Am Freitag startet mit "Skylines" die vierte deutsche Netflix-Produktion. Die Crime-Drama-Serie spielt in Frankfurt, die Handlung dreht sich um Rapper, Banker und organisierte Kriminalität. Wir konnten die sechs Folgen der ersten Staffel vorab sichten und mit Showrunner Dennis Schanz sprechen.

Christian Stüwe
Eine Kritik
von Christian Stüwe, Freier Autor

Ein Motorrad mit zwei vermummten Gestalten rast durch die nächtlichen Straßen Frankfurts, die Kamera schwenkt auf die erleuchteten Bankentürme und den glitzernden Main.

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Währenddessen gibt ein Hip-Hop-Duo ein umjubeltes Konzert in einem kleinen Club, harte Beats und schnelle Reime begeistern das Publikum. Ein paar Straßen weiter drückt eine junge Polizistin den Anruf ihres Ehemannes weg, um sich mit einem zwielichtigen Informanten zu treffen.

Wenig später kauft die Ermittlerin in einem Kiosk ein, das Motorrad kommt vor dem Shop zu stehen, der Beifahrer wirft eine Handgranate in den Eingang des Ladens. Der Vorspann beginnt, unterlegt mit dem Song "069" des Offenbacher Rappers Haftbefehl.

Familiäre Konflikte im Blickpunkt

Die neue Netflix-Serie "Skylines", deren erste Staffel ab dem 27. September abrufbar ist, braucht nicht lange, um zur Sache zu kommen. Die Crime-Drama-Serie dreht sich um die Frankfurter Rap-Szene, um Geschäftsleute, die in zwielichtige Geschäfte verwickelt sind, um organisierte Kriminalität und die knallharte Polizistin Sara (Peri Baumeister), deren Privatleben mit Mann und Tochter massiv unter ihrem Job leidet.

Im Mittelpunkt steht aber der junge Hip-Hop-Produzent Jinn (Edin Hasanovic), der die Chance seines Lebens bekommt. Das Label "Skyline Records" des berühmten Rappers Kalifa (Murathan Muslu) bietet ihm einen exklusiven Vertrag an. Allerdings muss er sich dafür von seinem langjährigen Musikpartner Momo trennen.

Jinns Vater Raimund (Richy Müller) ist ein vermögender Immobilienmakler, der erpresst wird. Jinns Schwester Lily (Anna Hermann) arbeitet für ihren Vater, hat aber eine ungute Neigung zu Drogen und wilden Partys. Außerdem kommt Lily Jinns Musikpartner Momo sehr nah, familiäre Konflikte sind vorprogrammiert.

Genauso wie bei "Skyline Records", wo Ardan (Erdal Yildiz), der einst eine große Nummer in der Frankfurt Unterwelt war und der der Bruder von Studio-Boss Kalifa ist, nach Jahren im Exil zurückkehrt und seinen Platz einfordert.

"Skylines": Frankfurter Rapper sorgen für Authentizität

"Rap-Musik spielt eine Rolle, organisierte Kriminalität und das Finanzwesen spielen eine Rolle", erklärt Showrunner Dennis Schanz im Gespräch mit unserer Redaktion. "Das sind für mich aber einfach Teile der Bühne, auf der das eigentliche Drama spielt. Es geht um zwischenmenschliche Konflikte. Das Kernthema ist, was passiert, wenn Geschäftliches auf Privates trifft. Welche Konflikte können entstehen?"

Jede der Figuren hat mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, das Schauspieler-Ensemble um Goldene-Kamera-Preisträger Edin Hasanovic und "Tatort"-Kommissar Richy Müller verleiht den Charakteren Tiefe.

Für besondere Authentizität sorgen die Gastauftritte zahlreicher Frankfurter Rapper, die sich selbst spielen. Azad, Olexesh, Nura, Twin oder Celo und Abdi sorgen für ordentlich Frankfurter Lokalkolorit.

Die Stadt Frankfurt ist der heimliche Hauptdarsteller der Serie. "Skylines" zeigt eine Stadt voller Widersprüche, auf der einen Seite die Business-Welt, die Banker, auf der anderen Seite Prostituierte, Drogen und Drive-by-Shootings.

"Dieser Kontrast und das Spannungsfeld, das einem entgegenschlägt, wenn man am Hauptbahnhof aussteigt und sich im Bahnhofsviertel befindet und im Hintergrund ragen die Türme in die Höhe, das hat eine ganz eigene Energie", sagt Serienautor Schanz.

Nicht nur für Rap-Fans geeignet

Nach "Dark", "Dogs of Berlin" und "How to sell Drugs Online (Fast)" ist "Skylines" die vierte deutsche Netflix-Produktion und die erste, die in Frankfurt spielt. Wer die hessische Metropole kennt, wird die Serie mögen, Fans von deutschem Hip-Hop und Gangster-Rap sowieso.

Letztlich funktioniert die Serie aber auch für Zuschauer, die mit Rap und Frankfurt nichts am Hut haben. Die Grundmotive von "Skylines" sind klassisch, es geht um Loyalität und Verrat, Liebe, Gewalt und das Streben nach Macht und Geld.

Die aufwendige Produktion und der Cast überzeugen und sorgen dafür, dass man die sechs jeweils knapp 50 Minuten langen Folgen der ersten Staffel schnell hintereinander wegschauen möchte. Die Frankfurter Netflix-Premiere ist also gelungen. Oder um es im Duktus der Serienfiguren zu sagen: "Übertrieben nice, Alter!"

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