In seiner neuen Tanzshow "Stepping Out" lässt RTL wieder eine Kleinbusladung C-Promis die Hüften kreisen. Doch während Fernsehkoch Björn Freitag in der Auftaktfolge wie ein betäubter Bär über das Parkett taumelt und Mario Basler Beamten-Mikado spielt, nutzt ein Paar die Show zur Beziehungstherapie.

"Die Mutter aller Tanzshows hat eine neue Tochter" begrüßt Moderator Daniel Hartwich die Zuschauer im besten Werbesprech. Übersetzt heißt das: Wir von RTL haben den enormen Erfolg von "Let's Dance" wahrgenommen und versuchen nun auf Teufel komm raus, dieses Format leer zu melken.

Oli Sanne hatte sie abserviert - jetzt ist Frau Kaeber glücklich.

Damit das aber nicht so völlig plump passiert, haben wir noch ein bisschen am Kleingedruckten gedreht. Im Prinzip hat sich also nichts Wesentliches geändert. Warum auch, es lief ja. Dementsprechend ist bei "Stepping Out" wieder jeder dabei, der schon mal an einer TV-Kamera vorbei gelaufen ist. Manche der Teilnehmer sind allerdings so schnell vorbei gehuscht, dass den meisten Zuschauern wohl nur eine kurze Internet-Suche bei der Frage geholfen haben dürfte, warum man den- oder diejenige jetzt nochmal kennen sollte.

Was ist bei "Stepping Out" anders?

Auf den ersten Blick nicht viel. Wie bei "Let's Dance" treten Prominente im Tanzwettbewerb gegeneinander an, Motsi Mabuse, Jorge Gonzalez und Joachim Llambi sitzen in der Jury, und Sylvie Meis und Daniel Hartwich moderieren. Doch als ob RTL mit seiner neuen Show die Scheidungsrate der Republik nach oben treiben wollte, steht den Promis bei "Stepping Out" kein erfahrener Tanzprofi zur Seite, sondern der eigene Lebensabschnittsgefährte. Außerdem werden die Tanzpartner diesmal einzeln bewertet. Warum, ließ der Sender bisher nicht durchblicken.

Wer war bei der ersten Folge dabei?

Die Tanzschuhe geschnürt haben: GZSZ-Star Felix von Jascheroff und seine Freundin Lisa Steiner, das Schauspielerpaar Mimi Fiedler ("Tatort") und Bernhard Bettermann ("In aller Freundschaft"), Natascha Ochsenknecht mit Freund Umut Kekilli, Ex-Fußballer Mario Basler und Freundin Doris Büld, Fernsehkoch Björn Freitag nebst Gattin Anna, "Bachelorette" Anna Hofbauer und Freund Marvin Albrecht, Anja und Bruno Rauh ("Bauer sucht Frau") sowie Joelina Drews mit ihrem Freund Marc Aurel Zeeb.

"Stepping out": das Paar des Abends

Das waren eindeutig Mario Basler und seine Freundin Doris. Man muss schon sehr viel Humor haben, wenn man mit Mario Basler zusammen ist. Auf dem Fußballplatz waren seine Sprüche ja bereits gefürchtet, in einer Partnerschaft muss sich Doris dann beim Tanztraining Sprüche anhören wie "Boah, ist des ein Koffer. Leck mich am Arsch ist das ein Klotz, wenn der angeflogen kommt." Man kann für Mario nur hoffen, dass das der beziehungsinterne Code für "Schatz, egal was kommt, ich werde dich immer auffangen" ist.

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Der beste "Stepping out"-Tanz des Abends

Diesen Titel holten sich Joelina Drews, laut Hörensagen Sängerin, laut Geburtsurkunde Tochter von Jürgen Drews, und ihr Freund Marc Aurel Zeeb. Bei ihrem Cha-cha-cha bekam Joelina sogar zweimal die Höchstwertung von der Jury und nahm damit auch gleich die Favoritenrolle ein.

Der schlechteste Tänzer des Abends

Da lieferten sich Björn Freitag, Felix von Jascheroff und Mario Basler einen erbitterten Dreikampf. Freitag schleppte sich wie ein Bär, der gerade aus einer Narkose erwacht, über das Parkett. Dieser Anblick war für Motsi Mabuse so überwältigend, dass sie nach dem Auftritt so angeschlagen war, als ob sie gerade einen schlimmen Autounfall oder zum ersten Mal den Musikantenstadl gesehen hätte.

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Doch Björn Freitag konnte wenigstens eine gebrochene Hand als Entschuldigung vorweisen. Mario Basler hingegen tanzte genau so, wie er früher Fußball gespielt hat – mit möglichst wenig Bewegung. Und Felix von Jascheroffs Tanzstil verleitete Joachim Llambi gar zu der Aussage: "Ihr habt am Anfang im Dunkeln getanzt, das hat mir gut gefallen, denn da hab ich nichts gesehen."

Der merkwürdigste Moment der Show

Definitiv die Einspieler-Vorstellung von Felix Jascheroff und seiner Freundin Lisa Steiner. Bei den beiden kriselt es offenbar ganz heftig und sie versuchen nun laut Jascheroff, mit "Stepping Out" "wieder einen Weg zueinander zu finden." Sogar die Tanzlehrerin der beiden bemerkte, dass "sie sehr kühl zueinander sind." Manche gehen mit ihren Problemen zum Paartherapeuten, andere eben in eine RTL-Show. Wenn es am Ende helfen sollte, umso besser.

Der Sylvie-Meis-Satz des Abends:

Die Frau, die es schafft, nur aus den beiden Wörtern ganz und toll 35 verschiedene Sätze zu bilden, war in ihrem üblichen Superlativ-Sprech-Modus unterwegs und fand wieder alles glänzend, super oder eben ganz, ganz toll. Den Satz des Abends lieferte sie aber in einem anderen Zusammenhang. Denn die Ankündigung des ersten Paares leitete Sylvie tatsächlich mit den Worten ein: "Ein Paar kennen Sie übrigens alle" und man dachte angesichts des offensichtlich übergroßen Bekanntheitsgrades des nun folgenden Paares schon, dass jetzt Bill und Hillary Clinton, Winnetou und Old Shatterhand oder zumindest Salz und Pfeffer hereinkommen würden. Aber die Meis meinte tatsächlich die Bachelorette der vorletzten Staffel und ihren Freund.

Unverhoffte Erkenntnis des Abends bei "Stepping out"

Dank Anna Freitag wissen wir nun, dass es neben der Spielerfrau und der Zahnarztfrau aus der Perlweißwerbung nun auch die Berufsbezeichnung "Fernsehkochfrau" gibt. Warum jemand im Jahr 2015 aber immer noch mit einer Pelzjacke auftritt, war nicht ersichtlich.

Abgang von Natascha Ochsenknecht

Bei der Jury konnte das Paar eigentlich noch ganz gut punkten, das Fernsehpublikum war von ihrem Auftritt aber weniger überzeugt. Deshalb müssen Natascha Ochsenknecht und ihr Umut nach nur einer Folge die Tanzschuhe bereits an den Nagel hängen.

Das Fazit nach der ersten Folge "Stepping out"

Auch wenn hier ein Erfolgsformat bis zum letzten ausgepresst wird, ist solch eine Show immer noch amüsanter als so manch anderer TV-Trash, den uns RTL in der Vergangenheit serviert hat. Und so lange der Sender immer wieder genug TV-Flüchtigkeitsbekanntschaften im Studio zusammentrommeln kann, soll es dem Zuschauer nur recht sein.