"Supertalent"-Tiefpunkt: Kotzbeutel und blankes Entsetzen

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Zwei Wochen vor dem großen "Supertalent"-Finale wurde gekämpft: ums Überleben und gegen den Brechreiz. Nur einer der beiden Kämpfe verlief erfolgreich... © teleschau - der mediendienst GmbH

Staunen, Entsetzen, Begeisterung, Freude, Misstrauen, Bewunderung, Mitleid, Ärger, Rührung - in der 12. Folge der 11. Staffel von "Das Supertalent" (RTL) wurde dem Publikum und den Juroren Bruce Darnell (60), Nazan Eckes (41) und Dieter Bohlen (63, Foto von links) jede Färbung der Gefühlsskala entlockt. Es kam sogar eine neue hinzu und die ließ alle Farbe aus den Gesichtern verschwinden: purer Ekel! Wem das gelang? Die Galerie verrät's...
Man konnte früh ahnen, dass es eine besonders "erhebende" Show werden sollte. Immerhin begann sie mit dem Auftritt des Weltrekordlers im Ausdauer-Rülpsen! Rutt Mysterio (32) sangrülpste "You're My Heart, Your're My Soul". Nazan ("Ich kann nicht mehr!") und Moderator Daniel Hartwich (39) schmissen sich vor Lachen weg. Dieter, der Komponist des Hits, war not amused: "Vielleicht hättest du das Mikro besser ans Po-Loch gehalten."
Angelina (12) und Elias (11) boten ein Feuerwerk des lateinamerikanischen Tanzes und absoluter Perfektion. Und, so sahen es Nazan und Dieter, des Perfekten zu viel. "Ihr tanzt toll, gar kein Zweifel, aber 'natürlich' ist das Gegenteil. Das ist so erwachsen, so kühl. Ich finde, Kinder sollten Kinder bleiben." Trotzdem 2:1 Ja. Und Daniel so: "Wir sehen und bei 'Let's Dance' 2022!"
Als Viktor und Maksym (beide 26) als Duo "History Makers" auf die Bühne schritten, schrieben sie bereits Geschichte: Das Seufzen der Damen in Jury und Publikum angesichts der durchtrainierten blanken Oberkörper war nie sehnender! Nazans Frage sprach vielen aus der Seele: "Habt ihr eine Freundin?"
Ihre Luftakrobatik an den Strapaten raubte den Damen ebenso den Atem wie ihre Astralkörper. Nach ihrer Kür stand der Saal: Standing Ovations für Viktor und Maksym. Nazan dankte für "die unglaubliche körperliche Leistung", Bruce hauchte mit glänzenden Augen und flachem Atem lediglich: "Toll!"
Der Franzose Louis (26) liebt Basketbälle, sie sind sein Leben und Lebensunterhalt als "Spin Boy". Er jongliert, dribbelt und dreht die Bälle - am liebsten auf der Fingerspitze und das gleichzeitig mit zwei Bällen übereinander. Dieter war's dennoch zu wenig ("Hab ich schon spektakulärer gesehen"). Nazan auch, da konnte selbst Basketball-Fan Bruce ("I liked it!") nicht in die nächste Runde helfen. Game over!
Trump-Frisur, Goldglitzer-Joppe - Robert Laube (38) bekam seinen Einlauf schon beim Einlauf: aus dem Stand zwei rote Buzzer! Nazan quälte das Publikum und hörte sich die dürftige Ballermann-Schlager-Nummer "Ich will mit dir ein Selfie" an, wurde umjubelt, als sie endlich rot drückte. Dieter: "Es gibt heute intelligente Zahnbürsten und Heizungen. Warum nur keine intelligenten Sänger mehr?" Bruce: "Das war große Scheiße."
Gute Unterhaltung ist, wenn die Zuschauer das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Das schaffte der Belgier Jordan (23) mit seiner Tanzperformance. Er verschmolz moderne Breakdance-Moves mit Oldschool-Tanzelementen und roboterhaftem Popping zu einer elektrisierenden Einheit. Höhepunkt: der beste Moonwalk seit Michael Jackson - gefolgt von dreimal "Ja!"
Anita Saidov (10) bot eine "Contemporary Tanz-Choreografie". Das sah aus wie eine besonders schwierige Bodenturn-Kür, nur mit coolen Sounds und einem Extraschuss an Eleganz, Akrobatik, Power und Gefühl. Sie tanzte sich ins Herz aller! Dieter, ergriffen: "Wir suchen Talente. Du bist ein großes!" Bruce gab den Stern - und zwei herzliche Bussis! Dreimal die 10!
"Der Obertongesang wird stiefmütterlich behandelt", findet Bernhard Hanreich (50). Daran wird sich nach dem Auftritt des Oberösterreichers nichts ändern. Denn dessen Obertongesang war eher unterirdisch. Es half auch nichts, dass Dieter das "meditative Gejaule" selbst probierte (Foto). Nazan: "So hat wohl Dschingis Khan meditiert, bevor er in den Kampf zog." So was von drei Neins...
Bei den georgischen Action-Tänzern von "Caliburn" sprühten die Funken - bei den Schwertschlägen, mit denen sie sich traktierten. Großes Spektakel, Tempo, Drama. Für Bruce nicht genug. "Ich fand's interessant. Aber Supertalent? Nein!" Nazan: "Siehst du, wie böse die gucken?" Sie gab schnell ein Ja, während Bruce vor dem potenziellen Zorn der Georgier hinterm Jury-Pult in Deckung ging. Nicht nötig: Dieter rettete mit seinem Ja das Weiterkommen.
Die "Bluhl-Dancer" - die Gebrüder Bludau, die die Schwestern Uhl lieben - boten perfekte Rock'n'Roll-Akobatik. Es wurde gewirbelt, geschleudert, gedreht und gehopst, dass es eine Freude war. Jedenfalls für Dieter ("Ich könnt' Nazan nicht so rumschmeißen!"). Nazan ("Das war anstrengend - zum Anschauen!") und Bruce sahen es nicht so. Zwei Nein, die Rock'n'Roller kriegten den Blues...
Andreas Duda (42), gelernter Koch, wollte sich als "Scratch-Master of Schallplatte" (Hartwich) präsentieren. Blieb trotz Ellbogen-, Fuß- und gar Kopfeinsatz auf der Platte beim Versuch. Nazan: "Das war wie'n Elektroschock!" Dieter: "Erst haste den Tonabnehmer ruiniert, dann machste die Platten kaputt. Kannst du nicht ein bisschen leiser schlecht sein? Nee, das war Käse!"
Dr. Holger Liermann (62) ist der "singende Urologe von Spandau" (Daniel: "Kommt man da nicht mal mit Harnleiter und Tonleiter durcheinander?"), hat auch schon zwei CDs veröffentlicht. Seine Eigenkomposition "Runter zum Strand" legte Dieter flach ("Gruselig!") und ließ Bruce gefühllos ("Ich hab nix gespürt.") zurück. Nazan: "Ich trau's mich nicht zu sagen: Aber ich find's schön." Reichte nur nicht.
Die Dominik Ofner Band aus Graz (Dieter: "Was kommt jetzt: Gabalier für Anfänger?") bot eine ergreifende Alpenrock-Ballade ("Mei Bua"). Der steirische Dialekt führte zum Kommunikationsproblem mit Bruce. Er gab aber ebenso ein Ja ("Ihr seid cool.") wie Nazan ("Ihr habt mein Herz berührt."). Dieter sah es differenzierter: "Ich fand's gut. Aber absolut nichts Besonderes."
Stefan Chone (62) schummelte sich bereits zum sechsten Mal in die Show. Und er hat nichts von seinem Schrecken eingebüßt. Schnell ließ er die Maske und den Hausfrauenkittel fallen, tanzte, wischte und wälzte den eigenen Bauchspeck.
Nazan wurde Chones Opfer, als er einen Handkuss zum Plauzenstreicheln nutzte (Foto). Dieter: "Das Einzige, worin du gut werden kannst, ist als Sättigungsbeilage im Piranha-Becken." Die Show war für'n Ar*** - und den zeigte Stefan auch zum Schluss.
Als Ian Stewart (38) meinte, er sei Kettensägenjongleur, dachten Dieter und Bruce an einen Witz und warfen sich imaginäre Kettensägen zu. Als der Kanadier dann zum "Aufwärmen" eine Propangasfackel mit der Zunge löschte, wurde es schon ruhiger am Pult. Dann warf Ian die drei Kettensägen an ...
"Jetzt krieg ich echt Angst!", gestand Nazan, als Ian Stewart die Kettensägen röhren ließ - und dann jonglierte. Man muss wissen: Der Mann ist Weltrekordler im Kettensägenjonglieren. Gefährlich ist es allemal. Und crazy. Bruce: "Du bist schon verrückt, das weißt du, oder?" Mut und Risiko wurde belohnt mit drei Ja-Stimmen.
Allegra Tinnefeld (11) aus Wien liebt das Singen und die Geige - Letztere spielt sie seit über sieben Jahren. Für "Das Supertalent" brachte sie beide Talente zusammen und sorgte damit im Saal feengleich für glückliche, fast selige Mienen. Und nicht nur Nazan und Dieter hatten, total bewegt, Pipi in den Augen.
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