Leslie Clio ist die große Unbekannte der aktuellen Staffel "Sing meinen Song". Nicht unbedingt musikalisch, sondern vor allem, weil sie sich auf der Couch bisher kaum aus der Reserve locken ließ. Am Dienstag war nun ihr Abend. Eine gute Gelegenheit also, mehr über die blonde Sängerin zu erfahren. Das tat man dann auch tatsächlich.

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Leslie wer? So oder so ähnlich dürfte die erste Reaktion bei vielen "Sing meinen Song"-Zuschauern ausgesehen haben, als sie hörten, dass in dieser Staffel Leslie Clio dabei sein würde. Vielleicht war es auch ein "Leslie Clio? Ist das nicht die mit 'I Couldn't Care Less?'".

Nach den ersten Ausgaben der aktuellen Staffel könnte eine Beschreibung der Sängerin auch so lauten: "Leslie Clio? Ist das nicht die, die bei 'Sing meinen Song' immer so schaut, als ob sie auf all das keine Lust hätte?"

Aber der Reihe nach: Leslie Clio ist mit Sicherheit keine völlig Unbekannte, aber im Vergleich zu ihren aktuellen "Sing meinen Song"-Kolleginnen und Kollegen wahrscheinlich die am wenigsten Bekannte. Aber das hat bei der Show auch eine gewisse Tradition, man denke nur an Gregor Meyle, Daniel Wirtz oder Seven.

Wer ist Leslie Clio?

Nun also Leslie Clio. Den Eindruck, dass sie das alles irgendwie gar nichts anginge, kann man bei "Sing meinen Song" durchaus gewinnen, ist die Hamburgerin doch bei den obligatorischen Lobhudeleien und emotionalen Ausbrüchen die Zurückhaltendste. Das kann aber auch einfach eine Frage des Temperaments sein.

Wahrscheinlich sogar, denn dass Clio ein bisschen weniger extrovertiert ist, ist auch den anderen Musikern aufgefallen: "Leslie als Mensch, wenn man sie trifft, ist nicht Typ offenes Buch", erklärt in der jüngsten Folge Mark Forster und Johannes Strate meint: "Leslie ist schon eine sehr spezielle Person mit einem wahnsinnig zynischen Humor."

Umso spannender ist daher die Frage, wer sich hinter der 31-Jährigen verbirgt. Welche Geschichten sie zu erzählen hat, warum sie das, was sie macht, macht und wie. Und vor allem: Was denkt Clio über sich selbst und ihre Musik?

Ein Leben für die Musik

"Ich war schon in der Schule die Sängerin. Und da war mir schon klar: Ich geh nicht von dieser Erde ohne ein Album gemacht zu haben", erklärt die blonde Hamburgerin den Umstand, dass sie schon sehr früh wusste, wohin die Reise gehen wird.

Reise beschreibt ihr Leben ohnehin ganz gut, denn das ist geprägt von Neugier, Offenheit, Suchen, aber auch dem Wunsch, irgendwo anzukommen. "Ich bin komplett wurzellos", erklärt Clio an ihrem Abend. Sehr viel mehr Privates verrät die Sängerin nicht, aber immerhin, dass sie sich als Einzelkind immer nach einer Großfamilie gesehnt und diese dann in einem Internat gefunden hat.

Dort entdeckt sie dann auch ihre Verbundenheit zur Musik, paukt Englisch anhand von Booklets. Als sie dann im Studio tatsächlich ihr erstes Album aufnimmt, ist das für sie wie das Zusammenfügen all der musikalischen Puzzleteile, die sie bis dahin gesammelt hat. "Ich habe mir mal die Mühe gemacht, es Soulpop zu nennen", erzählt Clio über das, was dabei herausgekommen ist – ihre Musik. Und genau die wird natürlich am Dienstagabend auch gespielt.

Mark Forster wagt sich an Clios bisher größten Hit "I Couldn't Care Less", den Clio für sich "aus einer Laune heraus" geschrieben hat. Forster interpretiert ihn "maskuliner" wie Clio findet. Judith Holofernes macht sich danach über "Be with You" her und aus dem "unschuldigen, gut gelaunten Liebeslied" einen "punkigeren, bassrifflastigeren und schrabbeligeren" Song.

Näher am Original bleiben danach Mary Roos mit "Sister Sun, Brother Moon" und Marian Gold mit "Game Changer" ehe Johannes Strate "Damage Done" das Rocken beibringt. Rea Garvey gibt dann mit einer gefühlvollen Akustik-Gitarren-Version von "Fragile" den Rausschmeißer.

Leslie Clio: "Hör's dir an, das bin ich und ciao"

Nun kann man die Neuinterpretationen mögen oder nicht. Dass die Lieder aber auch in ihren Fremd-Versionen funktionieren, zeigt, wie vielseitig und talentiert die junge Musikerin ist. Die Gründe dafür liegen, wie wir seit Dienstagabend wissen, in ihrer musikalischen Prägung durch Weltmusik, Swing oder Gospel und ihrer unfreiwillig frühen Selbständigkeit.

Ihre Offenheit und Neugier hat sich Clio bis heute bewahrt, nur beim Suchen scheint sie inzwischen ein bisschen angekommen zu sein. "Glück ist, wenn man's merkt", erzählt die Sängerin über ihre Auszeit auf Hawaii, als sie nach Zeiten des Erfolgs und Misserfolgs wieder klar sieht, was ihr wichtig ist.

Zum Beispiel Bescheidenheit und Bodenständigkeit, was dann auch ihre Zurückhaltung auf dem "Sing meinen Song"-Sofa erklärt: "Ich bin nicht immer die Lauteste gewesen. Ich bin nicht so der Dazwischengrätscher. Nicht aus einem Desinteresse oder einer Schüchternheit heraus, sondern weil ich es sehr genossen habe, euch zuzuhören."

Eine Zurückhaltung, die sie nur für ihre Musik aufgibt: "Ich hab' nicht mein Herz auf der Jacke. Das ist ein großer Grund, warum ich Musik mache. Ich will das nicht belabern. Das ist da, hör's dir an, das bin ich und ciao." Wer Leslie Clio kennenlernen will, der muss einfach ihre Musik hören.

In Zukunft wird man über Leslie Clio also vielleicht denken: Leslie Clio? Ist das nicht die angenehm zurückhaltende Sängerin mit dem sarkastischen Humor, die mal bei "Sing meinen Song" mitgemacht hat? Wusste vorher gar nicht, wie begabt die ist.

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