"Wer wird Millionär": Kandidat bringt Günther Jauch ins Grübeln

Nein, Greta Thunberg war nicht zu Gast bei "Wer wird Millionär?" Doch Günther Jauch entdeckte in der ersten Folge des neuen Jahres sein Umweltbewusstsein. Auslöser war ein junger Mann, der nach einem Asien-Urlaub mit seiner Partnerin die Welt retten will. Zumindest ein bisschen. Denn der Plastikmüll im Meer lässt das Paar nicht kalt. Jauch ebenso wenig. Entsprechend spannend fand der Moderator die Geschäftsidee der beiden, wie die Galerie zeigt. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Sie war die erste Kandidatin des Jahres 2020: Manuela Riegler aus Waldenburg in Baden-Württemberg. Wie immer hofften acht Kandidaten im Saal darauf, gegenüber von Günther Jauch Platz nehmen zu dürfen. Die Schranke, die es zu überwinden gilt, ist die Auswahlrunde. Hier war Manuela Riegler die Schnellste.
Bis zur 4.000-Euro-Marke lief es bestens für die verheiratete Mutter von Zwillingen. Dann wurde es eklig: "Zwar nicht giftig, aber dennoch wenig appetitlich ist der Pilz des Jahres 2020": A9 Kotling, B) Moderkappe, C) Stinkmorchel oder D) Müffeltrüffel? Riegler zog das Publikum im Studio zurate. Die Schwarmintelligenz war mit 81 Prozent für die Antwort Stinkmorchel - und lag richtig.
"Welche Schallmauer durchbrach Eliud Kipchoge am 12. Oktober als erster Mensch?" Die Antwort war 8.000 Euro wert. Die Kandidatin setzte den 50:50-Joker ein. Marathon unter 2 Stunden oder Speerwurf über 200 Meter standen zur Diskussion. Sie wählte korrekt den Marathon.
Zwischen Kandidatin und Moderator stand ein Gegenstand auf dem Tisch. "Was hat es mit dieser Tasse auf sich?", wollte nicht nur Günther Jauch wissen. Die Grafikdesignerin erklärte, sie übe sich zu Hause zur Entspannung gern im Handlettering. "Da habe ich ein Zitat von Ihnen verewigt, was ganz gut passt", fand sie.
Jauch las laut vor: "Fernsehen macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger." Er erkundigte sich, ob Manuela Riegler daraus morgens trinkt. "Wenn es hier gut ausgeht", versprach sie. Zudem plant sie, ihre Hochzeitsfeier im großen Stil nachzuholen. "Ich wollte nicht mit dickem Bauch auf den Hochzeitsfotos sein", berichtete sie über die Schwangerschaft.
"Rostock hat seit Kurzem als erste deutsche Großstadt einen Oberbürgermeister, der ...?" A) die 90 überschritten hat, B) kein Deutscher ist, C) einen Mann geheiratet hat oder D) der Piratenpartei angehört? Die Antwort auf die 64.000-Euro-Frage kannte der Telefonjoker nicht sicher. Er riet Antwort D. Riegler ging mit 32.000 Euro. Sie selbst hätte auf B getippt - und hätte richtig gelegen!
In der Gegend um Ingolstadt kennt man diese Dame. Auf der Straße erkennen würde man sie dennoch nicht: Diana Strassburg ist Moderatorin bei einem regionalen Radiosender. Dieser Job kam ihr bei den Wortspielfragen, die am Anfang stehen, zugute. Sie musste nicht lange nachdenken. "Man merkt, mit Worten können Sie umgehen", beobachtete Jauch.
Den 50:50-Joker brauchte sie bei der 2.000-Euro-Frage. Bei 4.000 Euro folgte der Publikumsjoker: "Liest man im Rezept 'Schale kreuzweise einritzen und dann 20 Minuten in den Ofen', so geht es wohl um die Zubereitung von ...?" A) Esskastanien, B) Hokkaido-Kürbissen, C) Birne Helene oder D) Backpflaumen? "Ich bin nicht so die Köchin, man sieht es mir nicht an", scherzte Diana Strassburg.
"Da verschlägt es mir die Sprache, Herr Jauch", gab sie zu. "Und da gehört ja einiges dazu", konterte der in Anspielung auf den Job als Radiomoderatorin. Das befragte Publikum half der Dame aus Neuburg an der Donau: 92 Prozent empfahlen die Antwort Esskastanien.
Nachdem auch der Zusatzjoker verbraucht war, zeigte die Tafel 32.000 Euro. "Oooh!", frohlockte die Kandidatin. Dann hakte sie nach: "Wie viel habe ich jetzt?" Jauch half: "Im Moment sind wir bei 32.000." Diana Strassburg staunte: "Ach, habe ich schon?" Der Moderator erklärte nüchtern: "Sie haben 500. Aber Sie stehen bei 32.000 Euro."
Die 64.000-Euro-Frage sollte der Telefonjoker klären: "Aufgrund eines 150. Jubiläums erklärten die UN 2019 zum Internationalen Jahr ...?" Der Joker - ausgerechnet ein Erdkundelehrer - schloss aus: "des Seewegs nach Indien". Zum Glück vertraute die Kandidatin dem Helfer nicht, sondern stieg aus. Mit 32.000 Euro. Vorher durfte sie aber noch ihr Hobby vorstellen.
Diana Strassburg sammelt extravagante Hüte. Zu extravagant für Jauch: Der wollte keinen davon aufsetzen. Mit den erspielten 32.000 Euro will die Radiomoderatorin allerdings zunächst keine Hüte kaufen, sondern mit ihrer Mutter noch einmal nach New York fliegen.
"Endlich wieder einmal ein Mann bei 'Wer wird Millionär?'", freute sich Günther Jauch über Anatoli Teichrib. Und was für einer! Der Startup-Gründer sollte mit seinen Gedanken über eine bessere Welt auch Günther Jauchs grüne Ader wecken. Doch zunächst blieb Jauch skeptisch: "Wir sind doch alle irgendwie Startup-Gründer, welches ist es?"
Der Düsseldorfer und seine Freundin verkaufen Trinkflaschen und Trinkhalme aus Glas, da sie sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Die Initialzündung war ein Urlaub auf Bali und in Thailand. Der Anblick des Plastikmülls in den Meeren, den sie beim Tauchen und Segeln zu Gesicht bekamen, ließ sie ihr Konsumverhalten überdenken.
Die Anekdote arbeitete in Jauch. Bei der 500-Euro-Frage kam er darauf zurück. Ihm sei die Halong-Bucht bekannt als Weltkulturerbe. "Eine unglaubliche Landschaft mit grünen Inseln, die aus dem Nebel aufsteigen, wenn man sich ihnen per Schiff nähert, also eine wirkliche Zauberlandschaft", schwärmte der Moderator ungewöhnlich poetisch.
"Und wenn man dann ins Meer guckt - alles voll mit Plastikflaschen, die volllaufen und sinken. Da muss doch 30 Meter hoch der Müll liegen darunter", glaubte Jauch. Anatoli Teichrib bestätigte. Mittlerweile würden Einheimische auf Plastikinseln leben. Die Einheimischen fischen die Flaschen aus dem Wasser, damit es für die Touristen schön aussieht, berichtete er.
"Das nimmt viel von dem Zauber da weg", prangerte Günther Jauch an. "Nachhaltig ist das nicht", lautete sein emotionales Fazit. Umso mehr freute er sich über die Gewinnsumme von Anatoli Teichrib. 64.000 Euro konnte der junge Mann mit der Vision einer nachhaltigeren Welt erspielen. "Eine schöne Unterstützung für ihr gemeinsames Startup", resümierte Jauch.
Auch er kam noch zum Zug: Andreas Decker aus Sankt Wendel im Saarland. Er freute sich derart über seinen Aufritt, dass er einen Freudenschrei und -sprung vollführte. "Ist ja gut", meinte Jauch ungerührt. "Ruhig Blauer, ganz ruhig", scherzte er. Die 200-Euro-Frage kreiste um das Thema: "Was kann laut Duden bei jemandem ausbrechen?"
"Angstschweiß!", wusste Decker und zeigte diesen - unter seinen Achseln. Weiter kam er nicht. Allerdings nur, weil die Tröte die Sendung unsanft unterbrach. Bereits an diesem Freitag darf Andreas Decker weiter quizzen. Dann kommt "Wer wird Millionär?" vor dem RTL-Dschungelcamp.