Seit knapp drei Wochen dümpelt RTLs "Verführungsshow" "Temptation Island" ereignislos vor sich hin. In Folge vier soll mit Zianias Ex-Bekanntschaft Alex mehr Spannung einziehen. Der Neue verrät auch gleich das unfassbare Würzverhalten seiner Ex und ja, das war bereits das Aufregendste an der ganzen Show.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Was war "Temptation Island" nicht für ein vielversprechendes Trash-TV-Format. Man schicke vier Pärchen auf eine Insel, verteile sie geschlechterspezifisch getrennt auf zwei Traumvillen und konfrontiere die Männer und Frauen mit jeweils einem Rudel beziehungszerstörungsbereiten Fitnessmodels, um zu testen, ob die Partnerschaft die ganzen verführerischen Sixpacks und Dekolletés unbeschadet übersteht.

Freunden des Voyeur-Fernsehens müssen angesichts dieses Konzepts die Freudentränen in den Augen gestanden haben, versprach dieser völlig ohne Not geborene Beziehungstest doch Dramen, Eifersuchtsszenen und Rachegelüste vom Feinsten, mindestens aber Fernsehen unterhalb einer messbaren Gehirnaktivität.

Worte statt Taten

Nach den ersten drei Folgen weiß man nun, dass es in der Tat kaum messbare Aktivität gibt – allerdings in allen Bereichen. Keine Szenen, kein Dramen, keine Rache, keine Verführung. "Temptation Island" hat so viel Puls wie ein Eisberg.

Dabei kann man RTL keinen Vorwurf machen, es nicht wenigstens versucht zu haben. Abends am Lagerfeuer werden den Kandidatinnen und Kandidaten sorgsam auf Beziehungsgefährdungspotenzial gefilterte Szenen gezeigt, die Moderatorin Angela Finger-Erben wenig subtil suggestiv kommentiert, um nicht vielleicht doch ein wenig Eifersucht aus den Teilnehmern zu pressen.

Bislang scheint das Konzept aber nicht wirklich aufgegangen zu sein, denn die Kandidaten machen nichts, was ein Paartherapeut kritisieren würde und auch die vermeintlichen Verführerinnen und Verführer punkten eher durch Ankündigungen, was sie nicht alles machen würden, als durch Taten.

Nach drei Folgen sieht man also vor allem viel Herumgelümmele, von einer "Insel der Verführung" ist bislang nichts zu spüren. RTL will das Verführungsdefizit in Folge vier nun mit einer Personalaufstockung beheben. Bei den Herren zog bereits in der vergangenen Woche mit Anastasiya eine Dame ein, die insbesondere Salvatore wuschig machen soll.

"Ich bin Alex und die Frauen stehen auf mich"

Bei den Damen setzt die Produktionsfirma hingegen zum einen auf Christian, der Frauenverführung als persönliche "Challenge" sieht und zum anderen auf einen gewissen Alex, der bei seiner Vorstellung gleich sein Alleinstellungsmerkmal benennt: "Hallo ich bin Alex und die Frauen stehen auf mich."

Eine Frau stand offenkundig bereits auf ihn, denn wie sich herausstellt hatten Ziania und Alex bereits etwas miteinander. Die Betonung liegt hierbei auf "etwas", denn was das genau war, darüber sind sich die beiden bei einem Gespräch nicht ganz einig: "Ich weiß nicht so genau, ob wir beide von der gleichen Sache reden", gibt sich Ziania ratlos.

Klärungsbedarf, was das genau zwischen den beiden war, hatte offenbar auch RTL, wie Alex beim ersten Aufeinandertreffen mit Ziania erzählt: "Die wollten eine Bestätigung, dass wir uns wirklich kennen. Da hab ich halt so ein paar Sachen gesagt. Dass du mit zu wenig Salz kochst." Angesichts solcher Gespräche dürften sich auch bei RTL Zweifel breit machen, ob der junge Mann wirklich fähig ist, dem Ganzen ein bisschen Puls zu verleihen.

"Ich hab' Arsch" - "Dafür hab' ich Schwanz"

Der wäre nämlich dringend nötig, denn auch Folge vier hält nicht, was die ersten drei bereits nicht versprochen haben. Es grassiert mal wieder die Langeweile, selbst die Dates zwischen den Kandidaten und ihren vermeintlichen Verführern versprühen so viel Prickeln wie eine angebrochene Flasche stilles Wasser.

Es bleibt wieder nur beim Ankündigen: "Ich kann nicht ausschließen, dass da vielleicht mehr passieren wird", erklärt beispielsweise Anastasiya nach einer in-die-Augen-guck-Meditation mit Salvatore. Was dieses "mehr" sein könnte, wird dem Zuschauer da wohl schon egal gewesen sein.

Und so bleibt Folge vier, wenn überhaupt, nicht wegen der groß angekündigten Verführungskunst in Erinnerung, sondern weil die Produktionsfirma mit dem Pärchen Christina und Salvatore zumindest in puncto Trash-TV-Gespräche ein bisschen was richtig gemacht hat.

So berichtet Salvatore zum Beispiel einer der Damen, was er über seinen Konkurrenten James denkt: "Er kennt sich mit Frauen so gut aus, dass er weiß, wie er systematisch an eine Frau rankommt. Der ist schlau, der Junge. Das ist das einzige, was ihm Gott gegeben hat. Ein bisschen Gehirn. So ein bisschen Gehirn in der Hinsicht. Aber sonst ist das ein Lutscher." "Also du in dumm?", fügt die Dame fragend hinzu.

Christina bekommt von dieser Redseligkeit in der Damen-Villa zwar nichts mit, steht so viel Eloquenz aber beim abendlichen Tanzen mit James in nichts nach: "Ich hab' zwar keine Hüfte, aber Arsch." "Dafür hab' ich Schwanz", erwidert James. Na dann.

Alle Folgen von "Temptation Island - Versuchung im Paradies" ab dem 06.03.2018 exklusiv bei TVNOW

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