In der kurzen Woche nach Ostern packen die TV-Sender ihre Spielfilm-Highlights aus. Shows und Sport gibt es zwar auch, aber vor allem Cineasten kommen bei diesem Programm voll auf ihre Kosten.

Dienstag: Vielleicht doch lieber ein gutes Buch?

Es ist Champions League - aber nur für Sky-Abonnenten. Chelsea London tritt bei Atletico Madrid zum Halbfinal-Hinspiel an und kaum einer wird es sehen können. Die Alternativen sind mau.

Sat.1 bleibt Til Schweiger treu und zeigt "Kokowääh" gefühlt zum dreißigsten Mal. Der Film wird dadurch aber kein Deut besser, sondern beweist nur einmal mehr, dass sich die Leute jeden Mist ansehen, wenn nur Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer mitspielen.

Interessant könnte "Sing meinen Song - das Tauschkonzert" bei Vox werden. Diese Woche covern sechs Sängerinnen und Sänger mit ganz unterschiedlichem musikalischem Background Sasha-Songs - und der Meister selbst muss tatenlos zusehen. Mit dabei sind unter anderem Schlagersänger Andreas Gabalier, "Guano Apes"-Frontfrau Sandra Nasic und Xavier Naidoo.

Mittwoch: Fußball oder Nelson Mandela

Man muss kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass der heutige Quotensieger das Champions-League-Halbfinale zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München sein wird. Die Vorfreude auf die Partie ist groß - immerhin wird sich jetzt zeigen, ob die Bayern wirklich die Übermannschaft sind, wie man bis zum Titelgewinn in Deutschland vermuten konnte. Oder ist die Luft jetzt doch zu lange raus gewesen, so dass sich Real als die große Übermacht erweisen wird? ZDF und Sky zeigen das Spiel, Anpfiff ist um 20.45 Uhr.

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Unbezwingbar? Von wegen!

Hoffnung für den FCK: Auch der FCB ist vor Klatschen nicht sicher.

Die Alternative für Nicht-Fußball-Fans liefert Arte mit der eindrucksvollen Dokumentation "Madiba - Das Vermächtnis des Nelson Mandela", in der Filmemacher Khalo Matabane auf Weltreise geht und erkundet, wie Nelson Mandela die Menschen außerhalb Südafrikas bewegt hat. Ein tolles Porträt, das dem verstorbenen Staatsmann ein würdiges Denkmal setzt.

Donnerstag: Topmodel oder Zauberlehrling

"Germany's next Topmodel" geht in die entscheidende Phase: In den letzten beiden Ausgaben vor der Final-Show müssen noch fünf aufstrebende Model-Talente ausgesiebt werden. Die Finalistinnen stehen angeblich schon fest - ob es wirklich so kommt, werden wir sehen.

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Wer leiht den Stars die Stimme?

Diese Sprecher stecken hinter den berühmten Schauspielern.

Die Topmodel-Alternativen sind heute rar gesät. Hardcore-Fußballfans könnten sich auf das Europa-League-Halbfinale zwischen Benfica Lissabon und Juventus Turin bei kabel eins freuen. Taktisch sind die beiden Altmeister immer noch für einen Leckerbissen gut.

Der sehenswerteste Film kommt heute auf Vox, wo mit "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" der beste und gleichzeitig erfolgloseste Film der Reihe läuft. Regie führte hierbei Alfonso Cuaron, der dieses Jahr einen Oscar für seine Arbeit an "Gravity" erhalten hat. Alleine das ist schon ein Grund, sich Teil drei der Reihe noch einmal zu Gemüte zu führen.

Freitag: Familienkrach und wilde Wikinger

Freitags machen "Let's Dance" und "The Voice Kids" wieder den Quotensieger unter sich aus. Dabei laufen auf anderen Sendern zwei Programme, die ein großes Publikum noch viel mehr verdient hätten: Arte zeigt bei "Burton & Taylor" einen Ehekrach, neben dem heutige Beziehungsdramen der Stars zum Kinderfasching mutieren. Liz Taylor und Richard Burton waren zweimal verheiratet, zofften sich in aller Öffentlichkeit und ließen so einiges an Mobiliar zerbersten. Helena Bonham-Carter und Dominic West schlüpfen in die Rolle des Skandal-Paares.

ProSieben zeigt mit "Vikings" eine hochgelobte US-Serie in deutscher Erstausstrahlung und - den heutigen Sehgewohnheiten angepasst - im Schnelldurchlauf: Drei Folgen am Stück - in drei Wochen ist die Sache durch. Für Freunde des gepflegten Haudrauf ein Pflichttermin.

Samstag: Film-Highlights wohin das Auge blickt

Während am Samstag die großen Sender wieder auf schwache Shows setzen, dürfen Filmfreunde aus dem Vollen schöpfen - und für jeden ist etwas dabei. Servus TV bringt mit "O Brother, Where Art Thou?" die Antwort der Coen-Brüder auf die Odyssee und gleichzeitig einen der witzigsten Filme, in denen George Clooney je mitgespielt hat.

RTL2 zeigt ein unterschätztes Meisterwerk - zumindest bis zum letzten Akt: Danny Boyles "Sunshine" begleitet eine Crew von Astronauten und Wissenschaftlern auf ihrem Weg, die Sonne aus einem Winterschlaf zu wecken. An Bord haben sie eine Bombe in der Größe von Texas, die dafür sorgen soll, dass unserem Planeten eine neue Eiszeit erspart bleibt. Das Finale ist zwar leider etwas krude geraten, bis dahin bietet der Film aber ganz großes Kino.

Für Freunde des Kriminalfilms mit Lokalkolorit gibt es im BR mit "Dampfnudelblues" die passende Kost. Und wer komplett das Hirn ausschalten will und sich einfach daran erfreut, wie naiv das Schriftsteller-Duo Iny Lorentz sich ein Mittelalter zusammenträumt, das es so definitiv nie gegeben hat, der kommt bei "Die Wanderhure" auf Sixx auf seine Kosten.

Sonntag: Bruce Willis gegen Liam Neeson

Seit "96 Hours" ist Liam Neeson ein gefragter Action-Darsteller - der einsame Kämpfer gegen das Böse. Auch in "Unknown Identity" wird ihm übel mitgespielt, denn nach einem Autounfall, den er nur mit viel Glück überlebt, muss er feststellen, dass jemand anderes sein Leben übernommen hat. Die dunklen Mächte hinter dieser Verschwörung haben aber nicht damit gerechnet, zu was der vermeintlich ruhige Herr Doktor fähig ist.

Bruce Willis muss aufpassen, dass ihm andere - wie eben Liam Neeson - nicht den Rang als Action-Held ablaufen. In "R.E.D." zeigt er sich noch einmal von seiner besten Seite: Als ausgemusterter Ex-CIA-Agent, den irgendjemand aus der Welt schaffen will, zeigt er, dass auch das Alter ihn nicht daran hindern kann, den einen oder anderen Hintern zu versohlen. Ihm zur Seite stehen mit Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren die schrulligsten Agenten seit langem.

Auch schon in die Jahre gekommen, aber kein bisschen ruhiger geworden, ist Regisseur Martin Scorsese. In "Casino" muss sich Robert de Niro als Casino-Boss mit Mafia-Kontakten nicht nur des FBI und eines durchgeknallten Kollegen erwehren, sondern auch seiner drogensüchtigen und zum Drama neigenden Ehefrau die Stirn bieten. Am Ende findet sich für jedes Loch in der Wüste ein Körper - und Las Vegas wird nie mehr das sein, was es mal war.