Er war zuletzt nur noch Stichwortgeber und Risottokoch. Und das nach 21 Jahren im Dienst! Fast schon folgerichtig, dass die Ära von Mario Kopper im "Tatort" aus Ludwigshafen zu Ende geht. Das aber immerhin mit einem denkwürdigen Finale: In seiner Abschiedsfolge gerät der Odenthal-Sidekick ins Visier der Mafia!

Was war los?

Der Außenseiterrolle, die er zuletzt innehatte, entkam Kopper (Andreas Hoppe) auch in seiner Schlussvorstellung nicht. Am Anfang erschoss er in Notwehr einen Mafia-Killer, der es auf seinen Jugendfreund Sandro (Michele Cuciuffo) abgesehen hatte.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) untersuchten parallel den vermeintlichen Selbstmord eines inhaftierten Italieners. Da beide Fälle mit der sizilianischen Cosa Nostra zu tun hatten, lag eine Verbindung auf der Hand.

Abschied von Kopper im Ludwigshafen-"Tatort" Wie fanden Sie den letzten "Tatort" mit Kopper an der Seite von Lena Odenthal?
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Wie realistisch ging es zu?

Was die geschilderten Hintergründe rund um die Giftmüllgeschäfte der italienischen Mafia betrifft: durchaus realistisch (Buch: Patrick Brunken).

Wer mehr wissen will zu diesem schmutzigen Thema und den Verstrickungen der deutschen Wirtschaft, dem sei "Die Story im Ersten: Müll, Mafia und das große Schweigen" von Christian Gramstadt ans Herz gelegt. Sie läuft am Montag, 8. Januar, 22:45 Uhr, im Ersten.

Ergab die Story Sinn?

Das dann doch weniger. Mario Kopper und sein Freund Sandro, der auf einen Kronzeugendeal aus war, verhielten sich eher selten, wie sich Menschen in ihrer Lage verhalten würden. Sondern meistens so, dass das alles auf einen dramatischen Showdown zuläuft.

Warum muss Kopper überhaupt gehen?

Seit 1996 agierte der grundsympathische Mützenfreund an der Seite der ewigen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts' "Tatort"-Karriere begann sogar schon 1989!). Eigentlich gehörte er längst zum Inventar, doch spätestens mit dem Antritt der Fallanalytikerin Johanna Stern waren Koppers Kernkompetenzen immer weniger gefragt.

"Es war ja schon in den vergangenen Jahren so, dass Kopper nicht mit guten Geschichten versorgt wurde, nicht wirklich gefordert wurde. Es gab zwischendurch 'Tatorte', wo ich plötzlich kaum noch etwas zu tun hatte", knurrte der Darsteller Andreas Hoppe in der Presse. Da sei es logisch und gut, dass der Sender die Zusammenarbeit einstelle.

Was sagt Ulrike Folkerts dazu?

"Wir haben so viel zusammen erlebt, 20 Jahre lang viele Täter geschnappt, wichtige Themen auf den Bildschirm gebracht und am WG-Tisch italienisches Essen genossen", äußerte Folkerts in einer Pressemitteilung großes Bedauern.

"Ich werde Andreas Hoppe am Set und in unseren Filmen vermissen." Wenn sein letzter "Tatort" ausgestrahlt wird, werde sie "vor dem Bildschirm wahrscheinlich die ein oder andere Träne vergießen ..."

Wie soll das nur weitergehen in Ludwigshafen?

Das kann man sich schon fragen, nachdem Kopper am Ende der sizilianischen Verlobten nachreist und rotweinselig aufs Mittelmeer blickt. Wird das pfälzische Palaver im Kommissariat noch zu ertragen sein, wenn es keinen mehr gibt, der stellvertretend für den Zuschauer mitleidet?

Vor dem schnittigen Vorzimmerdrachen (Annalena Schmidt) wird die Cosa Nostra mit Verlaub eher nicht kapitulieren. Als die anderen zur Zeugenbefragung aufbrachen, entschuldigte sich Frau Keller: "Isch hätt heut gar nit gekonnt, isch hab heut mei Tai-Chi!"

Ersatz für Andreas Hoppe hat der SWR übrigens nicht angekündigt.

War der "Tatort" ein würdiger Abschied?

Absolut! Etwas unbeholfen war dieser "Tatort", aber gut gemeint und mit dem Herzen am rechten Fleck. Ganz so wie der Charakter-Cop selbst.

Wir vergeben diesmal keine Note - sondern nur ein herzliches: Ciao, Mario!

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