True Grit, Ocean's Eleven & Co.: Diese Film-Remakes sind besser als das Original

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Sehen Sie in unserer Galerie die besten Neuauflagen aller Zeiten im Vergleich zur Erstverfilmung. © top.de

"Das Ding aus einer anderen Welt" war für Anfang der 1950er-Jahre ein eiskalter Schocker. Soldaten und Wissenschaftler graben in der Arktis ein Alien aus, das sich als höchst bedrohlich herausstellt. Der Klassiker von Regisseur Christian Nybys lebt vor allem von der angespannten Atmosphäre in der Polarstation.
John Carpenters Neuinterpretation, die 1982 in die Kinos kam, orientiert sich am Original – der Gruselfaktor übertrifft allerdings alles. Wie die meisten Carpenter-Filme beeindruckt auch dieser mit seinen Spezialeffekten. Trotzdem war der Streifen an den Kinokassen kein Erfolg. Unter Filmfans genießt die Fassung - dank Kurt Russell und einer fast unerträglichen Spannung - aber den besseren Ruf.
"Frankie und seine Spießgesellen" lockte 1960 mit Starbesetzung: Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. standen gemeinsam vor der Kamera. In der Gaunerkomödie treffen sich elf alte Freunde, um in Las Vegas den Raub eines Casinos zu planen. Kommt Ihnen der Film irgendwie bekannt vor? Das ist sehr wahrscheinlich, denn …
… 2001 startete das Remake "Ocean's Eleven" mit noch größerer Starbesetzung durch: George Clooney, Matt Damon und Brad Pitt - um nur einige der Hollywood-Darsteller zu nennen – planen den Überfall gleich dreier Casinos. Alles größer, schneller, frischer und auch einfach besser als im Original.
In diesem 1969er-Jahre-Western hilft John Wayne (Foto) als "Der Marshal" einem Mädchen, den Mörder ihres Vaters zu finden. John Wayne gewann für den Film seinen einzigen Oscar.
Unter dem Titel "True Grit" schufen die Coen Brüder 2010 eine noch bessere Fassung von "Der Marshal", mit Jeff Bridges (Foto) in der Hauptrolle. Für herausragende Filmdialoge sind Ethan und Joel Coen bekannt, untypisch für sie ist aber die Ernsthaftigkeit dieser Hommage an alte Western-Zeiten.
Das italienische Original von "Der Duft der Frauen" handelt von einem verbitterten, alten Blinden (Foto: Vittorio Gassman) und seinem jungen Helfer, die sich auf eine abenteuerliche Reise begeben. Die tragische Geschichte um einen Mann, der seine Lebenslust wiederfinden muss, wurde 1974 als Komödie verfilmt – sehr sehenswert.
1992 erschien das berühmte Remake mit Al Pacino (Foto) und Chris O'Donnell. Die Neufassung von "Der Duft der Frauen" trifft den ernsteren Ton der Romanvorlage besser als das Original. Pacino wurde für seine herausragende Leistung mit einem Oscar belohnt.
1977 war die Technik, eine animierte Figur in Realbilder einzubetten ein echter Hingucker. "Elliot, das Schmunzelmonster" begleitet den jungen Pete auf der Flucht vor seinen fiesen Adoptiveltern. Das gelingt ihm nur mit Hilfe eines Drachen namens Elliot. Kein schlechter Kinderfilm, aber leider auch keines von Disneys Meisterwerken.
2016 erschien die Neuverfilmung, welche auf den Namen "Elliot, der Drache" und ein computeranimiertes Fanatasiewesen setzt. Diesmal wird Waisenkind Pete vom "Schmunzelmonster" höchstpersönlich großgezogen und erst Jahre später mit der realen Welt konfrontiert – eine spannende Kindergeschichte.
Regisseur Tim Burton hat 1989 mit "Batman" bereits Superhelden-Geschichte geschrieben. Bis heute ist der düstere Ton maßgeblich für alle Verfilmungen der Comicfigur geblieben. Auch bei der Besetzung wurde mit Michael Keaton als Batman und Jack Nicholson als Joker (Foto) grandios vorgelegt. Allerdings nur bis …
… Christopher Nolan 2008 die Geschichte um Batman (Christian Bale) und den Joker (Heath Ledger) neu verfilmte und schlichtweg einen der besten Filme aller Zeiten schuf. "The Dark Knight" begeisterte mit packender Story und starken Darstellern - und vor allem dank Heath Ledgers Interpretation des Jokers.
Dieses Original zu überbieten ist ausnahmsweise nicht schwer, denn "Captain America" von 1990 war eine echte Low-Budget-Gurke. Matt Salinger (Foto links) spielt einen lächerlichen Captain und auch die Effekte und Dramaturgie trieben Marvel-Fans die Schamesröte ins Gesicht.
Nicht der beste Marvel-Film, aber immerhin sehenswert, ist die Neuauflage "Captain America: The First Avenger" von 2011. Chris Evans (Foto) erblüht aufgrund eines Serums vom ausgemusterten Schwächling zum muskelprotzenden Supersoldaten. Dank der Besetzung, opulenter Optik und einer guten Portion Selbstironie eine sehr gelungene Comic-Verfilmung.
In der französischen Komödie "Der Joker und der Jackpot" von 1991 arbeitet François, gespielt von Thierry Lhermitte (Foto), als Geheimagent. Um seine Frau Hélène (Foto: Miou-Miou) zu beschützen, gaukelt er ihr vor ein langweiliger Beamter zu sein. Allerdings übernimmt er diese Rolle so gut, dass seine Frau sich nach Abwechslung sehnt. Der Film von Claude Zidi ist unterhaltsam, gewinnt aber erst mit der Zeit an Fahrt.
1994 macht James Cameron aus der Geschichte von "Der Joker und der Jackpot" die Actionkomödie "True Lies - Wahre Lügen". Arnold Schwarzenegger und Jamie Lee Curtis übernahmen die Hauptrollen. Zähe Stellen sucht man hier vergeblich - dank abenteuerlicher Stunts und viel Kawumm und Witz!
Der Film "Infernal Affairs - Die achte Hölle" brach 2002 in Hong Kong alle Rekorde an den Kinokassen. Die Geschichte um einen Gangster (links: Andy Lau) und einen Polizisten (rechts: Tony Leung), die beide undercover im Revier des Anderen spionieren, ist ästhetisch wie dramaturgisch genial umgesetzt.
Mindestens ebenbürtig ist aber Martin Scorseses "Departed - Unter Feinden" von 2006. Der vierfach oscarprämierte Streifen mit Matt Damon (links) und Leonardo DiCaprio (rechts) ist Hollywood-Recycling auf höchstem Niveau. Regisseur Scorsese gibt den Figuren mehr Zeit sich zu entwickeln und zeichnet ihre Welt bitter und glaubwürdig.
Julien (Vincent Lindon) hat drei Tage Zeit, um seine zu Unrecht verurteilte Frau Lisa (Diane Kruger) aus dem Gefängnis zu befreien. Der französische Thriller "Ohne Schuld" beeindruckte 2008 vor allem mit Authentizität und den Leistungen der Schauspieler, kommt aber nicht ohne unnötige Längen aus.
Ganz anders sieht es allerdings in dem zwei Jahre später verfilmten Remake "72 Stunden – The Next Three Days" aus. Darin nimmt Russel Crowe (Foto) das Gesetz in die eigene Hand, um Elizabeth Banks zu retten. Dank eines schlauen Drehbuchs zeigt die US-Fassung von Regisseur Paul Haggis einmal mehr, dass Remakes nicht schlechter als das Original sein müssen.
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