"The Voice of Germany": Sido feiert gemobbtes Talent

Ausgerechnet der harte Rapper Sido sicherte sich ein Talent mit spezieller Vorgeschichte: Die 19-jährige Charlotte Lewing wollte es bei "The Voice" ihren Schul-Mobbern zeigen.

"Ihr seid ziemlich am Arsch, wenn ich mein Team so angucke." Nach den letzten Blind Auditions der ProSieben/Sat.1-Show "The Voice of Germany" hält sich Neu-Coach Sido (r.) bereits für den Sieger. Immerhin konnte er sogar eine "Prinzessin" für sich gewinnen! Wer sonst noch die letzten Plätze in den Teams ergatterte, erfahren Sie in der Galerie.
Ebenfalls erst 19 ist Oliver Frauenrath, dessen Interpretation des Wincent-Weiss-Songs "Frische Luft" Sido "viel zu dünn" war. Rea Garvey dagegen ging es anders: "Ich war einfach bei dir. Es kam vom Herzen und war ehrlich - das ist manchmal genug." Da sich der Ire als einziger Coach umgedreht hatte, war klar, in welches Team Oliver kam.
Die indonesische Pflegehelferin Saenab Sahabuddin (40) hat "sehr viel Spaß" an ihrem Job, träumt aber auch von der großen Bühne. Mit LeeAnn Rimes' "How Do I Live" berührte sie Sido ("Mich hat das weggehauen!") und in letzter Sekunde Mark Forster, der ihren Zuschlag bekam. Sidos Kommentar: "Ich gönn' sie dir. John F. Gönnedy nennt man mich auch."
Weniger Glück hatte der nächste Kandidat, Fabian Haugg (26) - und doch hat sich der Auftritt für ihn gelohnt. Rea Garvey ahnte nämlich, dass der Straßenmusiker auch Lieder schreibt, und so durfte Fabian nach George Ezras "Hold My Girl" auch noch etwas aus seinem eigenen Repertoire spielen - und sich dafür ordentlich Applaus abholen.
Es folgte Larissa Pitzen (23), die sich "im falschen Jahrzehnt geboren" fühlt, den fast 30 Jahre alten Song "Still Got The Blues" von Gary Moore sang und Sido dazu brachte, schon nach wenigen Takten auf den Buzzer zu hauen. Weil sie beim Singen die Augen geschlossen hatte, bemerkte sie das erst am Ende ihres Auftritts und freute sich "mega".
Auch Herculano Maques (48) wäre gern etwas früher geboren worden. Der Hardcore-Elvis-Fan sang den "Song Sung Blue" seines zweiten Idols, Neil Diamond. Dass sich kurz nach ihr selbst auch Mark umgedreht hatte, bemerkte Alice erst gar nicht und begrüßte Herculano schon vorzeitig in ihrem Team. Glück gehabt: Der Portugiese wählte tatsächlich sie.
Musicalstudentin Rebecca Selje (22) steht hin und wieder mit Papa Wolfgang auf der Bühne, hat aber "noch nie vor so vielen Menschen" gesungen wie bei "The Voice". Für den Auftritt hatte sie "Suitcase" von Emeli Sandé gewählt und überzeugte damit buchstäblich auf den letzten (Buzzer-)Drücker Alice und Rea. Für letzteren entschied sich Rebecca.
Schon fertig ausgebildet ist Musicaldarsteller Benjamin Eberling (39), der gern überall auf der Welt hoch in die Luft springt und sich darum auf Instagram jumpingmusicalbear nennt. Auf der "The Voice"-Bühne probierte er es "mal mit Gemütlichkeit", sang den Disney-Song in der Andreas-Gabalier-Version - leider ohne Erfolg bei den Coaches.
Von Musical zu Country: Patrick Rust (27) eifert seinem Idol Keith Urban auch optisch nach, trägt sogar das gleiche Arm-Tattoo und den gleichen Ohrschmuck wie er sowie ein Plektrum des Musikers um den Hals. Seine "Somebody Like You"-Version gefiel Alice, die damit den vorletzten freien Platz in ihrem Team besetzte.
Ob Janet Gizaw (28) ihren letzten Platz bekommen würde? Die Mama eines kleinen Sohnes war über ihren mittlerweile verstorbenen Opa zur Musik gekommen. Alice schlug als erste für Janets Interpretation des Luther-Vandross-Songs "Dance With My Father" auf den Buzzer, doch kurz vor dem Ende des Auftritts folgte Sido, der den Zuschlag bekam.
War da nicht was mit "zu spät geboren"? Auch das jüngste Talent der Staffel, die 16-jährige Mariel Kirschall, mag lieber ältere als moderne Songs und sang "Desperado" von den Eagles. Wieder war es Alice, die sich als erste umdrehte, wieder folgte ein zweiter Coach, diesmal Mark, erst knapp vor Schluss, doch diesmal konnte sich Alice durchsetzen.
Für die eher untypische Mathelehrerin Liza Anthimidou (35) durfte sich Alice daher nicht mehr umdrehen, ihr Team war voll. Doch auch die anderen Coaches konnten sich nicht komlett für deren Version des Selig-Songs "Ohne dich" erwärmen. "Ich hab's dir nicht glauben können, obwohl deine Stimme cool ist", begründete Mark seine Entscheidung.
"Meine Zukunft könnte ich mir definitiv als Star vorstellen", gab sich danach der 24-jährige Julian Mauro selbstbewusst, hatte aber kurz zuvor auch sein Papa-Sein als "Sinn des Lebens" bezeichnet. Er interpretierte "Was du Liebe nennst" von Bausa, Mark Forster gefiel's, und in Ermangelung weiterer Buzzer-Drücker war klar, wer zu wem gehörte.
Und dann folgte die letzte Blind Audition dieser Staffel. Die Kandidatin, die nun antrat, empfand es als "Ehre, als Letzte singen zu dürfen", was nachvollziehbar ist, denn am Schluss jeder Folge wartet bekanntlich meist ein Highlight. Auch die Jury war daher gespannt ...
Die Schwäbin Princess Igbokwe (23) sang "American Boy" von Estelle, Sido drehte sich um, woraufhin sie "vor lauter Freude beim Singen komplett nachgelassen" habe, wie er im Anschluss bemerkte: "Du hast 'ne krasse Stimme, aber du wolltest uns zu viel zeigen - auch das, was du eigentlich gar nicht sooo gut kannst."
Mark hat Princess dennoch auch noch überzeugt. Da jedoch ihr Verlobter Sidos erstes Album "Maske" "übertrieben feiert", entschied sich Princess für den Rapper und komplettierte damit sein Team, von dem er siegessicher schwärmte: "Ich habe alles: Entertainer, die besten Stimmen ..." Ob er Recht behält?