In der zweiten Folge der neuen "Sing meinen Song"-Staffel sind die Songs des ehemaligen Reamonn-Sängers Rea Garvey dran – inklusive natürlich seines großen Durchbruchs "Supergirl", das von Revolverheld-Sänger Johannes Strate als dunkler Elektroblues interpretiert wird.

Alles über "Sing meinen Song" 2018

"Eine Legende!", jubelt einer. "Eine Naturgewalt!", frohlockt die Nächste. Leslie Clio ist fast genauso enthusiastisch: "Eingängiger Radiopop", nickt sie, was in der Welt des eingängigen Radiopops freilich das größte Kompliment ist.

Die Rede ist von Rea Garvey. Eingängig sind die Lieder des Iren in der Tat, was sich auch in Zahlen ausdrückt: Vier Studioalben mit seiner Band Reamonn und nochmal vier Soloplatten in den Top 5, acht Platin- und neun Gold-Auszeichnungen, zahlreiche Top-20-Singles – und einen Riesenhit mit dem ersten Reamonn-Song "Supergirl", der sich alleine in Deutschland 27 Wochen in den Charts aufhielt.

Da können die Kollegen natürlich aus einer großen Songkiste auswählen, welches Stück sie denn covern wollen. Schlagersängerin Mary Roos fasst die Schwierigkeiten zusammen: "Heute abend müssen wir uns sehr anstrengen, weil der Mann leider sehr gute Musik macht."

Studentenunruhen

Sie strengen sich auch alle an und geben beseelt ihre Neufassungen von Garveys Hits zum Besten. Im Gegensatz zu "Deutschland sucht den Superstar" wird Musik hier auch nicht als Leistungssport verstanden, sondern als Gemeinschaftserlebnis, weshalb jeder nur in den höchsten Tönen vom anderen schwärmt.

Mitunter werden die Musiker gar poetisch. Nachdem Alphaville-Sänger Marian Gold "Oh My Love" zum Besten gegeben hat, resümiert Roos: "Der brennt auf beiden Seiten … und dann explodiert er."

Zwischen den Songs wird angenehm geplaudert. Garvey berichtet, wie er einst mit dem Gesetz in Konflikt kam, weil er zu seiner Studienzeit einen Kondomautomaten aufstellte – in Irland war der Verkauf von Kondomen bis 1992 verboten. "Als Student willst du was in Bewegung bringen", erinnert er sich schmunzelnd. "Und Kondome waren mir am wichtigsten."

Spannend ist die Version von "Supergirl", die Revolverheld-Frontmann Johannes Strate vorträgt: Das sonnige Lied wird bei ihm zum langsam knirschenden Elektroblues mit dunklen Beats. Judith Holofernes von Wir sind Helden dagegen dichtet "Armour" zum deutschsprachigen "Feuer frei" um. Garvey ist beeindruckt.

Sexy und geil

Überhaupt kommt jedes Cover gut in der sympathischen Runde an. Mary Roos singt "Through the Eyes of a Child" als ganz heruntergefahrene Ballade, Leslie Clio lässt "Wild Love" zu einer TexMex-Mischung mutieren. Mark Forster findet das "'n bisschen sexy".

Letzterer macht sich mit einem Harmonizer an Garveys "Bow Before You", eine etwas unbekanntere Nummer vom "Pride"-Album. "Das ist ja ganz schön geil", witzelt Strate über das Instrument. Garvey krönt Mark Forsters Fassung zum Song des Abends – aber Verlierer gibt es hier ohnehin nicht.

In keiner fernen Galaxis: Star-Wars-Drehort in Tunesien

Futuristisch sieht der Ort aus dem Star-Wars-Film 'Eine neue Hoffnung' aus. Doch ganz so weit entfernt ist er nicht. Dafür sind die Geschichten um ihn um so spannender.