Nach dem vielkritisierten Quoten-Desaster der letzten "Wetten, dass..?"-Ausgabe, sieht man sich beim ZDF gezwungen, Konsequenzen zu ziehen. Schon für die nächste Sendung am 5. Oktober soll das Konzept der Show rundumerneuert werden. Man will sich auf alte Stärken rückbesinnen.

Zu viel gewollt

Mit der Verpflichtung von Markus Lanz als Gottschalk-Nachfolger wollte das ZDF seinem Samstagabend-Steckenpferd "Wetten, dass..?" ein jüngeres Gesicht geben. Die traditionsreiche Samstagabendshow sollte für ein jüngeres Publikum attraktiver werden. Wie so oft, wenn sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten um mehr Pfiff bemühen, mit eher durchwachsenem Erfolg. Kritiker wie Zuschauer waren sich einig: Zu verkrampft, zu peinlich, zu viel gewollt aber zu wenig gekonnt.

Sendung um Sendung wurde die Kritik an "Wetten, dass..?" und Markus Lanz lauter. Jetzt, nach der mehr als enttäuschenden der Mallorca-Sendung, soll eine Zäsur erfolgen. Wie "Bild am Sonntag" berichtet, gelte das Verjüngungs-Experiment ZDF-intern als gescheitert. Man wolle sich künftig verstärkt an den Sehbedürfnissen des "Gesamtpublikums" orientieren. Im Klartext sind damit die älteren Semester gemeint. Der Altersdurchschnitt der "Wetten, dass..?"-Zuschauer liegt bei 61 Jahren.

Was wird sich ändern?

Die Gäste-Zusammenstellung auf der Couch wird davon wohl am stärksten betroffen sein. Weniger Trash-TV-Prominenz à la Joey Heindle, Bülent Ceylan oder Familie Geiss, mehr altbewährte Hausnummern des Kalibers Iris Berben, Uschi Glas oder Claus Kleber. Markus Lanz, der vor der Kamera sämtliche Gäste und Show-Acts "sensationell" zu finden pflegt, sich aber hinter den Kulissen schon häufiger mit der Gästeliste unzufrieden zeigte, dürfte das entgegenkommen.

An der Person des Moderators scheint es grundsätzlich nichts zu rütteln zu geben. Obwohl ein Großteil der Kritik in direktem Zusammenhang mit Lanz steht, stärkt ihm die Führungsriege des ZDF nibelungentreu den Rücken. Unsicher scheint hingegen die Zukunft von Lanz' Assistentin Cindy aus Marzahn. Der wird zwar bislang noch die geringste Schuld am Niedergang der Sendung gegeben, mit ihrem Plattenbau-Charme könnte die Berlinerin allerdings künftig nicht mehr in das neue alte Konzept passen. Für die nächsten drei "Wetten, dass..?"-Termine steht die Berlinerin bereits wegen einer Solo-Tournee nicht zur Verfügung. (lug)