Alles neu denken. Und auf die alten Stärken besinnen. "Wenn er jetzt aufgibt, wird er sich das nie verzeihen", sagt Rosin über Koch Chris. Und auch damit liegt er genau richtig: Immerhin lässt sich der nur äußerlich zurückhaltende Nordmann nicht so schnell einschüchtern. Zusammen mit seiner Frau schmiedet er einen neuen Plan: Anstatt das ruinöse À-la-Carte-Geschäft weiterzuverfolgen, soll aus dem "Krog" ein Familienlokal für privat geplante Feiern und kulinarische Themen-Abende werden. Eben all das, was sich auch mit Abstandsregelungen und Adressenlisten gut organisieren lässt in Corona-Zeiten.

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"Jetzt hat er Selbstvertrauen"

Schon wird in der Küche wieder Gas gegeben. Wenn schon ein "Schleswig-Holstein-Heimatabend" steigen soll, dann muss hinter den Kulissen auch wirklich alles stimmen. Und es spricht für seine Größe und den Profi in Christian Tobies, dass er bereitwillig Tipps von Frank Rosin annimmt - auch wenn er ja eigentlich schon längst weiß, wie der Heide-Hase hoppelt. "Wann hat man schon die Chance, mit einem Zwei-Sterne-Koch zu kochen und schön zu schnacken?" Ja eben! Rosin überlässt ihm ein originelles Schollen-Rezept, das wirklich Pfiff hat. Mein lieber Scholli!

Tobias Hirschberger setzt parallel mit Vertretern der Gemeinde, die offiziell Verpächter des "Krog" ist, in zähen, letztlich dann aber doch zielführenden Verhandlungen einen neuen Pacht-Vertrag um: Künftig wird der Dorf-Gasthof, den die Gemeinde als Herz und Treffpunkt des Ortes unbedingt erhalten möchte, nicht mehr zur täglichen Öffnung verpflichtet sein, sondern kann sich auf die exakt vorgeplanten Gastro-Themenabende konzentrieren. Bis Oktober bleibt das Wirtshaus zudem geschlossen, sodass hinter den Kulissen das neue Konzept umgesetzt werden kann.

Rosin: "Ein gutes Konzept für die Zukunft"

Ausnahmen gibt es dann allerdings doch. Auf dem großen Sommerfest zeigen Chris und Steffi, wie sie sich - inspiriert durch die zupackenden Restaurantretter - den neuen "Krog" vorstellen können. Eingeladen ist der ganze Ort. Und er zeigt sich begeistert!

"Es hat geschmeckt. Das ist ein gutes Konzept für die Zukunft", lobt zum Schluss auch ein strahlender Frank Rosin. "Die Angst ist weg." Kapitän Chris steht in der Küche - und wirkt cool und locker. "Jetzt hat er Selbstvertrauen." Dafür ist diese Sende-Reihe doch Gold wert.  © 1&1 Mail & Media/teleschau