"Laberhaber" ist zurück bei "The Voice of Germany" 2016: Nach einem Jahr Pause nimmt der redselige Finne Samu Haber wieder auf dem Coach-Sessel Platz. Im Interview mit unserer Redaktion verrät er, was ihn zur Rückkehr bewogen hat - und warum er gerne Bundeskanzler wäre.

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Bei der fünften Staffel von "The Voice of Germany" waren Sie nicht dabei, nun sind Sie zurück. Gibt es denn überhaupt noch etwas Neues, das sie dort erleben können?

Samu Haber: Es gibt immer etwas Neues. Alleine die Coaches Andreas Bourani und Yvonne Catterfeld, sind neu für mich. Auch die Talente kenne ich nicht. Ich habe das Gefühl, dass sie diesmal ein wenig besser sind. Es ist ein Riesenspaß, wieder hier zu sein.

Wieso haben Sie die fünfte Staffel ausgelassen?

Ich wollte einfach weg. Es war ganz gut, mal ein wenig aus dem Fernsehen zu verschwinden. Außerdem waren wir mit Sunrise Avenue sehr beschäftigt, haben eine riesige Tour gespielt. "The Voice" ist großartig, die Show kostet dich aber auch viel Zeit und Kraft. Alle Coaches spüren das. Als ich zurückgekommen bin, habe ich mich wieder erholt gefühlt.

Vermissen Sie ihren Coach-Kumpel Rea Garvey?

Sänger macht bei der Castingshow Platz für einen alten Bekannten.

Ja schon. Aber er hat ein Telefon, ich hab ein Telefon. Ich habe eine E-Mail-Adresse, er hat eine. Du musst nicht mit deinen Freunden arbeiten, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Wir treffen uns auf ein Bier oder können auch so miteinander abhängen.

Haben Sie ihn eigentlich schon vor "The Voice" gekannt?

Nicht wirklich. Wir haben uns ein paar Mal auf Festivals getroffen, wo er noch mit seiner Band Reamonn gespielt hat. Aber wir haben uns dabei nicht näher kennengelernt.

Wie würden Sie Eure Beziehung heute beschreiben?

Sie ist sehr sexuell.

Interessante Antwort. Und können Bourani oder Catterfeld das Loch in Ihren Herzen füllen, das Garvey hinterlassen hat?

Das kann keiner. Aber ich mag die beiden wirklich sehr, sie sind tolle Menschen. Yvonne ist eine so professionelle Frau. Sie ist einerseits sehr emotional, andererseits sehr taff. Sie weiß, was sie will. Weil sie auch Schauspielerin ist, weiß sie, wie man mit der Kamera arbeitet. Das macht es einem sehr leicht. Obwohl es ihre erste Staffel ist, muss man ihr nur wenige Dinge erklären. Am Anfang war sie natürlich nervös, auch ich war es. Und weil ich neben ihr sitze, hatte ich das Gefühl, ihr ein wenig helfen zu müssen.

Wie haben Sie ihr geholfen?

Ich habe ihr immer erklärt, wie die Show läuft. Du fühlst dich alleine, wenn du da zwischen all den Kameras sitzt und später schauen das Millionen Menschen an. Ich habe stets versucht, sie zu beruhigen und ihr gesagt, dass sie die Momente genießen soll. Einfach der Musik zuhören und ihrem Herzen folgen.

Und: Ich habe ihr den Tipp gegeben, den Talenten nicht zu zeigen, dass du sie wirklich willst. Spiel einfach die Coole. Das hat sie sofort umgesetzt.

Wie ist Bourani so drauf?

Er ist sowas von entspannt. Gleichzeitig kämpft er richtig hart um die Talente, vielleicht sogar am härtesten. Er hat eine Menge verrückter Tricks drauf. Andreas ist aber ein supernetter Typ. Und wenn er singt, ist seine Stimme der Wahnsinn. Unglaublich.

Diese Staffel ist Ihre dritte. Was war der größte Fehler, den Sie je bei "The Voice" gemacht haben?

Anfangs dachte ich, dass es mein größter Fehler war, überhaupt bei "The Voice" mitzumachen. Das hätte ein Desaster werden können. Ich konnte kein Deutsch und auch heute bin ich nicht wirklich gut darin.

Ansonsten folge ich meinem Herzen. Tue, was ich tun will und denke nicht darüber nach, ob ich Fehler gemacht habe. Ich glaube auch nicht, dass ich Riesenfehler begangen habe. Ich versuche, mein Bestes zu geben und habe nicht das Gefühl, dass ich etwas bedauern müsste.

Welchen Job würden Sie wohl ausüben, wenn Sie es nicht mit der Musik geschafft hätten?

Yvonne Catterfeld bewertet ab Herbst auf ProSieben Nachwuchs-Sänger.

Ich würde wohl (spricht Deutsch) Bundeskanzler sein.

Bundeskanzler?

Ja. Ich denke, ich wäre ein guter (spricht wieder Deutsch) Bundeskanzler.

Sie sagen offenbar gerne das Wort Bundeskanzler …

Ja, ich liebe es. Ich folge auch der (wieder Deutsch) Bundeskanzlerin auf Instagram. Es wäre so cool, wenn ich einen eigenen Helikopter hätte, auf dem steht: (wieder Deutsch) Hubschrauber von Bundeskanzler.

Die deutsche Sprache gefällt Ihnen?

Ja, sie ist sehr witzig.

Über Deutsche werden oft Witze gemacht, wenn sie Englisch sprechen. Wie finden Sie die denglische Aussprache?

Es wird immer besser. Als wir vor zehn Jahren mit Sunrise Avenue losgezogen sind, habe ich andere Erfahrungen gemacht. Vor allem Jüngere sprechen immer besseres Englisch. Manchmal haben Deutsche zwar Probleme mit ihrem Akzent, aber darum sollte man sich nicht kümmern. Wir Skandinavier haben auch einen Akzent.

Wie unterscheiden sich die deutsche und die finnische Mentalität?

Eigentlich gar nicht so sehr. Beide sind europäische Länder. Es gibt so viele unterschiedliche Menschen in Deutschland und auch in Finnland. Viele denken, dass Finnen nicht lachen und keinen Spaß haben. Das stimmt aber nicht. Viele denken, dass Deutsche sehr ernst sind. Das ist ebenso wenig wahr.

Gibt es etwas in Deutschland, das Sie überhaupt nicht nachvollziehen können?

Eine Sache gibt es: Warum in der Hölle, muss man dafür bezahlen, wenn man in einer Raststätte auf der Autobahn auf die Toilette muss? 2016 trägt keiner mehr Bargeld mit sich rum. Dann pinkelt man sich fast in die Hose, um in seiner Tasche nach 70 Cent zu kramen: Das ist Blödsinn.

Hatten Sie damals Bargeld dabei?

Heute habe ich im Tourbus immer Münzen dabei. Damals bin ich aber einfach über das Drehkreuz gesprungen.

Der Finne Samu Haber (40) ist Sänger der Rockband Sunrise Avenue, die mit Songs wie "Fairytale Gone Bad" oder "Hollywood Hills" bekannt wurde. Haber nahm bereits in der dritten und viertel Staffel von "The Voice of Germany" als Coach an der Show teil. Nach einer Staffel Pause kehrt er zur sechsten auf den Coach-Sessel zurück.

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