"Wer wird Millionär?": Ein Kopfstand und Crystal Meth

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Ein Zusatzjoker, der sich selbst ungefragt eine zweite Chance gibt. Ein Kandidat, der sich politisch unkorrekt um Kopf und Kragen quatscht. Ein Quiz-Fan, der Fragen im Handstand beantwortet und den Zusatzjoker mit 500 Euro bestechen will. Ein Ratefuchs, der Jauchs Trauma hochholt. Und ein Kandidat, der Jauch neugierig auf Drogen macht: Die Teilnehmer der Doppelfolge von "Wer wird Millionär?" sorgten für eine doppelte Portion Unterhaltung abseits der eigentlichen Quizfragen. © teleschau - der mediendienst GmbH

Nicht eine, sondern ganze zwei Stunden hatte Oberlehrer Günther Jauch diesmal Zeit, seinen Kandidaten den letzten Nerv zu rauben. Oder eben anders herum. Denn bei dieser Doppelfolge "Wer wird Millionär?" schafften es so einige wirre Gestalten auf den Ratestuhl ...
Der erste Kandidat studiert Musik und Theologie auf Lehramt. Ins Grübeln geriet Luis Mallée bei der 1.000-Euro-Frage: "Was wird für gewöhnlich in einer Mischbatterie gemischt?" Erst war er sicher, dass es sich um Strom handeln müsse, dann duzte er Jauch vor Aufregung: "Ne warte, gar nicht!" Jauch hakte amüsiert nach: "Gas, Wasser, Strom, Sch...?" Der Publikumsjoker rettete den Studenten: "Kaltes und warmes Wasser" war gesucht.
Bei 16.000 Euro wurde es erotisch: "Gefährliche Liebe lautete hierzulande der Untertitel der 'Fifty Shades of Grey'-Fortsetzung - im Original 'Fifty Shades ??'" Eine junge Dame aus dem Saal wurde zum Zusatzjoker. "50 Shades of Beige", witzelte Jauch angesichts ihrer Bluse. Obwohl sie sich als Fan outete, war ihre Antwort "Deeper" falsch. Zum Glück vertraute Luis Mallée ihr nicht und schob den 50:50-Joker hinterher. "Dann Darker!", empfahl der Joker, der eigentlich nicht mehr dran war. Den Rat nahm Luis Mallée dennoch an.
In welchem Land 2017 wegen des 150. Jahrestags der Unabhängigkeit der Eintritt in alle Nationalparks frei ist? Die Antwort war 64.000 Euro wert. "Polen kann man ja wegklatschen", dachte Luis Mallée laut. "Wie bitte? Ist es schon wieder soweit?", scherzte Jauch. Der Kandidat wollte nicht weiter raten und ging mit 32.000-Euro. Als Jauch verwundert nachfragte, warum er sich von dem Geld einen Massagesessel kaufen wolle, erwiderte Luis Mallée: "Ich wohne in einem Studentenwohnheim, da kann ich das vielleicht vermieten und noch Geld damit verdienen."
Der 67-jährige Reinhard Feldmann ist Versicherungskaufmann. Er trägt nicht nur im Studio, sondern auch bei der Arbeit gern einen einzelnen weißen Handschuh - weil diese Kuriosität seine Mitmenschen zu Fragen anregt und es ihm so leicht fällt, ins Gespräch zu kommen. Nicht minder kurios ...
.. war Reinhard Feldmanns Idee, die ersten drei Fragen im Handstand zu beantworten. Diese Position wirkte sich aber ungünstig auf seine Konzentrationsfähigkeit aus, wie sich schon bei der ersten Frage zeigte. Jauch ...
.. zeigte sich gnädig und riet, die nächsten Fragen in Sitzposition zu beantworten. Bei der 2.000-Euro-Frage brauchte der rüstige 67-Jährige dennoch das Publikum. Das wusste, dass der Film "La La Land" zweimal in der Kategorie "Bester Filmsong" für den Oscar nominiert war.
Reinhard Feldmann berichtete, dass er 2002 Robbie Williams getroffen habe. "Sie waren auch da", erklärte er. Günther Jauch konnte sich "null erinnern". Erst als Feldmann hilfsbereit nachreichte, Jauch habe moderiert, reagierte dieser mit augenzwinkernder Diplomatie: "Jetzt muss ich auch sagen, es war ein großartiger Abend damals."
Als für 8.000 Euro gefragt war, wo das Münchner Hofbräuhaus genau steht, bot Reinhard Feldmann dem Zusatzjoker 500 Euro extra. "Das ist das erste Mal, dass in der Geschichte von 'Wer wird Millionär?' der Zusatzjoker 1.000 Euro gewonnen hat", begeisterte sich Jauch. Der Mann aus dem Publikum wusste nämlich: "am Platzl".
32.000 Euro wert war der Name der Sängerin, die seit 2011 weit über 300-mal mit ihrer Show in Las Vegas aufgetreten war. Nachdem der Telefonjoker keinen Rat gewusst hatte, wog Feldmann ab: "Meine Frau hat mir verboten zu zocken ... Wobei: Jetzt ist sie ja nicht da, jetzt könnte man es eigentlich riskieren." Jauch kennt die Frauen und riet dringend ab. Feldmann folgte der Eheberatung und gab auf. Bitter: Seine nachträglich geratene Antwort Céline Dion wäre korrekt gewesen.
Neues Spiel, neues Glück, neuer Anzug: Die zweite Runde der Doppelfolge startete Jauch im neuen Zwirn. Der unterschied sich für den Laien allerdings nicht von seinem üblichen Sparkassen-Mitarbeiter-Look. Markanter dagegen der neue Kandidat ...
... Christian Schadt. Der Erzieher ist gerade auf der Suche nach einem neuen Job. "Ich sehe aus wie mein Hund", stellte er sich vor. "Eine französische Bulldogge ... und die ist so schön wie ich." Als es bei einer Frage ums Seepferdchen-Schwimmabzeichen geht, erinnerte sich Jauch schmerzlich, dass er bei der Prüfung versagt hatte: "Wegen einem Typ wie ihnen." Dem schmächtigen Jauch war es nicht gelungen, sich aus der Umklammerung im Wasser zu befreien.
Kaum hatte Jauch sein Trauma per TV-Gesprächstherapie geheilt, musste der Kandidat seine Wunden lecken. Er fiel mit der falschen Antwort auf 500 Euro. Dafür bekam er eine unbezahlbare Chance: "Sie suchen einen Job, es schauen fünf Millionen Menschen zu", schlug Jauch vor, und der Kandidat bewarb sich live im Fernsehen.
Als Jauch hörte, dass der Kandidat ein eigenes privates Labor hat, fragte er, ob der Hamburger dort Crystal Meth herstellen würde. Das Drogen-Thema faszinierte Jauch sichtlich, doch Fabian Schüler wollte lieber Quizfragen beantworten, als Jauchs Interesse an illegalen Experimenten zu befriedigen.
Die 125.000-Euro-Frage beschäftigte sich mit Literatur: "Der erste Satz in Margaret Mitchells Roman 'Vom Winde verweht' lautet: 'Scarlett O'Hara war nicht eigentlich ...?'" Fabian Schüler gestand: "Ich habe keinen blassen Schimmer." Er gab zu Recht auf: Seine Vermutung "auf Männer versessen" war falsch. Richtig wäre: "schön zu nennen". Der Chemiker ging mit 64.000 Euro - und Jauch mit dem Verweis darauf, dass in der kommenden Woche das "Große Prominentenspecial" ansteht.
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