"The Voice of Germany": Mark Forster ledert gegen das Catterfeld-Team

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Tränen, brutale Entscheidungen und natürlich wieder ganz viele fiese Beleidigungen: Mark Forster nutzte auch die vierte und letzte "Battle"-Ausgabe von "The Voice of Germany", um sein Lieblingshühnchen Yvonne Catterfeld zu rupfen. © teleschau - der mediendienst GmbH

Tatsächlich war es mal wieder der blanke Neid, der aus Forster hervorgiftete. Er wollte Catterfeld einfach nicht gönnen, dass sie sich mit dem gerade mal 17-jährigen Gregor sowie dem Freunde-Duo Jonny & Jakob absolute Überflieger-Künstler ins Team geholt hatte. Ihnen flogen diesmal fast alle Herzen zu. Doch es war auch eine brutale Schlacht.
Forster pöbelte also eigentlich nur seine Intim-Gegnerin Catterfeld an - und nicht wirklich ihre Teammitglieder, die auch alles andere als "hässlich" sind. Catterfelds Namen dagegen spricht er stets mit (gespielter) Verachtung aus. Von Gregor, Jonny und Jacob war aber auch Forster begeistert. "Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer, und das seid ihr drei", lobte er die Catterfeld-Künstler.
Eigentlich waren sich fast alle Coaches einig, dass der Auftritt der jungen Mädchen-Herzensbrecher der Höhepunkt der vierten Battle-Ausgabe von "The Voice" war. Sogar der dieses Mal sehr zurückhaltende Finne Samu Haber jubelte: "Gregor, du singst in dem Finale dieser Show." Nicht so schnell: Erst einmal kommt der "Stuggi-Schnucki" aus Stuttgart eine Runde weiter.
In der unglücklichen Konstellation - Solo-Künstlerin vs. eingespieltes Gesangs-Duo - musste sich die Französin Marie-Claude gegen das verliebt-verrückte Country-Ehepaar der Band "Poppyfields" behaupten. "Ich habe keinen Cowboy", musste die 27-Jährige etwas betrübt gestehen, als es an einen berührenden Love-Song ging. Trotzdem: Marie-Claude biss sich durch. Auch sie bleibt bei "The Voice" im Rennen.
Das Gefühl, dass vielversprechende Talente völlig unnötig verheizt wurden, hatte man auch bei diesem Dreikampf: Die "Fantas" hetzten Barbara, Anna und Benjamin aufeinander - mit einer tollen Gruppen-Nummer des Songs "FourFiveSeconds". "Du hast losgelassen", lobte Smudo am Schluss Sängerin Barbara. "Du bist weiter."
Gnadenlos ging's schon mit dem ersten "Battle" vom Donnerstagabend los: Da schickte Forster den sympathischen Rettungssanitäter Amin gegen den etwas jüngeren Jan ins Rennen. Letzterem verpasste der Coach auch mal wieder einen nicht ganz unproblematischen Spitznamen: "Kleiner Kuschel-Usher" nannte Forster den 20-Jährigen. Noch schlimmer für Jan: Er muss nach Hause fahren. Amin kam eine Runde weiter.
Beim Auftritt seiner beiden Schützlinge Tasha und Dajana, die er den eigentlich unpassenden Phil-Collins-Song "Against All Odds" singen ließ, war Forster "ganz beseelt". Er konnte sich lange nicht entscheiden, welche der beiden Vibrato-Grazien er in die nächste Runde winken sollte. So kam es, dass er sich Rat von seinen Kollegen anhörte - selbst von Yvonne Catterfeld. "Die Stimme ist so keifig, da kann man nicht weghören", ätzte Forster. Er entschied sich für Dajana.
Auch im Österreich-Duell zwischen dem 19-jährigen Frederic und der 18-jährigen Patricia aus dem Catterfeld-Team musste nach langem Hin und Her eine Entscheidung fallen. Samu schwärmte vorher noch: "Ich bin neidisch, ihr habt so viel Talent." Dann machte Schulabbrecher Frederic das Rennen.
Und noch einen grandiosen Österreicher gab es - aus der Schlager-Schunkel-Truppe von Samu: Der Conchita-Wurst-Freund Chris schmachtete sich zusammen mit Duett-Partnerin Petra aus Solothurn in der Schweiz durch einen Heinz-Rudolf-Kunze-Liebesreigen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich bei 'Dein ist mein ganzes Herz' Gänsehaut bekommen würde", war Michi Beck schwer beeindruckt. Chris siegte.
Die schrillsten Vögel der Nacht hatten die Fanta-4-Coaches mit dem riesengroßen Travestie-Wunder Jade und der Berliner Jazzsängerin Friederike zu bieten. Beide glänzten mit einer glamourösen, gleichzeitig augenzwinkernden Annäherung an Lana Del Reys Klassiker "Video Games". Die Fans von Jade konnten die Spannung bei der Entscheidung fast nicht ertragen: "Ich bin gespannt wie ein enger Schlüpper" stöhnte ein Fan.
Jade und Friederike konnten nicht nur toll singen, sondern auch kokett schauspielern. Nur bei der Siegerinnen-Kür entgleisten der Jazzsängerin die Gesichtszüge: Friederike konnte ihre Enttäuschung kaum verbergen. Jade darf weitermachen. "Wir kommen an Jades Stimme nicht vorbei", sagte Smudo.
Fast hätte es später noch einmal Zoff rund ums Catterfeld-Team gegeben. In Form einer internen Revolte: Der 20-jährige Blondschopf Julien, der sich in seinem Duett gegen Gegner Jimmy durchsetzte, kritisierte die Song-Auswahl seiner Mentorin ungewohnt offen. "Ach du Sch***, holt mich hier aus", stöhnte Julien, als er hörte, dass er den "Monsoon"-Song von Tokio Hotel einstudierten sollte.
Samu dagegen hatte für das Wettsingen zwischen dem koreanischen Karaoke-Fan Dae-On und der schüchternen Georgia aus Zypern genau den richtigen Ton getroffen. Beide gingen bei "Don't Stop Believing" ab wie Schmidts Katze. Georgia gewann die Schlacht, die eigentlich keinen Verlierer verdient hatte.
Die prickelndste Überraschung hatten sich die Show-Macher indes für den Schluss - zugleich das letzte Duell dieser Saison aufgehoben: Die Schweizerin Doris und der 23-jährige Dzenan mussten den wohl härtesten Song des Abends performen - "Crazy Love". Und das noch mit vertauschten Rollen: Rapperin Doris übernahm den Jay-Z-Part, Dzenan die Beyoncé-Rolle.
"Wir haben ihnen den schwersten Battle-Song zugetraut", gab Michi Beck aus dem Team Fanta 4 ganz offen zu. So richtig treffsicher klappte es im Box-Ring doch nicht. "Es ist ein verdammt schweres Stück." Letztlich überzeugte Dzenan die Stuttgarter Altherren-HipHopper mehr. "Gesanglich stärker", lautete ihr Urteil.
Doch das sollte nicht wirklich das letzte Wort in der langen Donnerstag-Show gewesen sein. Samu war nämlich begeistert von der kessen jungen Schweizerin. Wäre "The Voice" in Wirklichkeit der Eurovision Song Contest, dann hätte Samu für sie "Twelve Points" rausgerückt. Und der alte Finne hatte noch einen Trumpf im Ärmel: Ein abgewiesenes Talent konnte er retten. Er buzzerte für Doris. Feiner Zug. Ab Sonntag geht's in die "Sing-Offs".
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