"Halt die Schn...": Alice Merton bringt "The Voice"-Kollegen gegen sich auf

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Erst die zweite Folge der aktuellen "The Voice of Germany"-Staffel. Und schon wird der Ton rauer. Diesmal schossen sich Sido, Rea Garvey und Mark Forster auf ihre neue Kollegin ein.

In den "Blind Auditions" geht es bekanntlich darum, die jeweils besten Talente in den eigenen Stall zu locken, um für die späteren K.o.-Runden die Siegchancen zu sichern. Hat Alice Merton das Prinzip etwa nicht kapiert? Am Sonntag machte sie kräftig Werbung - für ihren Kollegen Sido. Rea Garvey tobte.
Es ging um den hochtalentierten Rapper Tyrone, der alle vier Coaches aus den Sesseln gerissen hatte. Danach setzte das große Feilschen um seine Gunst ein. Mit einer irritierenden Wendung: "Wenn ich ehrlich bin, gibt es nur einen Coach, der dir helfen kann", sagte Alice Merton - und legte Tyrone die Entscheidung für Sido nahe. So kam's dann auch.
Tyrone, eine eingefleischter Eminem-Fan, hatte eine Hammer-Performance hingelegt. Sein Alltag ist trockener. Er arbeitet als Verwaltungsfachangestellter im Rathaus einer kleinen Gemeinde. "Der Gangster-mäßige Job ever", witzelte er selbst. Humor hat er. Singen kann er auch. Ein echter Gewinn für Team Sido!
Die Kombination aus Rap und echten Gesangeskünsten flashte auch Mark und Rea Garvey. Sie wollten Tyrone unbedingt zu sich locken. Doch dann schoss Alice Merton, die Wahlhelferin, dazwischen. "Mach mal die Handbremse rein", keifte der Ire. Und Mark Forster schimpfte: "Alice Merton, du hältst jetzt mal die Schnauze."
Seither hat Sido einen entscheidenden Trumpf im Ärmel: "seine reizende Assistentin Alice Merton", wie Mark Forster spottete. Rea Garvey konnte sich lange nicht beruhigen. "Alice Merton, kannst du einfach aufhören, uns alle kaputtzumachen?" Der Riss im Vertrauen zwischen den Coaches sitzt tief - und wird so schnell nicht zu kitten sein.
Übrigens nicht die einzige, ziemlich dusselige Auffälligkeit, mit der Alice Merton am Sonntagabend überraschte. Als der glühende BVB-Fan Jo Marie aus Dortmund, der schon vor großen Fußball-Scharen gesungen hatte, auf die Bühne trat, fragte Alice doch tatsächlich: "Sind das die Dortmund-Farben?". Äh, nein!
Nach diesem groben Schnitzer war der Weg zu Alice Merton natürlich verstellt. Sido baggerte heftig um die Gunst von Jo Marie und wollte bei ihr - großes Rapper-Lob - sogar etwas "kleines Dreckiges" gehört haben. Rea riet ihr: "Hör auf dein Herz!" Und dann entschied sich die Fußball-Braut - für Mark Forster.
Doch keine Sorge, auch Sido kam noch zum Zug - bei der 27-jährigen Niederbayerin Ina, die gerne auf Western-Veranstaltungen singt. Und sie kannte Sido schon, als der noch Juror beim Casting-Klassiker "Popstars" war. "Wir haben uns mal einen Apfel geteilt", schmachtete sie ihn an. Mark war ganz baff: Sido hat schon mal einen Apfel gegessen!
Tatsächlich sang Ina ziemlich stark. Und Sido wollte sie auch haben. Aber nur unter einer Bedingung: Ina darf künftig in seinem Team nicht mehr so schrill und laut jubeln. Wenn Sido einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgeht, braucht er nämlich Ruhe. "Manchmal fallen mir Kräuter aus meinem Tee auf meine Zigarette."
Zugeben muss man allerdings, dass der Abend zunächst einmal nach einem direkten Triumpf für Alice Merton aussah. Sie sicherte sich gleich das erste tolle Talent: die gläubige Noemi aus Marburg. Der wollte Mark Forster "seine Seele zu Füßen legen". Und Rea Garvey gestand: "Ich bin ein sehr gläubiger Mensch." Doch Noemi hatte andere Pläne.
Sie entschied sich für Alice Merton. Und die nutzte die Chance, gleich mal wieder an ihren in der Show ohnehin omnipräsenten Hit "No Roots" zu erinnern. Noemi, eine Deutsche, wuchs nämlich in Spanien auf. Und fühlte sich lange ohne Wurzeln. Da haben sich zwei gefunden ...
Ganz heiß umkämpft war später dann auch Frederic aus Schleswig-Holstein, der wie Noemi aus einer Pfarrersfamilie stammt. Der gerade mal 16-Jährige war aber so schüchtern, dass er nicht mal den Mikrofon-Ständer anfassen wollte. Mark zeigte ihm, wie man den höher stellt. "Jetzt hat Mark dir schon alles gezeigt, was er weiß", spottete Sido.
Frederic war so heiß umgarnt, dass die Coaches es sogar bei seinen mitgereisten Eltern probierten. Die Mutter jedenfalls hatte sich klar für Coach Rea ausgesprochen. "Man muss sich abnabeln", riet Mark. Und dann entschied sich Frederic - für Alice Merton. Menno! "Ich hab' ihm den geilen Trick mit dem Mikro-Stativ gezeigt", maulte Mark.
Allerdings musste sich auch Mark Forster was sagen lassen. Und von der taffen Jung-Mutter Anika, die mit dem Hit "Shallow" überzeugte, konnte der Pop-Sänger wirklich was lernen. Mark wollte nämlich kleine Gesangsfehler gehört haben. Kann nicht sein, so Anika. "Es gibt nur richtig - und anders, Mark!"
Marks Revanche: Er machte sich an Anikas Vater ran. Weil der Senior eine Cap trug, wollte Mark ihm gleich seine Brille aufsetzen und so in die - eigene - Zukunft blicken. "Mark, der ist cool", rief Rea Garvey dazwischen und rückte die Verhältnisse wieder gerade.
Heftig an die zweifache Mama Anika, die nebenbei auch schon lange in einer Band singt, schmiss sich der Ire ran. "You look like a rockstar, you sing like a rockstar", lobte er sie. Anika hörte sich alles gelassen an - und entschied sich dann für Mark Forster. Eher kein Rockstar.
Doch allein aufzutreten und zu posieren wie ein wilder Mann, reicht dann eben doch nicht bei "The Voice". Das bekam schmerzhaft der 23-jährige Dario zu spüren, der schon auf Kreuzfahrtschiffen gesungen hatte. "Du hast gebrüllt", ermahnte ihn Rea Garvey. "Du musst lernen, das unter Kontrolle zu bringen."
Eine echte Rock-Röhre angelte sich Rea Garvey mit dem immerhin schon 53-jährigen Bodybuilder Christian aus Landau in der Pfalz. Der knallte mit viel Wucht den Rage-against-the-Machine-Song "Killing in the name of" in den Saal. Große Begeisterung! "Das war richtig gut", meinte Mark. Christian ging zu Rea!
Und dann schneite zum Schluss mit dem 25-jährigen Niklas noch ein Talent in den Saal, das alle zu Standing Ovations aus den Sesseln zwang - auch die Coaches. "Ich glaube, dich hat der Himmel geschickt", säuselte Sido, als hätte er backstage geraucht. "Das ist das Schönste, was er je in seinem Leben gesagt hat", so Rea.
Doch wie würde sich Niklas entscheiden? Er wählte den "The Voice"-Rückkehrer Rea Garvey, der die Show bekanntlich schon mal gewonnen hatte, als Lehrmeister. Und bei den Kollegen, die diesmal ohnehin so zerstritten wirkten, war der Kummer groß. "Es fühlt sich an, als ob mein Herz gebrochen wäre", so Mark Forster. Aber es geht weiter.