Der Kölner Privatsender RTL stellt seinen Montagabend um. Um 20:15 Uhr wird Sternekoch Christian Rach auf die Pirsch geschickt, um Skandale aufzuzeigen und den Zuschauer zu überraschen. Nach "Rach deckt auf" kommt mit Alt-Journalist Günther Wallraff und seinem "Team Wallraff" ein weiteres Investigativ-Format. Quoten bringt's allemal.

Die Primetime startet mit Christian Rach, der in der ersten Folge seiner neuen Show die schlimmen Folgen von Zucker und Fast Food aufzeigt. Dafür wird ganz in RTL-Manier eine Familie ausgesucht, die den harten Entzug durchstehen muss. Die Folgen: diverse Entzugserscheinungen. Miese Laune, körperliche Schmerzen und Tränen garantiert.

Rach bietet der gemüsehassenden Familie Dahmen natürlich viele Ratschläge, den Heißhunger zu bekämpfen. Doch Gemüse schmeckt "ganz ehrlich: Scheiße", findet nicht nur der Familienvater. Auch der Vorschlag, das Zuckerbedürfnis mit einem Apfel zu befriedigen, findet nur wenig Zustimmung.

Rach darf rumreisen

Während Familie Dahmen nun also mit den Folgen des Zuckerentzugs zu kämpfen hat, darf Christian Rach nach London und Las Vegas reisen, um dort das Fast Food kennen zu lernen. Die mageren Erkenntnisse: Amerikaner lieben fettiges Essen und in London gibt's gesundes Mittagessen - Günther Wallraff wäre nicht gerade stolz auf ihn.

Dieser folgte gleich nach "Rach deckt auf" um 21:15 Uhr. Mit "Team Wallraff" sendet RTL ein Format mit dem Investigativ-Journalisten, in dem der 71-Jährige zwar im Titel genannt wird, in der Sendung aber weitgehend im Hintergrund bleibt. Dies kaschiert gut den befremdlichen Umstand, dass ein Aufdecker wie Wallraff ("Der Türke Ali") mittlerweile inmitten von Kuppelshows wie "Bauer sucht Frau" und Seifenopern á la "GZSZ" für RTL auf Quotenjagd geht.

Wallraff schickt sein "Team"

In der Pilotfolge der Sendung darf nun anstatt Wallraff eine RTL-Reporterin verdeckt recherchieren. Pia Osterhaus arbeitete monatelang als Reinigungskraft in Hotels, um die Missstände bei der Behandlung dort aufzudecken. Miese Bezahlung, Entwürdigung durch Vorgesetzte und der ständige Druck von oben sind dort an der Tagesordnung.

Günther Wallraff agierte in der einstündigen Sendung nur aus dem Hintergrund, er wünsche sich mehr investigative Nachwuchsjournalisten, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Den habe er im Ausland schon gefunden, hierzulande noch nicht.

Top-Quoten für Rach und Wallraff

Trotz - oder gerade wegen - der unappetitlichen Themen der beiden Sendungen konnte RTL einen Quotenerfolg am Montagabend einfahren. Wie der Branchendienst "Meedia.de" berichtet, sahen 3,23 Millionen Zuschauer "Rach deckt auf" und 3,51 Millionen "Team Wallraff". Starke 12,4 und 13,9 Prozent für den Kölner Sender. (abi)