Tilo Prückner: In diesen Rollen begeisterte er das Publikum

Ob "Ein Fall für zwei", "Adelheid und ihre Mörder", "Tatort" oder "Rentnercops": Tilo Prückner spielte sich mit seinen Rollen in zahlreichen TV-Filmen und -Serien in die Herzen der Zuschauer. Nun ist der gebürtige Augsburger im Alter von 79 Jahren verstorben. Das sind seine bekanntesten Werke. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Tilo Prückner bewies im Laufe seiner Karriere mehr als einmal seine Wandlungsfähigkeit. So ergatterte er 1976 die Hauptrolle in Hans W. Geißendörfers Romanverfilmung "Der Sternsteinhof". Darin mimte er den aus armen Verhältnissen stammenden Muckerl, der die schöne Leni (Katja Rupé) umwarb – und letztendlich sogar heiratete.
Noch im selben Jahr feierte Prückner seinen ersten größeren Erfolg. Für die Rolle des Stehgeigers Hännschen Wurlitzer in der Gaunerkomödie "Bomber & Paganini" konnte er 1977 den Deutschen Darstellerpreis entgegennehmen.
Es folgte eine weitere Hauptrolle im Spielfilm "Der Schneider von Ulm" (1978). Zwei Jahre lang bereiteten sich Produzenten und Schauspieler, darunter auch Hannelore Elsner (Foto), auf die Dreharbeiten vor. Prückner konnte die Kritiker am Ende als Schneidergeselle Albrecht Ludwig Berblinger überzeugen.
Als Archäologe Heinrich Schliemann war Prückner 1981 in "Der Schatz des Priamos" der Ausgrabung von Troja auf der Spur. Der zweiteilige Spielfilm basiert auf wahren Begebenheiten.
1984 wurde Prückner die Ehre zuteil, im Fantasyklassiker "Die unendliche Geschichte", nach dem Besteller von Michael Ende, mitzuwirken. Er verkörperte darin den Nachtalb Wuschwusul. Durch die Maske sowie die Verkleidung war Prückner allerdings kaum zu erkennen.
In der ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei" sah man Prückner in verschiedenen Rollen. Etwa als Detektiv Willi Schumann in "Schwarze Schafe" oder als Familienvater Egon Manz in "Böses Erwachen" (Foto). Von 1986 bis 2013 spielte er in insgesamt neun Folgen mit.
Als winziger, lilafarbener Zwerg versteckte sich Prückner 1991 in "Der Zwerg im Kopf" im Ohr der kleinen Anna (Tanja Friedrich) und mischte sich in ihre Schulprobleme ein – Verkupplungsspielchen inklusive.
Sechs Jahre lang, von 1992 bis 1999, verkörperte Prückner den hypochondrischen Kriminalhauptmeister Gernot Schubert in der Fernsehserie "Adelheid und ihre Mörder". Die Rolle verschaffte dem Schauspieler großen Erfolg. Unter anderem stand der gebürtige Augsburger mit Evelyn Hamann und Dieter Brandecker (rechts) vor der Kamera.
1998 war Prückner im Fernseh-Zweiteiler "Alle für die Mafia" an der Seite von Mario Adorf und Christine Neubauer zu sehen. Als Mafiosi Don Michele (Adorf) aus seiner Heimat Sizilien floh und in Südtirol Unterschlupf suchte, hatte er es nicht leicht. Besenbinder Sepp (Prückner), der in der Ortschaft genauso ausgegrenzt wurde, war der Einzige, der dem zwielichtigen Kerl zur Hilfe eilte.
Dem breiten TV-Publikum wurde Prückner 2001 bekannt, als er die Rolle des Kriminaloberkommissar Eduard Holicek im Hamburger "Tatort" ergatterte. Bis 2008 ermittelte er in der beliebten Krimi-Reihe und drehte unter anderem mit Stars wie Robert Atzorn und Ursula Karven.
Prückner machte sich zudem als beliebter Darsteller in der Filmreihe um Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause, Mitte) einen Namen. In insgesamt sechs Filmen sah man ihn als Rudi Weissglut, den Freund von Horsts Schwester Elsa Krause. Dominique Horwitz (rechts) war bei den Dreharbeiten zu "Krauses Fest" (2007) und "Krauses Braut" (2011, Foto) ebenfalls vor Ort.
In der 2012 erschienenen Science-Fiction-Komödie "Iron Sky" hatte Prückner als Doktor Richter zwar keine tragende Rolle inne. Sein Auftritt als leitender Wissenschaftler blieb aber – nicht zuletzt aufgrund des Albert-Einstein-Gedächtnislook – im Gedächtnis. Der Streifen mit Julia Dietze, Christopher Kirby und Götz Otto in den Hauptrollen wurde in mehr als 20 Ländern gezeigt.
Eine wiederkehrende Rolle konnte Prückner in der Filmreihe "Ostwind" ergattern. 2013 war er darin erstmals als Ex-Reittrainer Herr Kaan zu sehen. 2015, 2017 und 2019 spielte er auch in den Fortsetzungen mit. Die Dreharbeiten zu "Ostwind – Der große Orkan", der letzte Film der Reihe, wurden im September 2019 abgeschlossen – wieder war Prückner mit dabei. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die geplante Premiere im Mai 2020 jedoch verschoben werden.
Eines von Prückners jüngsten Projekten war die ARD-Vorabendserie "Rentnercops". Darin mimte er seit März 2015 an der Seite von Schauspielkollege Wolfgang Winkler den pensionierten Kommissar Edwin Bremer, der aufgrund von Nachwuchsproblemen beim Polizeidezernat aus dem Ruhestand geholt wurde.