"The Voice of Germany": Wie ein Talent alle verwirrte

Schwer verunsichert waren die Coaches der ProSieben-Show "The Voice of Germany" in der letzten Folge: Singt und spricht hinter dem Vorhang ein Mann oder eine Frau? Was sie taten, um der Lösung auf die Spur zu kommen, lesen Sie in der Bildergalerie.

Schwer verunsichert waren die Coaches der ProSieben-Show "The Voice Of Germany" in der letzten Folge: Singt und spricht hinter dem Vorhang ein Mann oder eine Frau? Was sie taten, um der Lösung auf die Spur zu kommen, lesen Sie in der Bildergalerie.
Glück in der Liebe - und im Spiel! Die frisch verknallte Lea Herdt (19) hatte allen Grund zum Strahlen. Mit dem Song "Sunday Morning" von Maroon 5 "verzauberte" (O-Ton Sido!) sie nicht nur ihren Freund Max, sondern auch alle männlichen Coaches, und das trotz ihrer Ukulele - laut Mark Forster "ein Kackinstrument". Den Zuschlag bekam Rea Garvey.
Ohne Ukulele, dafür mit Sprechgesang wollten anschließend die Schwarzwaldjungs Philipp (23) und Danny (27) überzeugen. Sie rappten "Deine Mutter" von Kool Savas - Mark Forster und Sido gefiel's. Klar, dass Letzterer sich seiner Sache sehr sicher war: "Wenn ihr in mein Team kommt, wovon ich ausgehe ..." Er behielt Recht.
2016 schaffte es der heute 17-jährige Can Sisamci bei "The Voice Kids" im Team Mark bis in die Battles. Doch er wusste: In der Erwachsenen-Version "werden die Karten neu gemischt". Tatsächlich drehte sich für seine Version von Adel Tawils "Kartenhaus" kein Coach um, doch Mark freute ich über das Wiedersehen und riet ihm zu einem dritten Versuch.
Auch Maria Nissen (28) musste lange zittern. Erst spät drehte sich Alice Merton für ihre Interpretation von Meat Loafs "I'd Do Anything For Love (But I Won't Do That)" um - und in letzter Sekunde auch Mark Forster. "F*** you!", schimpfte daraufhin Alice, konnte sich aber wenig später beruhigen und freuen, denn Maria setzte auf Frauenpower.
"Multikulti wie Deutschland" sei er, sagte der Aserbaidschaner und Wahlkölner Seyran Ismayilkhanov (39) und sang ein türkisches Lied: Mustafa Sandals "Aya Benzer". Damit gelang ihm der erste "Vierer" der Folge - alle Coaches wollten ihn. Nach einer weiteren Gesangseinlage - diesmal mit Klavierbegleitung von Mama Esmeralda - ging's ins Team Sido.
Nur einen Coach, nämlich Mark, überzeugte dagegen die 33-jährige Jenny Rizzo mit Bon Jovis "Always" - wobei Rea seine Nicht-Entscheidung gleich bereute: "Ich hätte mich umdrehen müssen!" Auch Alice gestand: "Ich ärgere mich schon 'n bisschen." Tja - Pech gehabt. Mark Forster freut's.
Für den Familienmenschen Jan-Luca Ernst (20), der Papa Roachs "Last Resort" performte, drückte dagegen kein Coach den Buzzer. Trotzdem beschied ihm Mark: "Du bist ein geiler Musiker. Arbeite an deiner Stimme und komm vielleicht noch mal wieder." Der 20-Jährige nahm die Kritik an - und wurde kurz darauf mit einer Mega-Überraschung bedacht ...
Denn seit dieser Staffel gibt es einen fünften Coach: Nico Santos nimmt einen Teil der Ausgeschiedenen in sein Team auf und gibt ihnen auf der "Comeback Stage" eine zweite Chance auf den Sieg (zu sehen auf the-voice-of-germany.de). Von Jan-Luca war er gleich überzeugt. Der freute sich tierisch: "Ich bin total durch den Wind, kann's nicht fassen."
Wem der zweite "Vierer" gelang, blieb zunächst unklar, denn Grönemeyers "Halt mich" erklang hinter einem Vorhang. Dann wurde wild gerätselt: "Ich dachte erst, da singt ein Typ, aber jetzt, wo wahrscheinlich sie spricht ...", überlegte Sido laut. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, entschieden sich die Coaches für ein Ratespiel.
Doch die Kritik der anderen Coaches wiegelte sie charmant ab: "Ist doch heutzutage egal, ob Mann oder Frau!", befand sie und erntete dafür vom Publikum Applaus. Und eben: Marie Weiß ist einfach eine coole Type - die ich für die mindestens ebenso coole Alice entschied.
Eindeutig weiblich klang im Anschluss Janina Hirch (22), die "Mother's Heart" von Stefanie Heinzmann sang. Trotz jahrelanger Chorerfahrung und "wunderschöner Stimme" (Alice) konnte sie keinen der Coaches für sich gewinnen. Sie nahm es tapfer: "Es war eine geile Erfahrung." Eine Umarmung von Rea gab's noch obendrauf.
Auch der älteste Kandidat der Staffel, Tino Standhaft (56), wurde trotz jahrelanger Erfahrung als Musiker enttäuscht. Für seine Version von Neil Youngs "The Needle And The Damage Done" konnte sich kein Coach komplett erwärmen. Reas Begründung: "Diese Stimme, das hat mich verwirrt. Sie ist so nah dran an Neil Young."
Mit einer speziellen, "filigranen, virtuosen, spielerischen, trotzdem soulfullen" (O-Ton Mark) Reggae-Version von OutKasts "Hey Ya!" überzeugte dafür der 26-jährige Maciek, wie schon zu Beginn Lea Herdt, alle drei männlichen Coaches. Mark Forsters Plus: Er ist ein Landsmann des ebenfalls polnischstämmigen Kandidaten und bekam den Zuschlag.
Eine Extraportion Sonne und Power brachte zum Abschluss die 22-jährige Anna Strohmayr mit, die mit Mama und Oma in einer Frauen-WG lebt. Ihre soulige Version von Sinéad O'Connors "Nothing Compares 2U" ließ alle vier Coaches auf den Buzzer hauen - als erstes Alice Merten, die der Augsburgerin prompt eine Art Liebeserklärung machte.
"Ich glaube, wir sind füreinander bestimmt", ließ Alice Anna wissen. "Du hast auch ein Shirt an mit Sonnenblumen, das sind meine Lieblingsblumen." Als Anna bestätigte, das auf sie dasselbe zuträfe, war Alice noch sicherer: "Das schreit nach Zusammenarbeit. Wir könnten einen Song schreiben über Sonnenblumen."
Auch Mark und Sido gerieten ins Schwärmen, Rea Garvey dagegen versuchte mit, wie er sagte, "ehrlicher Kritik" zu punkten: "Die Töne oben waren wow, das weißt du auch, aber da unten - da musst du dran arbeiten. Die anderen wollen dich nur loben." - "Stimmt doch gar nicht!", empörte sich Alice, doch Reas Taktik ging auf: Er gewann Anna für sein Team.