(kom/cze) - Alles dreht sich derzeit nur um ein Thema: Die Olympischen Sommerspiele in London - so auch im TV. Was aber gibt es zu sehen, wenn man kein Sport-Fan ist? Die nüchterne Bilanz: Hauptsächlich altbekannte Formate und Konserven.

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Die Köönige des Trash-TV

Auswandern, Star sein, Heiraten: Wenn der Alltag im Fernsehen anläuft.

Marktführer RTL zum Beispiel greift zu bewährten Formaten und erzielt damit auch noch ordentliche Erfolge: So verwandelt Tine Wittler in ihrer Baustellen-Sendung "Einsatz in vier Wänden - Spezial" marode Scheunen (inklusive Plumpsklo) in bewohnbare Eigenheime und ist mit einem Marktanteil von knapp 15 Prozent damit genauso erfolgreich wie ihre Kollegin "Helena Fürst - Die Anwältin der Armen".

ARD und ZDF berichten zwar aus London, jedoch nicht rund um die Uhr. Ansonsten setzen die Programmchefs auch hier auf altbewährte TV-Formate. Das Erste bringt Wiederholungen vom "Tatort" und greift zu Eigenproduktionen aus dem Filmarchiv der letzten Jahre. Auch Serien, die schon in der vergangenen TV-Saison liefen, werden noch einmal gezeigt: als Erinnerung an alle, die nicht so genau wissen, was mit ihren GEZ-Gebühren so alles angestellt wird.

Die Mainzer Kollegen vom ZDF strahlen ebenfalls Eigenproduktionen aus und sind damit sogar noch ein Stück erfolgreicher. Der ZDF-Spielfilm "Ungesühnt" zum Beispiel holte am vergangenen Montagabend (zur besten Sendezeit) stolze 4,85 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme.

Von diesen Quoten ist man bei Sat.1 weit entfernt, denn mit Eigenproduktionen wie "Danni Lowinski", US-Serien wie "Hawaii-Five-0" oder mit der Ausstrahlung beliebter Hollywood-Filme läuft es momentan aus Quotensicht katastrophal. Und auch ProSieben kämpft sich nur mühsam durch die Olympia-Berichterstattung. Mit "Popstars" hat man zwar ein Format im Programm, von dem man sich einiges erhofft hat - kann damit jedoch überhaupt nicht punkten. Auch wenn halbnackte Kandidatinnen vor der Jury tanzen, hält sich das Interesse der Zuschauer in Grenzen.

Die Vorzeige-Reality-Serie von RTL2 läuft da schon deutlich besser: "Berlin - Tag und Nacht" trotzt dem guten Badewetter und Olympia und holt weiter gute Einschaltquoten. Fast täglich sind über eine Million Zuschauer dabei, wenn Geschichten aus der Reality-WG erzählt werden. Trash-TV ist allgemein ein starker Olympia-Gegner. "Die Wollnys" zum Beispiel unterhielten am vergangenen Montagabend 1,32 Millionen Zuschauer - für Olympiaverhältnisse ist diese Zahl zufriedenstellend.

Aus inhaltlicher Sicht lässt sich allerdings nur das ernüchternde Fazit ziehen: Die Programmchefs zeigen wenig Mut, wenn es darum geht, Alternativen zu suchen, die Nicht-Sportbegeisterten vor das Fernsehgerät locken.