Jobs verloren durch die Pandemie: Gibt es ein Happy End bei "Wer wird Millionär?"?

Oft gefällt sich Günther Jauch in der Rolle des strengen Zeremonienmeisters, doch bei einer Kandidatin mit drei Jobs, die allesamt Opfer der Pandemie wurden, wird der "Wer wird Millionär?"-Moderator weich: "Sie könnten das Geld so richtig gut gebrauchen." © 1&1 Mail & Media/teleschau

Bei Günther Jauch hat sie gut lachen, im Berufsleben gerade weniger: Martina Albers ist in Pandemiezeiten als Barkeeperin und Karnevals-DJane unbeschäftigt. Damit nicht genug: Auch ihr Hauptjob bei einem großen Touristikunternehmen ist corona-bedingt gekündigt worden. Glücksmomente bei "Wer wird Millionär?" gönnt man ihr daher besonders.
"Das heißt", fasst Günther Jauch zusammen, "Sie könnten das Geld so richtig gut gebrauchen." Die Kandidatin, die laut dem Moderator "umme Ecke" wohnt, stimmt zu: "Das wäre großartig." Bis zur 4.000-Euro-Frage läuft es auch prima für die Kölnerin. Jauchs Sympathie ist offensichtlich: Er wiederholt und paraphrasiert die Frage mehrfach.
"Wobei müsste sich das betreffende Tier eigentlich sein Leben lang fragen, warum es Namenspate für gerade diesen Farbton ist?" Nach dem Einsatz des 50:50-Jokers bleiben: hummerrot und rehbraun. Der Hummer sei orange, dämmert es der Kandidatin schließlich - Jauch wiederholt ihre Aussage, um ihr Mut zu machen und sie entscheidet korrekt: Hummer.
Nachdem die Kandidatin ausplaudert, dass sie als Kellnerin ihrem Zukünftigen in der Kennenlernphase besonders große Schnitzel sevierte, plaudert Jauch aus dem Nähkästchen: Er hatte mal eine Freundin, die Bäckerstochter war. Drei Stück Kuchen für 30 Cent habe er seinerzeit immer bekommen - das Pendant zu Riesenschnitzeln, findet der Moderator.
"Was befindet sich im Stadion der Tampa Bay Buccaneers, dem Austragungsort des diesjährigen Super Bowls?" Die Antwort ist 64.000 Euro wert. Der Telefonjoker weiß es nicht. Der Studio-Joker ist sicher: Piratenschiff.
Sie sieht aus, als könnte sie keiner Fliege etwas zuleidetun, doch stellt sie Günther Jauch am Ende ihres Auftritts ein Armutszeugnis aus: Dagmar Gumnior aus Hamburg. Der Moderator bezeichent sie indes als "das biologische Wunder in der Sendung". Denn zehn Jahre nach der Geburt ihrer Zwillinge bekam Gumnior erneut welche. Doch der Reihe nach.
Beruflich schreibt sie - quasi als Ghostwriter - Bewerbungen und Arbeitszeugnisse für andere. Den Bedarf erklärt sie so: "Ein begnadeter Ingenieur ist nicht unbedingt jemand, der begnadete Texte schreiben kann, um sich selbst zu verkaufen." Knifflig wird für sie die 64.000-Euro-Frage.
"Wem wurde 2017 für die Verletzung der Persönlichkeitsrechte die Rekordsumme von einer Million Euro Entschädigung zugesprochen?" Die Schwarmintelligenz im Saal tippt auf Jörg Kachelmann. "Ich vertraue den Kandidaten, zur Not muss ich mich wieder darüber ärgern", erklärt Dagmar Gumnior. Das muss sie leider.
Richtig gewesen wäre Helmut Kohl. Anlass war das Buch "Vermächtnis - die Kohl-Protokolle". Die Kandidatin fällt auf 16.000 Euro. Nachdem sie nichts mehr zu verlieren hat, traut sie sich, Jauch das für ihn verfasste fiktive Arbeitszeugnis zu überreichen. Jauch liest vor und freut sich - zu früh.
"Er ist jederzeit um Verbesserungsvorschläge bemüht", rezitiert Jauch und glaubt: "Das hört sich gut an." Der Gast übersetzt: "Das bedeutet: Sie sind ein Klugscheißer." Sie erklärt, sie habe sich das nur ausgedacht, doch Jauch klingt zwischen den Zeilen frostig: "Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute!"
Bekanntes Gesicht: Melina Hackenbroch aus Wiesbaden ist die Überhangkandidatin. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin startet bei der 16.000-Euro-Frage, die sie dank des Telefonjokers meistert. Bei der 32.000-Euro-Frage hilft ein Herr aus dem Publikum: 700 Bundesligaspiele mit nur vier Cheftrainern? Das kann nur der SC Freiburg sein.
Falls die Antwort falsch wäre, droht sie dem Studio-Joker: "Man sieht sich ja immer zweimal." Jauch dazu: "Vielleicht werden Sie ja auch mal krank, dann sollten Sie nicht in ihre Fänge geraten." Zum Glück stimmt die Antwort. 64.000 Euro wert ist die Lösung hierzu: "Bei afrikanischen Elefanten unterscheidet der Zoologe zwischen ...?"
"Ich bin nie ein Zocker gewesen", entscheidet Melina Hackenbroch und geht mit 32.000 Euro. Ihrem im Hintergrund sitzenden Partner sieht man an, wie froh er über ihre Entscheidung ist. Der Savannen- und Waldelefant wäre korrekt gewesen.