"Supertalent" 2018: Strippender Dauerkandidat sorgt für Eklat

Gleich zweimal wurde die Jury in der neuen Folge des "Supertalents" auf RTL diesmal hinters Licht geführt. Eins der "Überraschungseier" entpuppte sich zum Entsetzen aller als Dauerkandidat Stefan Choné, der in roter Reizwäsche besonders Sylvie Meis schaudern ließ. Warum Bruce Darnells Hand dennoch auf dem goldenen Buzzer landete und welche Nummern der Abend noch bot, sehen Sie in der Galerie.

Der Abend begann ungleich geschmackvoller. Die Jüngste ist elf, die Älteste 40 - zusammen sind die 26 Oldenburgerinnen die New Power Generation und begeisterten Jury und Publikum gleichermaßen durch ihre atemberaubende Performance aus Tanz, Turnen und Sportakrobatik. Vom Publikum gab's Standing Ovations, von der Jury dreimal Ja: "Perfekte Choreografie, danke schön!", lobte Bruce Darnell.
Tänzerisch ging es weiter: Ihre Ausbildung zur Köchin inspirierte die in Berlin lebende Philippinin Jerralyn Elcano zu ihrer charmanten Darbietung. Die Mutter eines einjährigen Sohnes wirbelte gekonnt einen Pizzateig in der Luft herum. Doch obwohl ihr Sylvie Meis eine "tolle Ausstrahlung" bescheinigte, reichte es nicht für die nächste Runde: Nur Bruce Darnell gab ihr ein Ja.
Warum sie für ihren Gesang schon übel beschimpft wurde, war schwer nachzuvollziehen: Mit einer deutschen Version von Sias "Titanium", in der sie diese Mobbing-Erfahrungen verarbeitete, berührte Emmie Lee nämlich Jury wie Publikum. Den Text hatte die bescheiden auftretende 13-Jährige mithilfe ihrer Freundin Tamara verfasst und bekam dafür Lob von Dieter: "Toll gemacht!" Emmie Lee kam weiter.
Weiter gings's mit dem ersten von vielen knappen roten Höschen des Abends: Mit seinem Outfit konnte Danny Golding zwar nicht punkten, dafür umso mehr mit seiner Leistung. Zwar betonte Dieter Bohlen, er sähe lieber Frauen als Männer an der Stange tanzen, auch Sylvie Meis fand einen männlichen Pole-Dancer "gewöhnungsbedürftig". Doch die Nummer war für die Jury zu gut, um den Australier nicht weiterzulassen.
Ebenfalls begeistern konnten Jamie und Michael Mejeh, die bereits 2013 gemeinsam mit ihrer Schwester beim "Supertalent" aufgetreten waren. Damals war kurz vor dem Halbfinal-Auftritt der Halbwaisen auch ihr Vater gestorben, seitdem sind die drei noch enger zusammengewachsen. Aus dem funky Tanz-Trio ist trotzdem ein Duo geworden, Stefanie drückte die Daumen - und die zwei sympathischen Twens kamen problemlos weiter.
Für Ratlosigkeit in der Jury sorgte dagegen die Chew Crew aus den USA, die sich rhythmisch Schockocreme ins Gesicht klatschte (was ihnen später auch Moderator Daniel Hartwig gleichtat). "Was soll das?", fragte Dieter Bohlen, doch die Antwort von Alena, das Ganze sei "wie Synchronschwimmen", überzeugte weder ihn noch seine Jurykollegen.
Eng und blau war die Hose der Kunstradfahrerin Viola Brand. Dieter Bohlen bemängelte die Jeans als "Thrombose-Hose", Sylvie Meis dagegen mochte das "einfache, schlichte Styling". Alle drei Juroren konnte die Europa- und zweifache Vizeweltmeisterin mit ihrer Darbietung begeistern. Sie kam einstimmig weiter.
Dann wurde es skurril. "Ist die blau?", wird sich manch einer nicht nur angesichts des Outfits von "Medium" Christel Sarpong gefragt haben. Denn das Gedicht "Heute", das der 71-Jährigen angeblich ihr Schutzengel diktiert hatte, war eher unter- als überirdisch und wurde schon nach dem ersten Satz von der Jury weggebuzzert.
Ebenfalls eine Verbindung zum Jenseits behauptete "Ghost-Basti" Bastian Speer zu haben. Der 18-Jährige versuchte in einer "komödiantischen Geisterbeschwörung" ein Wesen aus einer anderen Welt zum Erscheinen zu bringen, doch das hatte offensichtlich andere Pläne. Da der Oberösterreicher während seines Auftritts selbst immer wieder lachen musste, war das Ganze möglicherweise nur bedingt ernst gemeint.
Auch wenn eher die beiden Kandidaten vor ihr auf den Kopf gefallen zu sein schienen, war es Janine Eggenberger, die vor drei Jahren mit diesem Schicksal zu kämpfen hatte. Aus drei Metern Höhe war die Trapezkünstlerin damals gestürzt. Beim "Supertalent" wirbelte die Schweizerin jedoch wieder durch die Luft, als sei nichts gewesen. Dreimal Ja!
Erst am Ende ihrer Performance enthüllte Tänzerin Nicoletta Tinti ihr Geheimnis: Bewegt hatten sich nicht ihre Beine - die sind nämlich gelähmt -, sondern die ihrer Freundin und Kollegin Silvia Bertoluzza. Die berührende Performance der beiden Italienerinnen brachte sie in die nächste Runde.
Und zack, gab es noch eine Überraschung: Verkleidet als RTL-Mitarbeiter "Manuel" hatte sich Dauerkandidat Stefan Choné in die Show geschlichen, riss sich wieder mal die Kleider vom Leib und entsetzte mit seinem "Darunter" Jury und Publikum.
Seit 2009 versucht es der 63-Jährige immer wieder in der Show, doch mit seinem Auftritt in roter Damenreizwäsche machte er sich auch diesmal keine Freunde. "Man kann alles sehen!", stellte Sylvie Meis voller Entsetzen fest. "Alles!" Immer wieder hielt sich die Niederländerin während der Performance die Hände vors Gesicht.
Dreimal Nein gab's von der Jury, doch das wollte Stefan Choné nicht akzeptieren: "Komm mit, wir gehen zum goldenen Buzzer", zwang er den widerstrebenden Bruce Darnell und drückte dessen Hand schließlich auf den Knopf, der ihn direkt ins Finale katapultieren sollte. Pech gehabt: "Leider" war das Ding just in dem Moment kaputt. "Manipulation!", wetterte der Miederwaren-Fan.
Die 100.000 Euro Preisgeld könnte der "Unterhaltungskünstler" wahrlich gut gebrauchen, ist doch im Januar dieses Jahres sein Haus abgebrannt. Doch ob es so was wird mit dem Gewinn? Der Braunschweiger ist zuversichtlich: "Ich mache weiter!", kündigte er voller Selbstbewusstsein an.
Als letzter Auftritt des Abends folgte eine Nummer, die die Jury spalten sollte: Werbe-Ikone Friedrich Liechtenstein hatte sich mit Luke-Mockridge-Bruder Liam zusammengetan, um als Elevator Man und Lobby Boy die Party-Szene zu retten. Tatsächlich sorgten die zwei unterschiedlichen Männer mit ihrem Dancefloor-Song für gute Stimmung im Saal.
Doch "auch ein CD-Player" könne Leute zum Tanzen bringen, bemerkte Dieter Bohlen und gab den beiden ein Nein. Sylvie Meis dagegen gestand, sich "ein bisschen" in Friedrich Liechtenstein verliebt zu haben, fand "das Konzept mega-mega-geil" und drückte den Ja-Knopf. Auch Bruce Darnell mochte das Duo: "Ich finde die beiden so cool zusammen!" Zwei zu eins für die Party-Boys!