Jauch perplex: Busfahrer sucht bei "Wer wird Millionär?" nach Wasserleitung

Am Abend vor Nikolaus gab es ein geradezu weihnachtliches Wunder zu bestaunen im "Wer wird Millionär?"-Studio. Ein Kandidat zeigte, dass er Wasser spüren kann. Er selbst war davon zumindest überzeugt. Jauch blieb skeptisch - bis er selbst mal durfte!

Heinz-Jürgen Rothenberg aus Werne ist Busfahrer. Ein wichtiger Beruf, zweifelsohne. Doch mit seiner anderen Leidenschaft sorgte er für deutlich mehr Aufsehen bei seinem Auftritt bei "Wer wird Millionär?" Er könne Wasseradern spüren. Nicht mit einer Wünschelrute, sondern mit zwei Drähten. Doch erst mal musste er sich von Jauch beleidigen lassen ...
Für 4.000 Euro war gefragt, was unter Fitness-Fans als Super-Schlankmacher gehypt wird. Grüner Kaffee, wusste eine Dame aus dem Publikum. "Versuchen Sie es doch mal", spielte Jauch mit diabolischer Lache auf die Figur des Gastes an. "Ich bin glücklich, so wie ich bin", wahrte dieser die Contenance. Frostig fügte er hinzu: "Danke schön."
"Oho! Das ist aber ganz selten!", frohlockte Heinz-Jürgen Rothenberg. "Hier unter uns muss eine Wasserleitung sein!" Die Drähte schlugen aus. Eine Goldader hätte Jauch wohl mehr beindruckt. "Wenn Sie das auch mal versuchen wollen?" Jauch reagierte geradezu entrüstet: "Ich?!" Der Moderator versuchte sein Glück. Und staunte nicht schlecht!
Tatsächlich reagierten die Drähte an der gleichen Stelle im Studio, an der auch der Kandidat die Wasserstelle zu spüren glaubte. "Ja eindeutig!", freute er sich. "Sie sind auch wasserfühlig, Herr Jauch!" Der stritt vehement jeden Glauben an Unbeweisbares ab, überlegte dann aber: "Für mich gibt es dann noch mal eine Umschulungsmöglichkeit."
Während Wassermann Heinz-Jürgen Rothenberg mit 16.000 Euro das Studio verließ, kam dieser junge Mann nur auf 8.000 Euro. Doch der Rat, den er mit seiner Lebensgeschichte gab, war unbezahlbar. Gerhard Knäbel aus Konstanz ist Airline-Pilot. Davor war er acht Jahre lang Tornado-Kampfpilot bei der Bundeswehr. Sein Weg dorthin war steinig.
"Es ist schon ein Unterschied, wenn man hier sitzt" - der Satz wird als Entschuldigung von Kandidaten bei "Wer wird Millionär?" so oft gesagt, dass er das Zeug zum Trinkspiel hat. Diesmal hätte man die Gläser heben müssen bei der 1.000-Euro-Frage: "Wie kann das Haar sein?" 96 Prozent tippten "weizenblond".
Warum zwischen dem Kandidaten und dem Moderator ein Kampfjet-Helm lag? Wäre das Leben ein Spiel, wäre der Helm der Siegerpokal für Gerhard Knäbel. Der heutige Airline-Pilot wollte Kampfjets fliegen, nachdem er "Top Gun" im Kino gesehen hatte. Schulkameraden lachten ihn aus, der Lehrer meinte gar: "Du bist zu dumm, du schaffst ja nicht mal das Abi!"
Knäbel spornte der Spott an. Er wettete mit dem Lehrer um 100 Mark, dass er seinen Weg gehen würde. Jahre später tauchte er beim ehemaligen Lehrer zu Hause auf. Der staunte und zahlte 100 Euro. "Ein toller Ansporn für alle die denken 'Ich schaffe das vielleicht nicht' oder die von außen niedergemacht werden", kommentierte Jauch die frohe Botschaft.
Jauch durfte den Pilotenhelm kurz tragen. Mit Anzug und Krawatte sah das reichlich merkwürdig aus. Im direkten Vergleich warten wir lieber, bis Tom Cruise im Sommer 2020 wieder diese Rolle übernimmt in "Top Gun 2". Gerhard Knäbel ging mit 8.000 Euro und der Message an alle: "Es ist alles möglich. Man muss sich nur dahinterklemmen."
Lena Kotucha aus Bedburg-Hau ist Lokführerin, so Jauch. Sie korrigierte: "Triebfahrzeugführerin". Bereits bei der 100-Euro-Frage brauchte sie den ersten Joker: "War dem Großen Vorsitzenden von China übel, dann war ..."? Kah nasta, Doppell kopf, Bleck jack, Mao mau? Jauch freute sich auf "eine Nullnummer - hatten wir schon lange nicht mehr".
Jauchs sadistische Ader wurde nicht befriedigt: Ab jetzt lief es wie auf Schienen für die Zug-Pilotin. Nachdem sie in der Lok sehr allein ist, hat sie sich ein geselliges Hobby gesucht: Sie arbeitet als Gridgirl auf Rennveranstaltungen. "Das ist mein Ausgleich", erklärte die Blondine dem staunenden Moderator.
"So sitzen Sie normalerweise nicht im Triebwagen?", erkundigte sich Günther Jauch als ein Foto von Lena Kotucha im engen Overall mit tiefem Ausschnitt eingeblendet wurde. "Eher seltener", meinte sie augenzwinkernd. Ein anderes Foto zeigte sie, wie sie erklärte, "beim Oldtimer-Grandprix". Jauch kalauerte: "Oldtimer-Groupie?"
"Wobei handelt es sich nicht um eine Person, die ihren Namen einer bekannten Modemarke gab?" Ray Ban wäre es gewesen, doch die Kandidatin gab auf. Mit den erspielten 16.000 Euro plant sie eine Weltreise mit ihrem Hund. Den passenden Zweibeiner hat sie offenbar weder im Triebwagen noch auf dem Rundkurs bisher kennengelernt.
Johannes Hiebl aus Iphofen ist Bundespolizist im dualen Studium. Früher hatte er es nicht leicht: Weil seine Mutter es leid war, ihn beim Einkaufen quengeln zu hören, steckte sie ihn kurzerhand gemeinsam mit der Schwester in den Ballettunterricht. Ein kurzer Spuk - gleich danach durfte er Geige lernen. Gute Idee, wie er im Studio zeigte.
Bei Jauch spielte Johannes Hiebl die erste Geige. Mit einem Coldplay-Song eroberte er die Herzen der Zuschauer. Jauch wusste: "Sie sind Bundessieger bei verschiedenen Wettbewerben geworden, Sie können das richtig gut." Die 16.000-Euro-Frage: "In welcher Stadt werden für GOT-Fans Führungen zu Drehorten der Serie angeboten?"
Genua, Dubrovnik, Valencia oder Antalya standen zur Wahl. Das Bauchgefühl sagte B, doch der Kandidat traute sich nicht. Er ging mit 8.000 Euro. "Ich weiß nicht, wie tief der Frust ist wenn ich jetzt sage: Das wäre richtig gewesen."
"Es sind schon Menschen auf unterschiedlichste Weise auf mich zugekommen, haben mich angesprungen, haben Veitstänze aufgeführt. Mit einem Baseballschläger, der mit Stacheldraht umwickelt ist, bisher noch niemand", stellte Jauch angesichts von Jens Füchsel aus Rohrbach fest. Der erklärte, es handele sich um eine Replika für "The Walking Dead"-Fans.
Derlei Produkte kann man in seinem Fan-Merchandising-Shop erstehen, so der Gast. Die erspielten 32.000 Euro will er allerdings nicht in Horror-Spielzeug investieren, sondern in einen Hühnerstall. Eines muss man der "Wer wird Millionär?"-Redaktion lassen: Die Gäste am Abend vor Nikolaus waren allesamt sehr speziell ...